Weil er seinen 69-jährigen Nachbarn Anfang Februar 2019 mit 19 Messerstichen getötet hat, wurde der in Weißwasser wohnhafte G. vorvergangene Woche vom Görlitzer Landgerichtes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Dagegen hat der 28-Jährige jetzt Revision eingelegt. Das bestätigte sein Anwalt Kai Rosenstengel gegenüber der RUNDSCHAU: „Die Überprüfung des Urteils ist sein gutes Recht. Außerdem gilt in dem Fall das Verschlechterungsverbot, er hat also nichts zu verlieren.“ Nur wenn die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt hätte, könnte das folgende Urteil noch härter ausfallen. Die Entscheidung des Landgerichts Görlitz wird jetzt formell überprüft durch den Bundesgerichtshof.

G. hatte im Prozess den Mord gestanden. Der 28-Jährige will nicht mit Absicht getötet haben. Zum Ende der Verhandlung sagt er: „Ich kann mit der Schuld kaum leben. Es tut mir alles so leid.“ Die Ermittlungen des zuständigen Kriminologen sowie das psychiatrische Gutachten legen allerdings eine andere Version des Mordes nahe. Das ist auch der Grund, warum Staatsanwalt und Verteidigung auf Mord aus Habgier plädierten. Dem folgte das Gericht: G. wurde zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Wegen Habgier, einer besonderen Heimtücke und seines Geltungsdrangs, wie der Vorsitzende Richter der Strafkammer Theo Dahm erklärte. Erst nach 15 Jahren wird geprüft, ob eine Bewährung zulässig ist.