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Premiere für die fürstliche Sole

Bauprojektleiter Marcell Hänchen füllt zur Probe ein Fläschchen der gesunden Sole ab. Sie wird aus einer Tiefe von 1586 Metern nach oben gefördert.
Bauprojektleiter Marcell Hänchen füllt zur Probe ein Fläschchen der gesunden Sole ab. Sie wird aus einer Tiefe von 1586 Metern nach oben gefördert. FOTO: Weiß
Bad Muskau. Die Aufbereitungsanlage für das Bad Muskauer Thermalwasser ist am Montag offiziell in Betrieb gegangen. Die ersten zwei Kubikmeter wurden in die Erlebniswelt Krauschwitz transportiert und dort im Gradierwerk eingesetzt. Regina Weiß

Ein Knopfdruck und es sprudelt. Ruckzuck sind die zwei Kubikmeter für die Erlebniswelt Krauschwitz "gezapft". Kaum zu glauben, dass das Minutenwerk mehr als 15 Jahre Vorgeschichte gebraucht hat. Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) weiß, woran das liegt. "Es sind die Erdstrahlen hier bei uns", sagt er lachend.

Zwischenzeitlich war den Beteiligten nicht unbedingt nach Lachen zumute gewesen. "Ich bin froh, dass Sie durchgehalten haben", sagt Lutz Kretzschmer vom Bereich Wirtschaftsförderung der Landesdirektion Sachsen zu allen Beteiligten. Dazu gehören der Landkreis Görlitz mit der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz (ENO) sowie die Gesellschafter Weißwasser und Bad Muskau. Landrat Bernd Lange (CDU) erinnert aber auch an die "Bohrer" von damals, die durch ihr privates Engagement 2000 den Nachweis erbrachten, dass unter Bad Muskau das Heilwasser schlummert. Der Freistaat kaufte das Ganze ab, danach erwarb der Landkreis die Berg- und Wasserrechte, das Bergwerkseigentum und die Bohrung. Die ENO trat in die Bewirtschaftung ein und investierte in Aufbereitungsanlage sowie Ringleitung rund 808 000 Euro. 80 Prozent wurden durch den Freistaat gefördert.

Doch vorher waren Veränderungen bei den Gesellschafteranteilen notwendig. "Es war nicht so einfach zu erklären, warum wir für nichts Anteile abgeben", so Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Doch von Nichts könne keine Rede sein, vielmehr sei der Meilenstein Sole wichtig für die touristische Entwicklung der ganzen Region.

"Wir haben hier eine Gesundheitsregion", so Lange. Wohl wissend, dass dafür weitere Investitionen notwendig sind. Noch gebe es kein Kurmittelhaus in Bad Muskau. Lange habe deshalb vorsichtig beim Park angeklopft, ob sich nicht das Kavalierhaus dafür eignen würde. "Es liegen da noch einige schwierige Aufgaben vor uns", ist sich Andreas Bänder sicher.

Doch mit Moor, Sole, Eisenvitriolquelle und dem "schönsten Kurpark Deutschlands mit Unesco-Titel" waren die Voraussetzungen noch nie so gut. "Wir haben einen Schatz gehoben, der nun vermarktet werden muss", so der Landrat.

Wo die Reise mal hingehen kann, zeigen Designvorschläge der Agentur Blendwerck. Die fürstliche Sole erhält das Logo der Spirale - ein Symbol für Leben und Heilung. So ließen sich Solezahnpasta, Seifen und Peelings verkaufen. Auch der Kanister Sole für die heimische Badewanne sei denkbar.

Noch 2015 soll die Markteinführung erster Produkte erfolgen. Parallel dazu geht es um weitere Abnehmer für die Sole. Derzeit sind das das Kulturhotel Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, das Trixi-Bad Großschönau und die Erlebniswelt Krauschwitz. Diese bekam bisher die Sole aus Bad Salzuflen, nun aus Bad Muskau. "Wir scharren deshalb schon lange mit den Hufen", freut sich Geschäftsführer Jörg Funda, dass es endlich losgeht. Die Sole zieht an, weiß er . Im Jahresdurchschnitt bringt sie dem Bad rund 7000 Gäste mehr.