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Wölfe in Sachsen
Pumpak bleibt spurlos verschwunden

Im Kontaktbüro Wölfe in Sachsen hat es einen personellen Wechsel gegeben. Philipp Kob und Sophia Liehn kamen für Vanessa Ludwig, die in Elternzeit ist, und Helene Möslinger, die zu Lupus wechselte. Der 28-jährige Philipp Kob ist Forstwissenschaftler  und stammt aus Nieder Seifersdorf. Sophia Liehn war bereits als Referentin im Kontaktbüro tätig. Die 29-jährige Rosenthalerin ist Ökologin.
Im Kontaktbüro Wölfe in Sachsen hat es einen personellen Wechsel gegeben. Philipp Kob und Sophia Liehn kamen für Vanessa Ludwig, die in Elternzeit ist, und Helene Möslinger, die zu Lupus wechselte. Der 28-jährige Philipp Kob ist Forstwissenschaftler und stammt aus Nieder Seifersdorf. Sophia Liehn war bereits als Referentin im Kontaktbüro tätig. Die 29-jährige Rosenthalerin ist Ökologin. FOTO: Regina Weiß
Rietschen. Informationen zum Wolf sind weiter gefragt. Kontaktbüro verteilt Handzettel in Krauschwitz, Weißkeißel und Gablenz. Von Regina Weiß

Handzettel mit Informationen zum auffälligen Wolf haben die Mitarbeiter des Kontaktbüros Wölfe in Sachsen dieser Tage in Krauschwitz, Weißkeißel und Gablenz zum Beispiel beim Bäcker, beim Discounter, beim Fleischer und in den Gemeindeämtern hinterlegt. Klar, dass sie dabei auch mit Bürgern ins Gespräch gekommen sind. Die Atmosphäre sei überwiegend freundlich und offen gewesen, schildert Jana Endel vom Kontaktbüro der RUNDSCHAU. Kaum eine Spur von Feindseligkeit oder Hysterie, wie sie in den sozialen Netzwerken rund um die jüngsten Wolfsgeschehnisse teilweise bereits zu verzeichnen gewesen sind.

Die Verteilung der Handzettel soll ausgeweitet werden. Geplant ist, dass jeder Haushalt in Krauschwitz und Weißkeißel die Infos in kompakter Form in seinem Briefkasten findet. Vor allem geht es dem Kontaktbüro darum, dass zeitnah die Sichtungen des kranken Tieres – am Sonntag war es beispielsweise auch im Gablenzer Weg gesehen worden, wie Fotos zeigen – an die richtige Adresse gelangen. Und das ist in dem Fall das Landratsamt Görlitz, in dessen Auftrag die Entnahme des Wolfes erfolgen soll. „Sobald dies erfolgt ist, gibt es eine Information an die Öffentlichkeit“, erklärt Jana Endel. Genauso, wenn es weitere verwertbare Informationen über das Tier geben sollte. Noch steht nicht fest, aus welchem Rudel es stammt. Das vorhandene Probenmaterial werde noch untersucht.

Der auffällige Wolf von Krauschwitz und Weißkeißel, der erstmals in Sachsen Hunde auf bewohnten Grundstücken angegriffen hat, gehört zu den besonderen Ereignissen, mit denen sich die Mitarbeiter des Wolfsbüros im Jahr 2017 beschäftigt haben. Am Jahresanfang  2017 hatte Pumpak – übersetzt: der Fette  – deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Auch er sollte erschossen werden. Doch Pumpak ist und bleibt verschwunden. „Wir haben nie wieder etwas von ihm gehört, keine Hinweise bekommen“, berichtet Jana Endel. Der Wolf hatte an Komposthaufen zum Beispiel in Teicha nach Nahrung gesucht.

Fall Numero zwei hat sich im Milkeler Wolfsrudel abgespielt. Welpen waren hier zu sehr an Menschen und ihren Aktivitäten interessiert, was immer dafür auch der Auslöser gewesen sein mag. In Abstimmung mit dem Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft hat die Landesdirektion Sachsen der Vergrämung der Jungtiere zugestimmt. Im Herbst hat es eines der Jungtiere im wahrsten Wortsinn getroffen. Es bekam ein Gummigeschoss ab und ergriff unverzüglich die Flucht. Laut Jana Endel wurde zum Jahreswechsel wiederholt ein Wolf tagsüber in der Ortslage Lippen (Gemeinde Lohsa) gesichtet, was eine Beobachtung der Sitauation sowie weitere Maßnahmen erforderlich macht.

Die Maßnahmen, die in allen drei Fällen ergriffen wurden, sind im Managementplan zum Wolf niedergeschrieben. „Die Sicherheit der Bevölkerung steht an erster Stelle“, unterstreicht Jana Endel. Seit 2004 gehört sie zum Team des Kontaktbüros. Auch aus ihren Erfahrungen kann sie erklären, dass es keine Tendenz gibt, dass sich die Wölfe immer mehr den Menschen nähern würden. Sollte so etwas passieren, werde es frühzeitig unterbunden oder es werde wie im Fall Pumpak oder der Hunderisse zur Gefahrenabwehr gehandelt.

Informationen zum Wolf sind auch im Jahr 14 des Bestehens des Kontaktbüros gefragt. 241 Vorträge wurden beispielsweise gehalten. 64  davon waren mit einer Exkursion verknüpft. Mit Infoständen war man beim Tag der Sachsen in Löbau oder der Langen Nacht der Wissenschaft in Pillnitz vertreten. Außerdem wurden Mitarbeiter aus allen Landkreisverwaltungen zum Wolf geschult. Über Presseinfos und Informationsbriefe wurden Infos zum Wolf verteilt.

Im vergangenen Jahr konnten 61  Übergriffe dem Wolf zugeordnet werden. Dabei wurden laut Kontaktbüro über 200 Tiere geschädigt. Vor allem rund um Rosenthal sorgte das gleichnamige Rudel dafür, dass selbst Schafe hinter Elektro- und Flatterzaun nicht sicher waren. Bekanntlich war auch dort eine  Abschussgenehmigung erteilt worden. Doch der Widerstand der Grünen Liga führte dazu, dass das Verfahren ausgesetzt wurde.