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| 02:40 Uhr

Polnisches Unternehmen richtet fünften Probebohrplatz Richtung Neiße ein

Partner bei der Kupfersuche: Achim Freund und Antje Homilius von Geos, Jolanta Dmowska und Krzysztof Napierala von KGHM (v.l.).
Partner bei der Kupfersuche: Achim Freund und Antje Homilius von Geos, Jolanta Dmowska und Krzysztof Napierala von KGHM (v.l.). FOTO: dpr
Weißwasser. KGHM (Kombinat Górniczo-Hutniczy) setzt seine Suche nach Kupfer im Raum Weißwasser fort. Dabei tastet sich das Unternehmen an ein mögliches Abbaugebiet heran. Dazu wird in den nächsten Wochen schon der fünfte Probebohrplatz eingerichtet. Daniel Preikschat

Die Kupfersucher ändern ihre Stoßrichtung. Haben sie 2011 und Anfang diesen Jahres noch zwischen Weißwasser und Boxberg ihre Fühler ausgestreckt, blicken sie nun gen Osten. Achim Freund, Geologe bei der von KGHM beauftragten Ingenieurgesellschaft Geos in Freiberg, bestätigt auf RUNDSCHAU-Nachfrage: "Bei der fünften Probebohrung orientieren wir uns in Richtung Neiße." Wann und wo genau gebohrt wird, stehe noch nicht fest.

Bei den vier Bohrungen zuvor stießen die Teams zwischen Weißwasser und Boxberg zwar stets auf Kupferschiefer. Allerdings lagern die Vorkommen relativ tief. Zu wünschen übrig lasse offenbar auch die Konzentration in der Fläche, so Freund. Im Abgleich mit den Ergebnissen einer seismischen Untersuchung sei darauf zu schließen, dass im Norden von Weißwasser wie auch in Richtung Truppenübungsplatz weitere Probebohrungen wenig sinnvoll sind. Daher nun der Schwenk nach Osten. Wahrscheinlich müsse KGHM dafür beim Landesbergamt in Freiberg beantragen, das Bewilligungsgebiet erweitern zu dürfen.

Der Geologe spricht von einem Herantasten an ein mögliches Abbaugebiet. Das sei ein langwieriger Prozess. Die Erfahrung lehre, so Freund, dass 18 bis 30 Probebohrungen notwendig sind, bevor über einen Kupfer-Abbau entschieden werden könne. Schließlich sei das enorm teuer. Die Investition lohne nur, wenn die Vorkommen nicht tiefer als 1500 Meter lagern und mit einem Abbau von mindestens 1,5 Millionen Tonnen zu rechnen ist. Außerdem müssten mindestens 4000 Euro pro Tonne gezahlt werden. Nach Berechnungen noch aus DDR-Zeiten sollen in der Region aber sogar mehr als zwei Millionen Tonnen Kupfer schlummern. Und aktuell gezahlt werden 6100 Euro die Tonne.

Für Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) ist das Fortsetzen der Kupfersuche eine gute Nachricht. KGHM gehe professionell Schritt für Schritt. "Es wird keine falsche Euphorie verbreitet." Und natürlich: Wird tatsächlich Kupfer abgebaut, würde sich in der Region ein ganz neuer Wirtschaftszweig etablieren können.

Zum Thema:
Die Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL) in Spremberg steht näher vor der Entscheidung über einen Bergwerksbau als KGHM in Weißwasser. So ist bereits ein Raumordnungsverfahren in Vorbereitung. Es soll zeigen, ob das Projekt mit den Landesplanungen vereinbar ist. Bei KSL schätzt man mit einer Investition von einer Milliarde Euro. Ab 2020 könnten 130 Millionen Tonnen Kupfererz gefördert, dabei 1000 Mitarbeiter beschäftig werden.