| 21:43 Uhr

Verfolgungsjagd
Polnischer Autodieb rast mit 200 Sachen bis Bad Muskau

Bad Muskau. Nach einer langen Verfolgungsjagd machen Ordnungshüter den Täter auf den Neiße-Wiesen vereint dingfest.

Dienstagnacht haben Einsatzkräfte unter der Führung der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf intensive Fahndungsmaßnahmen im nördlichen Landkreis Görlitz durchgeführt. Diese dienen gewöhnlich der Abwehr von Gefahren im Grenzraum. Gegen 4.50 Uhr dann ein erster Fahnungserfolg. Ein polnischer Tatverdächtiger (27) wurde in Bad Muskau vorläufig festgenommen.

Was war geschehen? Einer Streife war gegen 4.15 Uhr an der Autobahnanschlussstelle Bautzen Ost ein blauer Ford Kuga mit Kamenzer Kennzeichentafeln aufgefallen. Aufgrund deutlich zu hoher Geschwindigkeit gelang es aber zunächst nicht, den Pkw zu kontrollieren. Auch eine zweite Streife, die in Uhyst Sichtkontakt zu dem Ford hatte, kam nicht dicht genug an das Fahrzeug heran, so die Bundespolizei. Zwischenzeitlich wurde auch ein Bundespolizeihubschrauber, der mit Nachtsichttechnik ausgerüstet ist, in die Fahndung eingebunden.  Auf der B 156, kurz vor Boxberg, übernahm dann eine dritte Streife und hefte sich mit eingeschaltetem Blaulicht und teilweise mit Tempo 200 an die Fersen des Geländewagens. Der Fahrer versuchte offensichtlich mehrmals, von der Bundesstraße abzubiegen. Dabei unterschätze er wohl die Kräfte der Physik und verpasste mindestens zwei Ausfahrten. Mit teilweise 120 km/h raste der Ford später durch Weißwasser und steuerte in Richtung Bad Muskau. Bei Krauschwitz hatten die inzwischen verständigten Kollegen vom Polizeirevier Weißwasser einen Nagelgurt ausgelegt. Auch dieser konnte die Weiterfahrt nicht verhindern. In Bad Muskau verlor der Fahrer dann die Kontrolle über den Wagen und prallte Ecke Bautzner Straße/Görlitzer Straße gegen ein Hinweisschild. Nach wenigen Metern, die der bis dato Unbekannte noch über die Neißewiesen rannte, gelang dann  die Festnahme.

Es stellte sich heraus,  dass der Pole bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten. Zudem stand er unter Führungsaufsicht eines bayrischen Landgerichts. Der Pkw war kurz zuvor wohl in Radeberg gestohlen worden. Die Liste der Vorwürfe gegen den 27-Jährigen ist angesichts des Geschehens und der bisherigen Ermittlungsergebnisse vergleichsweise lang, so die Bundespolizei. Ihm werden besonders schwerer Fall des Diebstahls, gefährlicher

Eingriff in den Straßenverkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie die

Einreise entgegen eines Einreise- und Aufenthaltsverbots zur Last gelegt. Weil er ein grundsätzlich verbotenes Einhandmesser mitführte, wird ihm auch ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Mit dem Fall wird sich später die Soko Kfz des Landeskriminalamtes Sachsen befassen.  Bei der vollständigen Aufklärung des Falles dürften entsprechende Bildaufzeichnungen hilfreich sein. Diese sind von der Besatzung des Bundespolizeihubschraubers, die das Geschehen aus der Luft beobachtete, aufgenommen worden.

(ni)