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| 17:26 Uhr

Welterbe
Punktsieg für das Kavalierhaus

Blick aufs Kavalierhaus im Muskauer Park - das künftige Besucherzentrum für den Faltenbogen.
Blick aufs Kavalierhaus im Muskauer Park - das künftige Besucherzentrum für den Faltenbogen. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Architekturwettbewerb soll für künftiges Besucherzentrum in Bad Muskau ausgelobt werden.

Mariusz Czuba, Vizedirektor des Nationalen Instituts für das kulturelle Erbe der Republik Polen, bringt es Freitagnachmittag auf den Punkt: „Auch für Objekte, die längere Zeit leer gestanden haben, tun sich zu einem bestimmten Zeitpunkt Ideen auf, die eine große Perspektive haben.“

Die Rede ist dabei unter anderem vom Kavalierhaus (ehemaliges Moorbad), das nur einen Steinwurf vom Neuen Schloss entfernt ist und seit gut neun Jahren leer steht. Es wartet seitdem auf eine dauerhafte Nutzung.

Diese rückt nun in greifbare Nähe. Die Idee für ein Besucherzentrum für den Unesco Geopark Muskauer Faltenbogen soll dort umgesetzt werden. Die gute Nachricht kann Dirk Diedrichs verkünden. Der Amtsleiter im Sächsischen Finanzministerium ist der neue Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau. Es ist seine Premiere und es mache ihm Freude, die Dinge weiterzuführen, sagt er beim anschließenden Pressegespräch. Denn die Idee vom Besucherzentrum wird schon eine Weile verfolgt. Im Sommer 2017 hieß es dazu, dass das alles unter dem Blickwinkel einer Machbarkeitsstudie noch einmal genauer betrachtet werden sollte. Das hat der Staatsbetrieb Immobilien- und Bauaufgaben (SIB) getan. Neben dem Kavalierhaus wurden das Dominium (im Ortsbereich Berg gelegen) und die Brauerei nach wirtschaftlichen und qualitativen Aspekten begutachtet. Das Ergebnis wurde nun am Freitag vorgestellt. „Es zeigt sich eine deutliche Präferenz für das Kavalierhaus“, so Diedrichs. Oder anders ausgedrückt: Der Sieg nach Punkten ist eindeutig. Hinzu kommt eine Unterstützung auf breiter Front. Das Landesamt für Denkmalpflege, Brian Dix, Vorsitzender des Internationalen Fachbeirats der Pückler-Parks, und die Unesco-Berater von Icomos haben sich für das Projekt ausgesprochen. Das ist Diedrichs wichtig. Denn es wäre kontraproduktiv würde man etwas anstreben, was vielleicht das Welterbe gefährden würde.

Nach dem Startschuss kann es nun an die nächsten Schritte gehen. Denn für ein attraktives Zentrum mit ansprechender Wissensvermittlung auf hohem Niveau braucht es mehr Platz als das Kavalierhaus jetzt bietet. So soll ein Architekturwettbewerb für das Vorhaben ausgelobt werden. Auch dafür wird sich die SIB den Hut aufsetzen. Bei der nächsten Stiftungsratssitzung voraussichtlich im November könnte dann über den Auslobungsvorschlag gesprochen werden. Bis dahin geht es auch darum, die Finanzierung abzusichern. „Ein gewisser Geldbetrag ist ja dafür nötig“, umschreibt es Dirk Diedrichs ganz geschickt. Auch auf Nachfrage will er sich nicht zu einer konkreten Summe äußern.

Apropos Summe. Im Stiftungsrat ist es am Freitag auch um die mittelfristige Finanzplanung für die Stiftung gegangen. Eine wichtige Geschichte, wird doch an der Aufstellung des nächsten Haushaltes im Freistaat gearbeitet.

Dirk Diedrichs ist der neue Vorsitzende des Stiftungsrates.
Dirk Diedrichs ist der neue Vorsitzende des Stiftungsrates. FOTO: Regina Weiß