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| 21:38 Uhr

Stadtumbau in Weißwasser
Ein Wohnquartier wird aufgemöbelt

 Das Quartier Boulevard-Schweigstraße-Karl-Liebknecht-Straße aus der Vogelperspektive. Ab Mai werden die zwei unsanierten Blöcke an der Hegelpromenade saniert. Zuvor aber werden die oberen beiden Etagen abgetragen.
Das Quartier Boulevard-Schweigstraße-Karl-Liebknecht-Straße aus der Vogelperspektive. Ab Mai werden die zwei unsanierten Blöcke an der Hegelpromenade saniert. Zuvor aber werden die oberen beiden Etagen abgetragen. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Die Wohnungsbau- genossenschaft Weißwasser investiert in diesem Jahr mehr als 6,5 Millionen Euro. Ab Mai wird der Wohnblock an der Hegelpromenade abgestuft. Von Christian Köhler

Zwei große Kräne haben an der Karl-Liebknecht-Straße in Weißwasser Millimeterarbeit geleistet. „Wir haben in den Aufgängen 5 bis 9 die Gerüste für die neuen Aufzüge eingefädelt“, berichtet Dietmar Lange, technischer Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser (WGW). Durch kleine Dachlucken sind lange Stahlträger eingelassen worden, die inzwischen im Treppenhaus montiert sind und in den kommenden Jahren die Fahrstühle tragen sollen. Insgesamt elf Lifte werden in diesem Jahr in dem Karree Schweig- und Karl-Liebknecht-Straße eingebaut. Die Aufzüge in der Schweigstraße39 bis 44 sollen bis November nachgerüstet werden.

Dahinter steckt ein Konzept der Genossenschaft, was im vergangenen Jahr eingetüt wurde. Bis 2026 sind darin Investitionen festgschrieben, die die WGW angehen will, um ihren Bestand an die demografische Entwicklung anzupassen. Allein 2019 – im 65. Geburtstagsjahr des Wohnungsunternehmens – sollen 6,5 Millionen Euro investiert werden. „Damit wollen wir die Mitte der Stadt weiter stärken und sehen von großflächigen Rückbau ab“, erklärt Dietmar Lange. Im Fokus steht 2019 vor allem das Quartier zwischen Boulevard, Schweig- und Karl-Liebknecht-Straße in Weißwasser.

Bereits im vergangenen Jahr konnte eine Komplexsanierung eines Sechsgeschossers in der Karl-Liebknecht-Straße 20 bis 22 abgeschlossen werden. 760 000 Euro hatte sich die Genossenschaft sich das kosten lassen. Nun geht es im Mai an die Hegelpromenade weiter. „Wir ermitteln bis Februar die genauen Kosten und informieren die Mieter“, berichtet Dietmar Lange. Vorgsehen ist, dass die zwei Fünfgeschosser mit den Aufgängen 13a bis 15c auf drei Etagen abgestuft werden. Anschließend soll ein neues Dach, neue Balkone, Fenster und Eingangstüren eingebaut werden. „Allein diese Maßnahme kostet etwa 1,7 Millionen Euro“, erklärt der Vorstand. Bis Dezember soll der Rückbau der 28 Wohnungen sowie der Umbau der 42 Wohnungen abgeschlossen sein. Auch der Innenhof wird in diesem Zuge ab November für 150 000 Euro umgestaltet, erhält einen größeren Spielplatz, weitere Parkplätze und eine Feuerwehrzufahrt.

Die beiden bis dato unsanierten Blöcke am „Krankenhausberg“ an der Karl-Liebknecht-Straße sollen, wie Dietmar Lange erläutert, ab 2021 saniert werden. „Wir sind derzeit in den Vorbereitungen“, erläutert er, „es steht noch nicht fest, ob dort ebenfalls eine Abstufung erfolgt oder einzelne Aufgänge zurückgebaut werden.“ Damit soll dann das gesamt Wohnquartier eine Attraktivtätssteigerung erhalten.

Einziger Haken: Für die Mieter wird das Wohnen etwas teurer – allerdings auch komfortabler. „Durch eine Gesetzesänderung sind zudem nun die Sanierungskosten nicht mehr zu elf, sondern zu acht Prozent auf die Mieter umzulegen“, rechnet der Vorstand vor. In der Folge wird damit auch das Investitionsvolumen für die WGW begrenzt, denn die Mehrkosten müsste die Genossenschaft selbst tragen. Um sich wirtschaftlich auf dieses Situation einzustellen und kommende Bestandsanierungen vornehmen zu können, haben ein Teil der Mieter bereits Mieterhöhungen 2018 erhalten. „Das ist einfach für die Neuaufstellung des Unternehmens wichtig“, begründet Lange. Immerhin hatte es zuvor über Jahre keine Erhöhung gegeben.

Auch in Schleife und Krauschwitz hat die WGW Gebäude, die 2019 angefasst werden sollen. „In der Glückauf-Siedlung 6 bis 9 in Schleife werden wir das Gebäude trockenlegen, das Dach und die Fassade erneuern“, verrät Dietmar Lange. In der Marienstraße 27 und 29 in Krauschwitz ist vorgesehen, die Fassade zu erneuern. In der Muskauer Straße 52 soll die Einfahrt neugeflastert werden. In Weißwasser Heinrich-Hertz-Straße 2 bis 7 wird das Dach erneuert. Schon 2018 haben die Aufgänge 12 bis 16 und in der Straße der Kraftwerker 1 bis 4 neue Dächer erhalten.

Seit Anfang des Jahres hat die Genossenschaft zudem eine Wechsel im Vorstand vollzogen. „Ines Gundel ist planmäßig zum Jahresende aus dem Vorstand ausgeschieden“, berichtet Dietmar Lange. Der Aufsichtsrat hat nun Annegret Besser als Nachfolgerin bestellt. Die 50-Jährige übernimmt den kaufmännischen Part im Vorstand, ist bereits seit 2000 bei der WGW tätig. „Wir haben viel Arbeit vor uns und es wird sicher nicht langweilig“, blickt sie schon einmal voraus.

 Bei aufkommenden Wind ist das Manöwer für den Kranführer schwierig.
Bei aufkommenden Wind ist das Manöwer für den Kranführer schwierig. FOTO: Joachim Rehle