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Polizeieinsatz
Polizeieinsatz sorgt für Diskussionen

Weißwasser. Durchsuchungen am Dienstag in Weißwasser betreffen nicht AEZ-Werkstattbetreiber.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Werkstattbetreiber“ war gestern ein Beitrag überschrieben, der für mächtig Wirbel und Diskussionsstoff in Weißwasser sowie in den Facebook-Foren gesorgt hat. Die Betroffenen sehen sich öffentlich in Misskredit gebracht, denn die Polizei hatte von Ermittlungen gegen einen „Werkstattbetreiber“ auf RUNDSCHAU-Nachfrage berichtet. Dieser stehe im Verdacht falscher Verdächtigungen. Aus diesem Grunde habe im Auftrag der Staatsanwaltschaft der Kriminaldienst des Polizeireviers Weißwasser am Dienstagvormittag die Wohn- und Geschäftsräume  durchsucht.

Doch es ging nicht um den Werkstattbetreiber von AEZ, sondern um den Eigentümer des Objektes, wie dieser gestern der RUNDSCHAU versicherte. „Es stimmt tatsächlich, dass es umfangreiche Durchsuchungen gab“, bestätigt Sven Schmied. Der Umfang und die Intensität dieser und die damit, seiner Meinung nach, bewusst verursachte Außenwirkung mache ihn fassungslos. „Die polizeilichen Ermittlungen hängen mit zwei Ordnungswidrigkeiten aus 2016 gegen mich wegen zu schnellen Fahrens mit einem Mietauto aus meiner Firma zusammen“, erklärt er. Dabei gehe es um Geschwindigkeitsüberschreitungen von sieben kmn/h und einem Bußgeld von 15 Euro sowie um elf km/h und 20 Euro. Bei beiden Verfahren habe Sven Schmied Widerspruch eingelegt, die Prozesse vor dem Amtsgericht Weißwasser verloren, „da der Richter davon überzeugt war, dass ich gefahren war, was ich jedoch bestritt.“ Schmied erklärt weiter: „Nun wird strafrechtlich ermittelt, ob tatsächlich ich oder ein Dritter die Ordnungswidrigkeiten begangen hat.“ Doch „die Art und Weise der Ermittlungen und deren Umfang sind jedoch nicht nachvollziehbar“. Seinen Schilderungen nach hätten nach einem Polizeieinsatz gegen 6 Uhr bei einem unbewohnten Firmengebäude in Köbeln die Polizeikräfte gegen 8 Uhr in Weißwasser auf ihn gewartet. „17 bewaffnete Polizeibeamte in schusssicheren Westen waren auf meinem Geschäftsgelände...Es erfolgte bei mir zuerst eine Leibesvisitation. Die Durchsuchung fand im Beisein von Kunden und Geschäftspartnern statt. Die gesamte Zeit wurde ich durch einen Polizeibeamten persönlich überwacht, auch beim Kaffee holen.“ Von diesen 17 Einsatzkräften seien nach der ersten Durchsuchung fünf abgezogen, sagt Schmied. Der Rest durchsuchte anschließend in weiteren zwei Stunden seine Wohn- und weitere Geschäftsräume.

Sven Schmied empfindet die Ermittlungen in dieser Art und Weise als rufschädigend. „Das ist absolut nicht angemessen und verhältnismäßig, und ich verwahre mich dagegen.“ Seit 1990 sei er selbstständig. „Ich bin weder vorbestraft, noch habe ich jemals einen Punkt in Flensburg erhalten.“ Er sei Arbeitgeber, bezahle hier Steuern.

Die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft als Herrin des Verfahrens wollen sich voraussichtlich zu Wochenbeginn auf die Frage der RUNDSCHAU nach der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes äußern, so Polizeisprecher Thomas Knaup.

(ni)