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| 02:49 Uhr

Polizei: "Wir halten keine Infos zurück"

Weißwasser. Den Vorwurf, die Polizei würde Informationen zurückhalten, "um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen", wie ihn Ulrich Gojowczyk aus Bad Muskau während des ersten Sicherheitsstammtisches in Weißwasser in der vorigen Woche in Richtung Polizeipräsident Conny Stiehl richtete, will die Polizei so nicht stehen lassen. "Wir halten keine Infos zurück", entgegnete Conny Stiehl. Christian Köhler

Vielmehr werde die Polizeidirektion Görlitz dafür kritisiert, dass sie im Vergleich zu anderen sächsischen Polizeistellen viel zu viele Informationen in die Öffentlichkeit trägt. 2016 hat die Görlitzer Polizei mehr als 580 Medieninformationen mit mehr als 8000 Nachrichten den Medien zur Verfügung gestellt, erklärte Polizeisprecher Thomas Knaup. Dabei sei es stets der Anspruch gewesen, mit einem knappen Auszug aus der polizeilichen Lage der vergangenen 24 Stunden lesenswerte Informationen zu vermitteln, hieß es.

Aber: Anfang des Jahres hatte es in Bad Muskau in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar mehrere Einbrüche bei Fahrzeugen gegeben. In der Parkstadt selber hieß es, es seien sechs Fahrzeuge aufgebrochen worden. Im Polizeibericht tauchten jedoch nur zwei Fälle auf. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage bei der Polizei wurde dann mitgeteilt, es habe nicht sechs, sondern insgesamt vier Kfz-Delikte gegeben. In zwei Fällen wurden Pkw gestohlen, in zwei weiteren Fällen scheiterten die Täter im Versuch. Das, so begründete Thomas Knaup Anfang Januar, liege nicht daran, dass die Polizei Informationen zurückhalte, sondern, dass zum Zeitpunkt der Medienveröffentlichung noch nicht alle Informationen dem Sprecher vorlagen.

"Ich bin der Meinung, dass es hilft, wenn die Bürger informiert werden", ergänzte der Polizeipräsident in Richtung Ulrich Gojowczyk. Ferner, betonte Stiehl, sei es auch zu keiner höheren Kriminalität nach der Grenzöffnung zu Polen gekommen. Die Kriminalstatistik belege, dass Ausländer zwar Einbrüche begehen, die Mehrzahl der Delikte jedoch von einheimischen Bürgern verübt wird.

Von 148 Tatverdächtigen im Jahr 2015 nach Diebstählen aus Firmen hatten nach Polizeiangaben 68 keinen deutschen Pass. 2014 waren von 151 Tatverdächtigen 40 aus dem Ausland.