| 02:45 Uhr

Rassige Bellos buhlen um Gunst

Dieses Foto erinnert an die Ausstellung vor vier Jahren am Halbendorfer See. Der Wettbewerb begann mit einem Gruppenlauf.
Dieses Foto erinnert an die Ausstellung vor vier Jahren am Halbendorfer See. Der Wettbewerb begann mit einem Gruppenlauf. FOTO: amr
Halbendorf. Die Schönsten unter den schönen Fellnassen ihrer Rasse wetteifern am Samstag und Sonntag um die Gunst der Richter. Zum zweiten Mal ist das Erholungsgebiet Halbendorfer See Gastgeber für die internationale Hundeausstellung. Gabi Nitsche

Es ist der 11. Newfoundland Fed Cup, der Züchter aus zwölf verschiedenen Ländern mit 105 Tieren dieser Rasse in die Lausitz lockt. Und das schon zum zweiten Mal, betont Dirk Schwarz, Züchter aus Driedorf im hessischen Westerwald. Der Verein Neufundländer-Freunde und -Züchter Deutschland trägt den Cup aus. "Die Veranstaltungen rotieren jedes Jahr. Ausrichter sind im Wechsel Vereine in Österreich, Tschechien, der Slowakei oder Deutschland", so Schwarz. Alle vier Jahre sei also Deutschland an der Reihe. Und weil es den Hundefreunden vor vier Jahren in Halbendorf einfach super gefallen hat, kommen diese gerne wieder. "Wir sind damals sehr freundlich aufgenommen worden, und das Gelände eignet sich einfach herrlich, ist ansprechend für unsere Hunde. Die Neufundländer sind ja Wasserhunde", erklärt der Hesse. Hinzu komme, dass mit dieser Ortswahl auch die Nähe zu den drei anderen Ausrichter-Ländern in gewissem Sinne gegeben sei. Im nächsten Jahr geht es dann in die Slowakei. Aber bis dahin präsentieren die stolzen Besitzer ihre vierbeinigen Lieblinge erst einmal in Halbendorf und küren die knuffigen Schönheiten. Dazu werden diese von zwei Richtern aus Polen und Norwegen unter die Lupe genommen. Jedes einzelne Tier muss sich das gefallen lassen. "Sie werden im Stand und auch im Laufen bewertet. Begutachtet werden Konstruktion, Gebäude, Fell, Zähne und Gangwerk", erklärt der langjährige Züchter Dirk Schwarz, der drei eigene Hunde, darunter einen Champion, mit auf den "Laufsteg" Halbendorfer See bringt.

Gerichtet wird nach Klassen, die nach dem Alter der Neufundländer eingeteilt sind. Pro Geschlecht sieben verschiedene Klassen. Da sind die Babys, also die Welpen, die Jüngsten (sechs bis neun Monate), die Jugend (neun bis 18 Monate). Weil sich einige Fellnasen unterschiedlich entwickeln, gibt es offiziell eine Zwischenklasse für die Tiere zwischen 15 und 24 Monaten. Hinzu gesellt sich die Offene Klasse, das sind die erwachsenen Tiere ab 15 Monate. Die Champions stellen sich ebenso den Argusaugen der Fachjury wie auch die Omas und Opas in der Veteranenklasse. "Das sind die Neufundländer ab acht Jahre. Im Durchschnitt wird die Rasse 10,5 Jahre alt. Aber es gibt auch viel Ältere. Ich musste letztes Jahr ein Mädchen gehen lassen, unsere Angelina, die wurde 14,5 Jahre."

Zu der Ausstellung an beiden Tagen sind interessierte Besucher gern gesehen, betont Schwarz im Namen der Teilnehmer. Am Samstag erfolgt der Startschuss gegen 9.30, bewertet wird bis etwa 15 Uhr.

Am Sonntag geht's schon gegen 9 Uhr los. Im Beisein von Publikum mache die Sache noch einmal so viel Spaß. "Das Interesse der Aussteller an der offenen Gemeinschaft ist immer sehr groß." Für ein Programm abseits des Fed Cups sei kaum Zeit. Bis auf ein geselliges Beisammensein, "also eine Party", so Schwarz, am Samstagabend. Aber einige würden schon heute anreisen und vielleicht am heutigen Freitag noch das eine oder andere unternehmen.

Zum Thema:
Es gibt den Neufundländer in den drei Farbschlägen schwarz, braun und weiß-schwarz. Hündinnen haben eine durchschnittliche Schulterhöhe von 66 cm und wiegen im Durchschnitt 54 kg, bei Rüden beträgt die Schulterhöhe etwa 71 cm, und sie werden durchschnittlich 68 kg schwer. Die Neufundländer sind Wasserhunde, wurden einst gezüchtet, um für die Fischer die Netze an Land zu holen. In Italien werden sie noch als Rettungshunde eingesetzt und springen sogar aus Hubschraubern, um Menschen in Seenot zu retten, berichtet Züchter Dirk Schwarz.