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"Rasmus" lässt die Bärwalder Segler schon wieder im Stich

Klitten. Eigentlich hatten die Mitglieder des Wassersportvereins (WSV) "Bärwalder See" zum Saisonfinale eine Regatta vorgesehen. Schließlich, so das Ansinnen, sollte der beste beziehungsweise schnellste Segler des Jahres 2016 gekürt werden. amz1

Doch daraus wurde am Wochenende nichts. Am Ende gab es lediglich einen Korso mit sechs Booten. Der Grund: "Rasmus", der "Herr der Winde", hat die Segler im Stich gelassen, wie es Vereinsvorsitzender Holger Grabarek formulierte.

"Der Wetterbericht hat Windstärken zwischen zwei und drei vorhergesagt. Und jetzt? Flaute", gab sich Grabarek ein wenig frustriert. Bereits zum zweiten Mal nach 2015 gab es keine finale Segelregatta. Und somit auch keinen neuen Sieger. Vor zwölf Monaten hatten Regen und Sturm einen Start unmöglich gemacht. Und jetzt eben der fehlende Wind.

Doch die Sportler wären keine richtigen Segler, wenn sie sich nicht zu helfen wüssten. Statt der Regatta wurde kurzerhand ein Bootskorso auf die Beine gestellt. Am Ende manövrierten insgesamt sechs Segelboote über den See.

Wind wollte sich immer noch nicht einstellen. Die ursprünglich anvisierten Ziele, nämlich die Ufer von Uhyst und Boxberg, waren unter diesen Bedingungen nicht erreichbar. So blieb letztlich die kleine Runde ein paar hundert Meter von der Klittener Marina entfernt.

Am Ende waren die Teilnehmer dennoch ganz zufrieden. Kein Wunder, wenn schon das Wetter nicht mitmachte, stimmte zumindest die Stimmung im Verein. Die nunmehr zu Ende gehende Saison bezeichnete Holger Grabarek als ganz erfolgreich. Über die warme Jahreszeit gab es jeden Monat eine Regatta. Hinzu kamen der Nautic-Cup sowie die Traditionsregatta des Lausitzer Segelclubs mit mehr als 20 Booten. "Und immer bei ganz vernünftigem Wind", resümierte Grabarek, der ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern kommt, und das Bootfahren bereits mit der Muttermilch aufgesogen hat, wie er sich erinnerte.

Der Bärwalder See bilde für die Segler ein ausgezeichnetes Revier. Zum einen wegen der schieren Größe der Wasserfläche mit ihren fast 1300 Hektar. Zum anderen durch die normalerweise anspruchsvollen Windverhältnisse. Habe "Rasmus" Lust, könnten auch schon mal Wellen von einem Meter Höhe an beziehungsweise in die Boote klatschen.

Bereits jetzt feilen die Vereinsmitglieder an der kommenden Saison 2017. Neben den obligatorischen Regatten stünden im nächsten Jahr zwei weitere Höhepunkte an. Nämlich die Austragung der Kreismeisterschaft des Kreises Görlitz im September. Und die Jungfernfahrt eines Holzbootes, das derzeit mit Schülern der Boxberger Schule restauriert werde. Das Wasserfahrzeug habe ein Segelfreund aus Görlitz dem WSV aus gesundheitlichen Gründen überlassen. Die Jugendlichen arbeiteten bereits seit Schuljahresbeginn unter fachmännischer Anleitung an der Reko der Olympiajolle.

Indes endet zum 31. Oktober die diesjährige Wassersportsaison auf dem Bärwalder See. In den kommenden Tagen werden die Boote an Land gezogen. Beispielsweise das Fahrzeug von WSV-Vizepräsident Lutz Grohmann. "Mein Boot überwintert auf dem eigenen Grundstück in Klitten", kündigte der Segler an. Damit es im Frühjahr wieder unversehrt in den See eingeslippt werden könne. "Dann hoffentlich bei besseren Windverhältnissen", so Grohmann.