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| 16:09 Uhr

Aufgeschnappt
Ratssitzungen mit Hoheit und Niveau

In Trebendorf können die Ratsrunden jetzt wieder eingeläutet werden. Derweil hat der Groß Dübener Gemeinderat jetzt eine Hoheit in seinen Reihen.

Gut, dass die Leute das Lachen nicht verlernt haben, auch wenn es um ernste Themen geht. Zum Beispiel die Bemühungen, den Einwohnern in Schleife-Süd, Rohne, Klein Trebendorf und Mulkwitz eine Wärmeversorgung über Erdgas zu ermöglichen. Die Einwohner sind ganz erpicht auf Informationen dazu. Vor allem in Rohne bemüht sich der Ortschaftsrat intensiv, dem nachzukommen und auch die Menschen für dieses Vorhaben zu begeistern. Am 7. März holt man sich zum Beispiel den Energieberater Michael Woithe von der  Verbraucherzentrale Sachsen in Weißwasser nach Rohne in die Ortschaftsratssitzung. Ortsvorsteher Matthias Jainsch bat darum, dass der Bauhof dafür in der Mehrzweckhalle ein Mikrofon aufbaut. „So etwas haben wir nicht, wir haben nur ein Megafon“, antwortete Bauamtsleiter Steffen Seidlich, der die Lacher auf seiner Seite hatte. Ein Lösungsangebot fand sich dennoch – Mario Klar bot das Mikro von der Feuerwehr Schleife an.

Er hat es wahr gemacht – Trebendorfs Bürgermeister Waldemar Locke (CDU), seit Dezember im Amt, hat sich eine eigene Glocke angeschafft, um die Ratssitzungen einzuläuten. „Jetzt bekommen wir Niveau hier herein“, frohlockte Ratsmitglied Klaus Rohrbach. Anfang Januar hatte Locke die Glocke vermisst, mit der Vorgängerin Kerstin Antonius immer alle Räte und Gäste begrüßt hatte. Es war eine personengebundene…

Manchmal kann man gar nicht so dumm denken… In der Ratssitzung in Trebendorf gab es drei Bewerber für einen Platz im Beirat Entwicklungskonzept – Uwe Radtke, Tilo Niemz und Ariane Kraink. Kurz bevor die Stimmzettel verteilt wurden, wies Bürgermeister Waldemar Locke hin, dass Ariane Kraink ja seine Stellvertreterin sei und wenn er nicht kann, sie an Beiratssitzungen teilnehme. Würde sie jetzt gewählt, wäre in solch einem Fall nur einer dabei. Die geheime Wahl fiel letztlich auf Uwe Radtke. Nicht nur Ariane Kraink war erzürnt über den „negativen“ Bürgermeister-Hinweis, auch Einwohner wie Wolfgang Zech. Sie fühle sich diskriminiert, sagte Ariane Kraink. Waldemar Locke wies die Kritik zurück. Doch erledigt war das Thema nicht für ihn. Denn am Ende der Sitzung sprang der Mühlroser auf, ging zu Ariane Kraink, reichte ihr die Hand und entschuldigte sich, er wollte sie nicht diskriminieren. Und die Räte? Die klopften anerkennend auf die Tische.

Weißkeißel ist bekannt für seine Turbo-Ratssitzung. „Die wird heute nur acht bis elf Minuten dauern“, mutmaßte jüngst Ratsmann Frank Miertschink. Falsch: Es wurden immerhin 25 Minuten. (ni/rw)

(ni/rw)