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Raubtier-Kot gegen Wildschweinplage?

Dr. Werner Tschirch.
Dr. Werner Tschirch. FOTO: ckl
Mulkwitz/Lauta. Dr. Werner Tschirch hat eine Anregung für die von Wildschweinen geplagten Mulkwitzer. Gabriela Nitsche

Der erfahrene Tierarzt aus Lauta, der jahrzehntelang ehrenamtlich als Zoo-Tierarzt in Hoyerswerda tätig war, kennt das Problem mit dem Borstenvieh. "Ich habe sehr viel Literatur dazu gelesen und hab etwas gefunden, das ich schon anderen geraten habe und was auch half", sagt der Senior am RUNDSCHAU-Telefon. "Die Leute sollten in einen Zoo wie Hoyerswerda gehen, einen Plasteeimer mitnehmen und sich Kot von Raubtieren geben lassen." Ob der von Löwen, Tigern, Bären, Pumas oder anderen ist, sei egal. Hauptsache Raubtier. "Das entlang des Zaunes ausgestreut, bewirkt Wunder", ist Tschirch überzeugt.

"Die Schweine haben eine gute Nase, riechen den Kot, der Erfolg ist fantastisch." Tschirch weiß das zum Beispiel aus Großpartwitz. Nachdem der Kot am Rande eines Maisfeldes ausgelegt worden war, haben die Jäger nachts Posten bezogen und beobachtet, was passiert. "Das Leitschwein hat einen Schrecklaut ausgestoßen, allen Wildschweinen stellten sich die Borsten hoch, und die Rotte kehrte auf der Stelle um", weiß der Tierarzt zu berichten. Mehrere Wochen lang hätte das Schwarzwild den Bereich gemieden.

"Das mit dem Kot muss dann natürlich wiederholt werden", rät er, das ebenfalls auszuprobieren. In einem Zoo wie dem in Hoyerswerda fallen ja reichlich Exkremente von Raubtieren an. Wenn der Zoo als Dankeschön eine kleine Spende erhält, hilft das beiden Seiten. Möglicherweise müssen die Mulkwitzer gar nicht bis nach Hoyerswerda, sondern ihnen kann auch im Tierpark Weißwasser geholfen werden. Noch dazu, wo doch der Tierparkleiter Gert Emmrich im Nachbardorf wohnt.

Apropos Dorf. Die Mulkwitzer sind verärgert, weil sie sich alleingelassen fühlen mit der Wildschweinplage, wie die RUNDSCHAU berichtete. Das Thema griff dann vergangenen Donnerstag bei "LR vor Ort" in Schleife auch Detlef Slabina noch einmal auf. Es sei ärgerlich, dass die Leag als Pächter der Fläche für die Schutzpflanzungen den Anwohnern nicht helfe. Lediglich einen gebrauchten Zaun habe das Unternehmen für die Sicherung des örtlichen Sportplatzes zur Verfügung gestellt. Den hatten die Wildschweine total umgepflügt. Die Mulkwitzer haben den Zaun dann aufgestellt, nicht das Unternehmen, betonte Slabina.