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Pücklers Parks als Theaterszene

Zahlreiche Parkfotos hat Ralf Buttker zu Kalenderbildern gemacht.
Zahlreiche Parkfotos hat Ralf Buttker zu Kalenderbildern gemacht. FOTO: Elsner
Cottbus/Niesky. Der Cottbuser Maler und Lehrer Ralf Buttker hat in der Lausitz Spuren hinterlassen. Einen Überblick über sein Schaffen gibt die Ausstellung "Ansichten", die am 8. Oktober im sächsischen Niesky eröffnet wird. Gezeigt werden knapp Hundert Werke der Malerei, Grafik und Fotografie. Einen Schwerpunkt bilden einfühlsame Bilder der Pückler-Parks in Bad Muskau und Branitz. Ulrike Elsner

In den vergangenen Monaten war es etwas ruhiger geworden um den experimentierfreudigen Künstler. Womit beschäftigt sich Ralf Buttker, mag sich mancher gefragt haben. Jetzt bekommt er die Antwort. Nämlich mit Fotokunst zum Beispiel. "Ich habe für mich die Fotografie professionalisiert", berichtet Buttker und verweist auf neue ungewöhnliche Parkansichten. Einfühlsame Bilder, die den Morgennebel zwischen den Baumriesen oder die Spiegelungen im See festhalten, zeigen: Hier war einer unterwegs, der die Parks - Bad Muskau und Branitz - aus dem Effeff kennt. Und tatsächlich sind die Bilder unter dem Titel "Die Pückler-Parks im Wandel der Jahreszeiten" Ergebnis einer Langzeitbeobachtung seit dem Jahr 1986.

Doch Buttkers Parkstudien reichen noch viel weiter zurück. In Döbern geboren und in Weißwasser zur Schule gegangen, sei er schon als Zwölfjähriger verbotenerweise in der Muskauer Schlossruine herumgeklettert, gibt der 55-Jährige zu. Jetzt hat sich der Kreis geschlossen, der in Cottbus-Willmersdorf lebende Künstler ist wieder häufiger im Sächsischen anzutreffen. Und das nicht nur, wenn er sich auf Fotopirsch begibt. Ralf Buttker ist auch begeisterter Sänger im Volkschor Bad Muskau.

Und weil sie eine gute Gemeinschaft pflegen, haben ältere Sängerkollegen in ihren Fotoalben geblättert und historische Aufnahmen zutage gefördert, denen Buttker mit besonderer Vorliebe heutige Sichten gegenüberstellt.

Dem 55-Jährigen zeigt sich der Park dabei immer wieder auf neue Weise. "Das ist wie eine Theateraufführung", bekennt der Fotograf. Allerdings verlangt das, früh aufzustehen und selbst klirrende Kälte wegzustecken. Zudem ist Geduld gefragt, um in dem Moment auf den Auslöser zu drücken, wenn sich die Lichtspiele an der Schlangenseebrücke gerade in vollendeter Schönheit entfalten.

Mehr als 26 Jahre lang hat der Künstler das Werden und Vergehen der Natur in den beiden Parks verfolgt. Er selbst möchte, dass die Ausstellung den Betrachter anregt, die Natur und die von ihr ausgelösten Stimmungen noch bewusster wahrzunehmen. "Jeder eingefangene Augenblick ist ein Stimmungsabbild der momentanen Theaterszene, die sich im Gewand der Natur abspielt", stellt Ralf Buttker fest. "Die Regie übernehmen die Jahreszeiten, der Mensch ist der ewig wandelnde Beobachter zwischen den Darstellern, der hört, wie das Gras mit dem Regen spricht und sieht, wie sich die Bäume im Takt des Windes bewegen."

Neben den Park-Fotografien zeigt die Ausstellung Exponate aus dem 37-jährigen Schaffen des Künstlers auf den verschiedensten Gebieten. So reflektiert Buttker in Selbstporträts und Auseinandersetzungen mit der Zeit sich selbst. Außerdem zeigt er Experimentelles, Abstraktes und Impressionistisches. Holzdesign komplettiert schließlich die Ausstellung.

"Ansichten", Personalausstellung des Cottbuser Künstlers Ralf Buttker im Landratsamt Görlitz, Außenstelle Niesky, Robert-Koch-Straße 1; vom 8. Oktober bis 28. Februar; Ausstellungseröffnung am Dienstag, 8. Oktober, um 18 Uhr.