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Denkmal
Rakotz-Sanierung ist bundesligareif

Sie gehört mittlerweile zum Rakotz wie die Brücke – die getigerte Katze begrüßt an diesem Wintermorgen an Kromlaus Wahrzeichen die Reporterin und setzt sich für das Bild in Pose.
Sie gehört mittlerweile zum Rakotz wie die Brücke – die getigerte Katze begrüßt an diesem Wintermorgen an Kromlaus Wahrzeichen die Reporterin und setzt sich für das Bild in Pose. FOTO: Regina Weiß
Gablenz/Kromlau. Die Gemeinde Gablenz muss viel Geld ausgeben, bevor überhaupt ein Stein bei der Sanierung im Kromlauer Park bewegt wird. Von Regina Weiß

Zum Zauberlehrling hat die Rakotzbrücke seit den Dreharbeiten zum gleichnamigen Märchenfilm eine besondere Verbindung. Doch zaubern kann trotzdem keiner, wenn es um die Sanierung des Baudenkmals geht. Dabei würden sich das die Verantwortungsträger zu diesem Zeitpunkt mehr denn je wünschen.

Denn es zeichnet sich eins immer mehr ab, die Umsetzung der beiden Förderprojekte Sanierung Rakotz-Ensemble sowie „Verbesserung  städtischen Grüns – Zukunft Stadtgrün“ Kromlauer Park erreichen ein anderes Level als bisher bei den kommunalen Projekten üblich war. Man kann es auch so sagen: die zu stemmenden Vorhaben haben ein hohes Bundesliga-Niveau.

Und weil es so ist, fordert am Montagabend Gemeinderat Uwe Horbschak eins vehement ein: Transparenz bei den Entscheidungen. „Es geht um viel Geld, es geht um Steuermittel“, so Horbaschk. Er als Gemeinderat müsse wissen, was genau mit diesem Geld geschieht, um guten Gewissens entscheiden zu können. „Und ich kann nicht erkennen, was die damit machen“, so Horbaschk.

Mit die sind sowohl das Ingenieurbüro Huback als auch die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK), beide aus Leipzig, gemeint. In vier Beschlüssen geht es im erstgenannten Fall um Leistungen der Projektvorbereitung zum Vorhaben Sanierung Rakotz-Ensemble und in den anderen Fällen um Betreuungsleistungen als Sanierungsberater bei den Fördermaßnahmen Rakotz und Stadtgrün. Über 64 702,71 Euro müssen die Gemeinderäte insgesamt entscheiden. Sehr viel Geld, wie mehrfach am Montagabend betont wird. Die Beschlüsse  fallen am Ende dennoch einstimmig.

Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) erklärt, dass es mehrere Vor-Ort-Begehungen und auch Sitzungen zu dem Thema gegeben hat, in deren Ergebnis man sich nun für die Vorgehensweise entschieden habe. Es gehe in keinem Fall darum, Geld zu verschleudern. Viel mehr sei das jetzt alles notwendig, um sozusagen das Ganze ins Rollen zu bringen. „Wir brauchen Fleisch“, sagt Noack und meint damit, das erste Schritte gegangen werden müssen. Untersuchungen und erste Planungen sind nötig, um überhaupt eine europaweite Ausschreibung vorzubereiten. „Ich wollte es auch nicht so, aber es ist jetzt so“,erklärt Noack. Auf die Tube drücken zu wollen, bringe nichts. Das Vorhaben gehe nicht zu beschleunigen. So wird es auch immer unwahrscheinlicher, dass sich 2018 überhaupt noch ein Stein am See bewegen wird.

Vielmehr gehe es um ein solides Fundament. Dazu gehöre auch, „dass wir uns an jede Menge Papierkram gewöhnen müssen“ und dass man Fachleute und Partner an der Seite habe, die das Vorhaben begleiten.

Neben der DSK sind das die Sächsische Aufbaubank (SAB) und der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). „Es ist ein riesengroßes Teil. Alle Abrechnungen gehen über die Gemeinde“, so Noack weiter. Da sei es wichtig, wenn es Kontrolle und Hilfe gebe. Schließlich gehe es am Ende um Millionen und mögliche Haftungsfragen im Fall der Fälle. Das ist die eine Seite. Die andere: „Wir müssen es machen lassen, wir sind dazu selber nicht in der Lage“, so Noack mit Blick auf die Arbeiten, die nun anstehen.

Gemeinderat Frank Hoffmann zeigt Verständnis „in den Zeiten, wo es nicht mehr Baufachleute, sondern Juristen für die Ausschreibungen braucht“. Dennoch will auch er wissen, wie die jetzt zu tätigenden Ausgaben gedeckt werden können. „Wir haben einen förderunschädlichen Maßnahmebeginn erhalten“, informiert der Bürgermeister.

Dazu gehören eben jene vorbereitenden Schritte und die erste Planungsphase, die ausgelöst werden müssen. Bei den Finanzen ist es so, dass die Kommune für das Rakotz-Ensemble 2,7 Millionen Euro als eine 100-Prozent-Förderung bekommt. „Das müssen wir als Gemeinde vorfinanzieren“, erklärt der Bürgermeister. Deshalb werde man notfalls auf den Kassenkredit zurückgreifen.

Beim Projekt Stadtgrün geht es um 840 000 Euro, wobei die Kommune ein Drittel der Summe selbst beisteuern muss. Laut Bürgermeister sei man dran, dass „man so wenig wie möglich aus der eigenen Kasse bezahlen muss“.

Geht es nach Uwe Horbaschk, dann sollten sich die Büros einmal vorstellen, um über ihre Arbeit zu berichten.