(pm/ckx) Die Bürger in den Landkreisen Bautzen und Görlitz sind im Jahr 2018 erneut seltener Opfer von Straftaten geworden. Die Kriminalitätsbelastung in den insgesamt 111 Städten und Gemeinden ist das vierte Jahr in Folge gesunken. Das weist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) aus, die am Donnerstag vorgestellt wurde. So wurden der Landes- und Bundespolizei in Ostsachsen insgesamt 33 878 Straftaten bekannt, teilt die Polizeidirektion in Görlitz mit.

Tiefster Stand der Kriminalitätsbelastung

„Die Kriminalbelastung in der Oberlausitz, auch im grenznahen Raum, ist auf dem tiefsten Stand seit der Öffnung der Grenzen im Jahr 2008“, berichtet Polizeisprecher Torsten Jahn. Sie beträgt heute etwa zehn Prozent weniger als zu der Zeit, als an den Grenzen noch täglich kontrolliert wurde. Die Aufklärungsquote ist das dritte Jahr in Folge stabil. Sie lag bei 59,4 Prozent. Das heißt, dass die Polizei drei von fünf Straftaten im zurückliegenden Jahr aufklären konnte.

Aus der Summe der Fallzahlen, die der Polizei im Landkreis Görlitz bekannt geworden sind (2018: 19 335  Fälle) kann abgeleitet werden, dass in den 53 Städten und Gemeinden im zurückliegenden Jahr rund 5000 Straftaten mehr geschehen sind, als im Landkreis Bautzen (2018: 14 543). Dieses hängt insbesondere, so die Polizei, mit der Eigentumskriminalität in Görlitz, Zittau, Weißwasser und Bad Muskau sowie den anderen Städten und Gemeinden entlang der Neiße zusammen. Schwerpunkte bleiben im gesamten Landkreis Görlitz darüber hinaus Delikte, die häufig im Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum stehen, der Diebstahl von Fahrrädern, Einbrüche in oder Diebstähle aus Kellern oder Schuppen sowie der Diebstahl von Kraftfahrzeugen.

Im Landkreis Bautzen stellen die Stadtgebiete von Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda die Hotspots der Kriminalität dar. „Das verwundert insofern nicht, wohnen in diesen drei Städten doch die Mehrzahl der rund 302 000 Einwohner des Landkreises“, argumentiert Torsten Jahn. Deliktische Schwerpunkte sind auch hier Rohheitsdelikte, die häufig im Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum stehen, der Diebstahl von Fahrrädern sowie Einbrüche in oder Diebstähle aus Kellern oder Schuppen.

Aus den dünn besiedelten Gemeinden des sorbischen Siedlungsraumes werden der Polizei nur wenige Straftaten bekannt. Hier finden sich auch die „sichersten“ Städte und Gemeinden in Ostsachen.

Eigentumsdelikte bilden die Mehrzahl der Fälle

Mit insgesamt 12 038 Fällen und damit in beinah jedem dritten Fall aller Straftaten handelte es sich im Jahr 2018 um ein Eigentumsdelikt, also um einen Einbruch oder Diebstahl. Trotzdem ist sie in den Landkreisen Bautzen und Görlitz um knapp vier Prozent gesunken (2016: 13.536 Fälle, 2017: 12.565 Fälle). Auf Grundlage von Hinweisen aus der Bevölkerung, akribischer Ermittlungsarbeit und anhand gesicherter Spuren konnte etwa jeder dritte dieser Einbrüche oder Diebstähle aufgeklärt werden, heißt es vonseiten der Polizei.

Autodiebstähle In den Landkreisen Bautzen und Görlitz wurden im Jahr 2018 deutlich weniger Autos und Transporter gestohlen als zuvor. Hier sank die Fallzahl um mehr als ein Viertel auf insgesamt 392 vollendete Taten. Auch bei den versuchten Autodiebstählen war im zurückliegenden Jahr ein deutlicher Rückgang von mehr als 30 Prozent auf 189 Fälle zu verzeichnen Schwerpunkte des Autodiebstahls bleiben unverändert die Stadtgebiete von Görlitz, Zittau, Weißwasser, Hoyerswerda, Bautzen und Bad Muskau. Betroffen waren zumeist Pkw der Marken Volkswagen, Audi, Skoda, BMW und Mazda.

Diese Entwicklung ist, so berichtet die Polizei, mit der engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der sächsischen und polnischen Polizei sowie der Justiz zu erklären. Es gelang den Ermittlern in den Jahren 2016 und 2017, international agierende Banden zu zerschlagen. Immer wieder in Erscheinung tretende Täter wurden zu längeren Haftstrafen verurteilt. Dieser „Knick“ in der Täterstruktur mache sich nunmehr bemerkbar.

Straftaten im Einzelnen

Die Straftaten aus der PKS im Einzelnen: Vermögens- und Fälschungsdelikte sind 2018 der Polizei 4995 gemeldet worden. 4724 Mal sind Beamte wegen Raub- oder Körperverletzungen im zurückliegenden Jahr tätig geworden. 1376 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sind registriert worden. Alle sind fast ausschließlich durch intensive Kontrolltätigkeit der Polizei aufgedeckt wurden, beispielsweise Erwerb, Handel oder Besitz von Betäubungsmitteln (2017: 1369 Fälle). Ein Anstieg der Fallzahlen weist nicht unmittelbar auf einen Anstieg der Kriminalität in diesem Bereich hin, sondern lediglich auf verstärkte Kontrollen der Polizei, weist diese hin. Weiterhin wurden 445 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert, 2017 waren es noch 394 Fälle. Darüber hinaus sind 24 Straftaten gegen das Leben, beispielsweise Totschlag sowie Mord bekannt geworden.

Wo passieren die Straftaten?

Die meisten Straftaten wurden der Polizei im Jahr 2018 aus den Städten Görlitz (7826 Fälle), Bautzen (3852 Fälle), Hoyerswerda (2384 Fälle) und Weißwasser (1.641 Fälle) gemeldet. Gemessen an der Einwohnerzahl finden sich Bad Muskau und Weißwasser auf Platz zwei und drei der Rangliste der am häufigsten von Kriminalität belasteten Städte und Gemeinde im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Görlitz wieder.

Wer verübte Straftaten?

Insgesamt sind 13 579 Täter in 2018 ermittelt worden.  Nur in einem von vier aufgeklärten Fällen handelte es sich bei den ermittelten Tatverdächtigen um eine Frau. 3832 ermittelte Tatverdächtige waren nicht-deutscher Nationalität. Hierbei handelte es sich zumeist um polnische oder tschechische Staatsbürger. 764 und damit 6,2 Prozent der bekannt gewordenen Tatverdächtigen waren Zugewanderte, die den Status eines Asylbewerbers, Schutz- oder Asylberechtigten, einer geduldeten Person oder eines Kontingentflüchtlings innehatten. Sie waren für insgesamt 1.238 Straftaten verantwortlich. Unter den ermittelten zugewanderten Tatverdächtigen befanden sich 65 Mehrfach- und Intensivtäter. Sie haben mehr als fünf Straftaten begangen, berichtet die Polizei.