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| 17:03 Uhr

Muskauer Park
Pücklers Park geht nach Amerika

Die Studenten aus der Uni in Charlottesville demonstrieren für die Presse, wie sie in den vergangenen Tagen im Muskauer Park auf Erkundungstour gegangen sind – mit Handy am Rad und Kamera auf dem Kopf.
Die Studenten aus der Uni in Charlottesville demonstrieren für die Presse, wie sie in den vergangenen Tagen im Muskauer Park auf Erkundungstour gegangen sind – mit Handy am Rad und Kamera auf dem Kopf. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Studenten aus Charlottesville nehmen den Park mit allen Sinnen wahr und auf Video auf. Von Regina Weiß

Mit dem Fahrrad geht es die Schlossrampe rauf und runter. Vorher haben Gaëlle Gourmelon, Kayle J. Gename und Zhenfang Chen ihre Handys am Rad installiert und eine Minikamera auf den Kopf gesetzt. Für Medienvertreter demonstrieren sie, was sie die vergangenen Tage im Muskauer Park gemacht haben: Sie sind Rad gefahren und haben den Park aufgenommen. Das ist Teil eines Projektes vom Institut für Landschaftsarchitektur der University of Virginia in Charlottesville (USA). Den Kontakt hat Professor Michael Lee hergestellt. Bereits 2006 weilte er in Bad Muskau. Damals fand die Tagung „Pückler und Amerika“ statt.

Nun kommt Pückler nach Amerika in Form seines Parkes. Das, was die zwölf Studenten und ihre Dozenten in Bad Muskau aufnehmen – sowohl digital als auch in Form von Skizzen, Tonaufnahmen und mental – fließt in eine digitale Wissensplattform, von der die künftige Lehre der Landschaftsarchitektur profitieren soll. Dabei soll das Thema ganz komplex betrachtet werden. Schließlich unterliege die Raumplanung vielfältigen Einflüssen, die von der eigenen Identität bis hin zur Kultur reichen, erläutert Lees Kollegin Professorin Elisabeth Meyer. Dass die Reise über den großen Teich möglich wurde, haben drei Stiftungen unterstützt.

Ein weiterer Teil dieses Pilotprojektes ist der Central Park in New York. Der Amerikaner Frederick Law Olmsted, der mit Calvert Vaux ab 1859 den Central Park als Volkspark in New York anlegte, ließ sich von Pücklers Schaffen inspirieren. Michael Lee erinnert daran, dass amerikanische Gärtner nach Muskau reisten, um sich hier alles anzusehen.

Elizabeth Barlow Rogers, die dem Central Park wieder zu neuer Blüte verhalf, hat schon seit Längerem Kontakte nach Bad Muskau. Klar, dass sie auch bei dem neuen Projekt die Fäden mit knüpfte.

Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, freut sich über das Interesse aus Amerika. „So wie der Park in der Region verankert sein muss, muss er auch in der internationalen Welt der Landschaftsarchitekten verankert sein“, lobt er. Dazu trägt dieses Projekt bei – genau wie vor acht Jahren, als die renommierte Morgan Library den Muskauer Park zeigte.

 Für die Studenten, die ihre Wurzeln neben den USA auch in Frankreich und China haben, eröffnet das Projekt ganz neue Sichtweisen. Sich vor Ort umzuschauen, sei etwas andeers als Google Earth, sagt Kayle J. Gename. Und Gaëlle Gourmelon, deren Fachbereich die Biologie ist, begeistert die Anlage und ihre Größe. Früh und abends waren die Studenten dort unterwegs, um so Vergleiche ziehen zu können. Vergleiche können sie noch viele ziehen, denn zu ihrem 14-tägigen Aufenthalt gehören Stippvisiten im Wörlitzer Park, den Anlagen Sanssouci und Babelsberg in Potsdam und im Park am Gleisdreieck in Berlin.

Aus Anlass des Tags der Deutschen Einheit präsentiert sich Sachsen am 4. und 5. Oktober in der deutschen Botschaft in London. Dann soll auch der Muskauer Park dabei eine wichtige Rolle spielen.