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| 14:25 Uhr

Kontrollen bei Weißwasser
Sächsische Polizei setzt drei Autodiebe fest

Gleich drei mal klickten am Dienstag im Raum Weißwasser die Handschellen, als die Polizei Autodiebe festsetzte.
Gleich drei mal klickten am Dienstag im Raum Weißwasser die Handschellen, als die Polizei Autodiebe festsetzte. FOTO: Frank Hilbert
Weißwasser. Streifen legen sich nachts auf die Lauer. In Gallinchen gestohlener SUV versucht, Kontrollstelle zu durchbrechen.

Zwischen 4 und 6 Uhr am Dienstagmorgen klickten bei intensiven Kontrollen im grenznahen Raum rund um Weißwasser drei mal die Handschellen. Außerdem konnten die Beamten der Landespolizei drei gestohlene Autos sicherstellen. Die Fahrzeuge hatten nach Angaben von Thomas Knaup, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, einen Zeitwert von rund 75 000 Euro.

Was war genau passiert? Die Streifen des örtlichen Reviers waren gemeinsam mit Streifen der sächsischen Bereitschaftspolizei im Einsatz. Sie überwachten seit den Nachtstunden die Verkehrswege, die häufig von grenzüberschreitend agierenden Dieben genutzt werden.

In Bad Muskau flüchtete am frühen Morgen ein BMW Kombi vor den Beamten. An dem Auto waren Cottbuser Kennzeichen angebracht, die bis zu dem Zeitpunkt noch nicht in Fahndung standen. Die Streifen der Bereitschaftspolizei blieben hartnäckig und suchten nach dem Fahrzeug. Sie fanden den Alpina B 3 verlassen auf einem Parkplatz an der Schlossstraße. Personen waren im Umfeld des Autos nicht mehr anzutreffen.

Kurze Zeit später gelang es einer Streife der Bereitschaftspolizei, kurz vor dem Grenzübergang auf der S 127 bei Krauschwitz einen BMW X 5 zu stoppen. Der SUV hatte versucht, an einer Kontrollstelle durchzubrechen. In dem Pkw saßen zwei polnische Staatsbürger im Alter von 23 und 45 Jahren, so Pressesprecher Knaup. Die Beamten nahmen beide Tatverdächtige vorläufig fest. Vermutlich hatte der jüngere der beiden zuvor den anderen BMW gelenkt, den Polizisten in Bad Muskau verlassen aufgefunden hatten. Die Beamten stellten den X 5 sicher. Auch an diesem waren Cottbuser Kennzeichen angebracht. Das Auto war seit dem März außer Betrieb.

Erste Ermittlungen der Cottbuser Kriminalpolizei ergaben, dass beide Pkw erst Stunden zuvor bei einem Gebrauchtwagenhändler in Gallinchen gestohlen wurden. Die angebrachten Kennzeichen fehlten bei anderen Fahrzeugen im nahen Umkreis des Tatortes.

Damit noch nicht genug, gelang den Weißwasseraner Polizisten nur wenige Minuten später ein dritter Zugriff. Eine Berlinerin hatte der Polizei telefonisch mitgeteilt, dass ihr Mercedes Sprinter gestohlen wurde und auf dem Weg nach Polen war. Anhand eines Ortungssystems konnte sie den Beamten den aktuellen Standort des Kastenwagens mitteilen. Er bewegte sich von Schleife auf die polnische Grenze zu.

In Weißwasser griffen die Streifen des örtlichen Reviers und der Bereitschaftspolizei zu. Sie stoppten den Mercedes auf der Berliner Straße und nahmen den Fahrer vorläufig fest. Es handelte sich um einen 20-jährigen Ukrainer. Den Sprinter stellten die Beamten sicher.

In allen drei Fällen führt die Soko Kfz der sächsischen Polizei die weiteren Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Kriminalpolizei in Berlin und Brandenburg. Die drei vorläufig festgenommenen Tatverdächtigen wurden Dienstag vernommen. Danach wird seitens der Staatsanwaltschaft zu entscheiden sein, ob Haftantrag gegen die drei Tatverdächtigen gestellt wird. Die Untersuchungen dauern an.

Nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchungen kann die in Berlin ansässige Unternehmerin ihren Mercedes baldmöglichst wieder in Empfang nehmen.

Die Polizei wird die Kontrollen im grenznahen Raum zur polnischen Republik in enger Abstimmung mit der Bundespolizei und der brandenburgischen Polizei auch in den kommenden Wochen fortsetzen. „Ziel ist es, Einbrecher oder Diebe zu stellen und zu verhindern, dass Diebesgut außer Landes gebracht wird“, so Thomas Knaup.

Bei den verstärkten Kontrollen haben die Beamten die rund 124 Kilometer lange polnischen und die reichlich 80 Kilometer langen tschechischen Grenze sowie die Zufahrtswege dorthin im Blick. Nach einem Rückgang 2016 waren 2017 in der Oberlausitz wieder mehr Autodiebstähle verzeichnet worden. Im vergangenen Jahr verschwanden in den Kreisen Bautzen und Görlitz 531 Fahrzeuge.