| 18:21 Uhr

Renaturierung
Raklitza erhält kein neues Bett

Die Raklitza im Bereich Heidehäuserweg.
Die Raklitza im Bereich Heidehäuserweg. FOTO: Joachim Rehle
Rietschen. Gemeinderat kann von Projekt nicht überzeugt werden und stimmt gegen Renaturierung.

„Es hätte eine Chance sein können“, sagt Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer mit Blick auf das Vorhaben Raklitza-Renaturierung. „Wahrscheinlich war das Projekt aber nicht so richtig greifbar“, erklärt sich Brehmer das, was jüngst im Rat passiert ist. Dort hatte er sich als Gemeindechef der Mehrheit des Rates angeschlossen und der lehnte das Vorhaben ab.

Dabei hatten die Räte schon einmal Ja gesagt. Das war 2014 gewesen. Allerdings war damals die Maßgabe gewesen, dass die Gemeinde nicht mit Kosten belastet wird.

Und das war nun nicht mehr gegeben. Zwar hätte Rietschen mit einem sehr hohen Fördersatz von 90 Pozent durch EU-Mittel rechnen können. Doch bei einem drei Millionen Euro teuren Projekt wären trotzdem rund 300 000 Euro bei der Kommune „hängen“ geblieben. „Ich kann keinem Rietschener wirklich erklären, dass wir hier einen neuen Fluss bauen. Ich bin dagegen“, so Ingo Schuster. Finanzielle Gründe waren für Torsten Lorenscheit ausschlaggebend: „Wir blockieren uns Geld für die Zukunft.“ Da könne auch die Förderung kein Handlungsmotiv sein.

Der Plan des Landkreises war es nach Vorlage einer Machbarkeitsstudie gewesen, ab 2021 das Flüsschen in mehreren Abschnitten zwischen Niederspree und Rietschen zu ertüchtigen oder in ein neues Bett umzuverlegen. Damit sollte künftig auch ein besserer Wasserabfluss bei Hochwasser gewährleistet werden.