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Redebedarf in Sachen Kommunalberater in Mühlrose

Befahrung mit Minister Fritz Jaeckel in M¸hlrose, Blick vom Drehpunkt II am Ortsrand von M¸hlrose in den aktiven Tagebau
Befahrung mit Minister Fritz Jaeckel in M¸hlrose, Blick vom Drehpunkt II am Ortsrand von M¸hlrose in den aktiven Tagebau FOTO: Gabi Nitsche (LR-WWR-RED-151)
Schleife. Zwei Namen stehen im Raum – doch die Leag wird für Schleife und Trebendorf nur eine Stelle bezahlen, heißt es am Dienstag während der gemeinsamen Ratssitzung. Regina Weiß

Das Thema Kommunalberatung hat es Montagabend zusätzlich auf die Tagesordnung der Ratssitzung in Schleife geschafft und dann zu später Stunde noch mal für einige Debatten gesorgt. Auslöser des Ganzen ist letztlich der Ortschaftsrat Mühlrose. Dieser will am 17. August tagen und dem Gemeinderat Trebendorf einen Beschluss empfehlen. Es geht um die Besetzung der Stelle des Kommunalberaters. Dieser soll die Verhandlungen der Kommunen mit der Leag fachlich versiert begleiten. Diese Beratungsform hatten Trebendorf und Schleife vor Jahren gemeinsam gewählt, um nicht alles über Rechtsanwälte zu regeln.

Wie Gemeinderat Ingo Herschmann, der auch im Beirat Umsiedlung in Mühlrose sitzt, schildert, wollen die Mühlroser "richtig schnell das Thema Umsiedlung angehen". Im Moment sei man im Ort "sehr, sehr aufgeregt, weil die Angst kursiere, dass sich doch wieder etwas ändert und sie dann doch da bleiben müssen", erklärt der Mulkwitzer die Gemütslage im Nachbarort. Deshalb wolle man mit der Aufnahme der Verhandlungen nicht mehr lange warten. Dafür soll der bereits ausgehandelte Mühlrose-Vertrag die Grundlage sein. Viele Punkte darin müssten aber noch mal angepackt werden. "Wenn wir nicht reden, bremsen wir den Umsiedlungsbetrieb aus", formuliert es Herschmann. Und er weiß auch, wie der Wunschkandidat der Mühlroser heißt. Es ist der ehemalige Innenminister und Rechtsanwalt Klaus Hardraht.

Dass es Redebedarf zu dem Thema gibt, sieht auch Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos). Nur hätte er sich gewünscht, dass die Mühlroser vorher mit den Schleifern sprechen. "Mir gefällt es nicht, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden", so Bork. Er hätte erwartet, dass Mühlrose sich mit Schleife abstimmt, wo es doch genau dahin umgesiedelt werden will. Bork macht noch auf einen anderen Umstand aufmerksam. Es gibt noch einen nicht aufgehobenen Ratsbeschluss zum Kommunalberater Thomas Jansen. Dessen Vertrag war zum Unmut der Kommunen Trebendorf und Schleife zum Jahresende ausgelaufen. Jetzt sichert die Leag wieder die Finanzierung der Kommunalberatung zu. Aber es wird nur eine Stelle für beide Orte geben.

Daniel Struck spricht sich für Hardraht aus, weil er ihn in Dresden für gut vernetzt hält. Diese Argumentation kann auch Bork verstehen. "Das ist nachvollziehbar, weil wir in Dresden zu tun haben werden." Er macht auch klar, dass er nichts gegen die Person Hardraht hat. Doch er erinnerte daran, dass Thomas Jansen maßgeblich am Mühlrose-Vertrag mitgewirkt hat. "Er hat die größte Sachkenntnis." Gemeinderat Marco Hülse erklärt, man sollte Mühlrose freie Hand lassen. Ähnlich sieht es auch Wolfgang Goldstein: "Wir haben doch nichts zu verlieren." Ingo Herschmann gibt zu, dass bei diesem Thema zwei Herzen in seiner Brust schlagen. Nun solle zeitnah als Erstes mit dem Ortschaftsrat Mühlrose gesprochen werden, bevor Klaus Hardraht in den Gemeinderat nach Schleife eingeladen wird.

Zum Thema:
Mit dem neuen Revierkonzept der Leag wird vom Tagebau Nochten II ,,nur" noch das Sonderfeld Mühlrose in Anspruch genommen. Rund 200 Mühlroser siedeln dafür um. 78 Prozent von ihnen haben sich für den Gruppenstandort Schleife ausgesprochen. Schleife steht nach wie vor zu seinem Wort, die Mühlroser aufnehmen zu wollen.