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| 17:28 Uhr

Kromlauer Park
Rakotz-Projekt bleibt eine Herausforderung

Die Sanierung für die Rakotzbrücke im Kromlauer Park rückt näher.
Die Sanierung für die Rakotzbrücke im Kromlauer Park rückt näher. FOTO: Regina Weiß / LR
Gablenz/Kromlau. Die Gemeinde Gablenz ist mit ihrem zweiten Förderantrag erfolgreich. Nun muss 2018 viel Geld verbaut werden. Von Regina Weiß

Ein Zauberlehrling würde Gablenz jetzt gut helfen können. Hokuspokus Fidibus hieß es dann und es gäbe einen fertigen Plan eines Architekten für die Sanierung des Rakotz-Ensembles, bei dem jedes Wenn und Aber abgewogen ist. Die Baufirmen würden Schlange stehen, um bei dieser Denkmalrettung mitwirken zu können, und auch die neuesten Fördergelder wären in ein fertiges Konzept gegossen.

Nun gibt es zwar den „Zauberlehrling“ als Märchenfilm an Heiligabend im ZDF, doch der sorgt „höchstens“ für einen höheren Bekanntheitsgrad der Rakotzbrücke. Alles andere müssen Bürgermeister und Gemeinderat allein anschieben.

In der Gemeinderatssitzung am Montagabend wird eins sehr deutlich: Die Reihe der Herausforderungen rund um den Kromlauer Park reißt nicht ab. Im Gegenteil, sie wird noch einen Zacken größer. Und das wegen Zweierlei.

Die Sitzung ist schon fast vorbei, da verkündet Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) eine gute Nachricht. Es gibt wie erhofft die Unterstützung aus dem Bund-Länder-Programm „Verbesserung städtischen Grüns – Zukunft Stadtgrün“ (ZSP) für den Kromlauer Park. Zwar hatte die Kommune einen Antrag im Kostenumfang von rund 1,1 Millionen Euro gestellt, doch im Bescheid stehen nun „nur“ 840 000 Euro. Jeweils 280 000 Euro steuern der Bund, das Land und die Kommune als Eigenmittel bei. Dieses Geld soll, wie es der Name schon verrät, dem Parkareal zugute kommen. Sprich, es geht um Nachpflanzungen und den Wegebau. Doch mit dem Geld sollen auch Investitionen umgesetzt werden, die wichtig für den Tourismus in Kromlau sind. So geht es um den Neubau eines Infopunktes, den Umbau des Kavalierhauses für Ferienwohnungen oder die Schaffung von Toiletten. Die Hürde, die die Gemeinde nun meistern muss: Das Geld – besagte 840 000 Euro – muss 2018 verbaut sein. „Wir werden aus allen Backen platzen“, formuliert es Dietmar Noack etwas hemdsärmelig. Neben der Freude darüber, dass der Antrag ebenfalls erfolgreich war, wird der Berg an Arbeit nicht weniger. Insgesamt muss Gablenz nun Ausgaben von über drei Millionen Euro (!) für den Kromlauer Park managen. Neben dem Stadtgrün sind es die 2,7 Millionen Euro Fördermittel für das Rakotz-Ensemble. „Und das im Ehrenamt“, unterstreicht Noack.

Diese Millionen müssen nun in geordnete Bahnen gelenkt werden. Dabei gibt es wichtige Spielregeln. So wird immer klarer, dass für die Sanierung des Rakotz-Ensembles eine europaweite Ausschreibung ansteht. Diese Information von der Sächsischen Aufbaubank gibt Noack an die Räte weiter. Damit tut sich nun Problemlage zwei auf. Noack befürchtet schon jetzt Verzögerungen.Vor knapp vier Wochen war der Gemeindeechef von einem Baubeginn im Mai 2018 und einer Bauzeit von zwei Jahren ausgegangen. Noack schlägt vor, dass er alle Entscheidungsträger zeitnah einladen will. Dabei soll die Rakotzbrücke sozusagen für sich selbst sprechen. „Alle sollen sich über ihren Zustand vor Ort informieren“, so Noacks Idee. So will er dafür sorgen, dass auch Bearbeiter im „fernen“ Dresden einen gleichen Sachstand haben und von der Dringlichkeit des Projektes überzeugt sind. Schließlich drücke man nicht von ungefähr auf die Tube. Der Zahn der Zeit nagt weiter an der Brücke.

Einen guten Fürsprecher hat die Gemeinde in Udo Frenschkowski, Gebietsreferent für Ostsachsen im Landesamt für Denkmalschutz, sowie seinen Gutachtern. Diese Einschätzung spreche Bände. „Wir wollen keine Fehler machen“, sagt Noack aber auch klipp und klar. Soll heißen, es geht bei den vielen Fördermitteln darum, dass die Kommune genau aufpassen muss. Es geht aber auch um die richtigen Fachleute, die das Projekt begleiten. Mittlerweile wird dabei eins klar: Diese für die ambitionierte Brückensanierung zu finden, wird schwer genug werden, deutet Noack am Montag gegenüber der RUNDSCHAU  nur an.