Von Regina Weiß

Der Muskauer Park ist ein Dorado für Fans der Landschaftskunst, der Erholung, der Bewegung, Geschichts- und Kunstinteressierte. Darüber sind schon viele Geschichten verfasst worden. Doch das der Park auch gegessen werden kann, ist wahrscheinlich noch nicht in aller Munde. Das haben die Mädchen und Jungen aus Bad Muskau und Leknica (Lugknitz) ausprobiert. Die Projektwoche „die wilden Kräuter“ ist ein Teil der „grenzüberschreitenden Meisterliga – eine deutsch-polnische Begegnung“. Dabei sind Kita Bergpiraten, Hort und Grundschule Fürst-Pückler sowie die Kita und Schule in Leknica involviert. Vier Projektschwerpunkte gibt es: Sprachen, Sport, Ökologie und Kunst. Die beiden Letztgenannten haben in dieser Woche die Hauptrolle gespielt, nicht zu vergessen, der Muskauer Park.

Wie Hortleiterin Elke Klein berichten kann, waren die Mädchen und Jungen jeden Tag draußen. Unterstützt wurden sie bei ihren Exkursionen von Kräuterpädagogin Andrea Platzk. Die nicht gemähten Wiesen des Welterbes entpuppten sich als wahre Fundgrube. Immer in Zweiergruppen erkundeten die Teilnehmer ihr Wiesenfenster. Mittels Bestimmungsbuch und der Hilfe der Pädagogen wurde festgestellt, was ist essbar und was nicht. Mit dem Blumenbrot wurde gleich mal die Probe aufs Exempel gemacht. Verspeist wurden in dieser Woche außerdem Wildkräuterquark, -waffeln und -pesto sowie Gierschbrötchen. Jette gibt zu, sich das Probieren nicht getraut zu haben. Doch Lotte, Lennox, Emely und Elisa haben probiert und ganz unterschiedliche Favoriten ausgemacht. Abgesehen von neuen Erfahrungen beim Essen können die Kinder auch ganz Handfestes mit nach Hause nehmen: eine Pflanzenpresse, Zauberstäbe und Sammelbeutel. Letztere sind mit Farben aus Pflanzen gefärbt und mit selbigen bedruckt worden. Die Zauberstäbe kommen dagegen beim Abschlussfest rund ums Feuer zum Einsatz, genauso wie Kräuter, die Funken schlagen.

Die Mädchen und Jungen der Klasse 3 a der Grundschule und Schüler aus Leknica nähern sich dem Park künstlerisch. Die Motive wurden vor Ort skizziert oder fotografiert. „Schön war auch, dass wir den Turm besteigen konnten und uns den Park von oben ansehen“, erklärte Lehrerin Katrin Schöne. Danach ging es ans Malen,wobei Wert auf eine deutsch-polnische Zusammenarbeit gelegt wurde. Die Malerei auf Leinwand bildete für Collagen die Grundlage. Heraus gekommen sind sehr sehenswerte und detailreiche Bilder des Muskauer Parks. Da steigt der Löwe von Schlossrampe runter und steht nun am Schlossteich oder der Schlossturm schwebt neben dem Schloss. Zwölf Arbeiten werden im Speisesaal der Grundschule von der erfolgreichen Projektarbeit künden. Weitere zwölf werden in der Partnerschule in Leknica ausgestellt. Vorher sollen die Maler ihre Arbeiten den anderen Kindern der Schule in einer Art Präsentation erklären. Entstanden ist außerdem ein Parkplan, den die Mädchen und Jungen noch farblich gestalten. Damit sie künftig wissen beziehungsweise Eltern und Geschwistern erklären können, was sich wo im Park befindet. Für den Bad Muskauer Felix steht schon mal fest, dass die Fuchsienbrücke und der Pückler-Stein ihm besonders gefallen haben. Das ist doch ganz passend für das deutsch-polnische Projekt, befindet sich doch je eine dieser Sehenswürdigkeiten dies und jenseits der Neiße.

Einziger Wermutstropfen, die Modalitäten des Interreg-Förderprogramms sind bei der Vor- und Nachbereitung sehr personalintensiv und zeitraubend, heißt es aus Bad Muskau.