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| 03:01 Uhr

Polizei schätzt Weißwasser als friedlich ein

Weißwasser. "Die Arbeit der Polizei in der Stadt Weißwasser" war Thema einer Einwohnerversammlung am Donnerstagabend in Weißwasser. Dazu hatte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) ins Foyer der Stadtwerke eingeladen. Mit Mario Steiner, der in der Polizeidirektion Görlitz das Referat Einsatz leitet, und Weißwassers Polizeirevierleiter Uwe Horbaschk sowie Petra Holz vom städtischen Ordnungsamt hatte sich der Stadtchef Experten an die Seite geholt. Gabi Nitsche

Zwei Stunden wurde am Donnerstagabend im Foyer der Stadtwerke über Fragen der Sicherheit und Ordnung diskutiert. Die neun Anwesenden, darunter mit Michael Krahl ein Stadtrat der Linken, nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen loszuwerden.

Olaf Schober zum Beispiel wollte von Uwe Horbaschk wissen, was dieser von abgeschalteten Straßenlampen in der Nacht halte. Weißwasser wolle in den kommenden Jahren in weiteren Straßen nachts Lampen ausschalten, um Geld zu sparen. Schober sieht darin ein Sicherheitsproblem.

"Ich wohne in einer Gemeinde, wo es ab 23 Uhr finster ist. Das funktioniert", meinte Horbaschk. Doch seine persönliche Meinung sei ja nicht gefragt, sondern es gehe um Fakten. "Und es gibt keine, die besagen, dass in unbeleuchteten Straßen besonders viel passiert. Ich wüsste von keinem Schwerpunkt dieser Art in Weißwasser. Licht ist sicherlich gut, aber dass davon allein die Sicherheit abhängt, wage ich zu bezweifeln." Statt finstere Straßen durch ausgeschaltete Lampen setze die Stadt verstärkt auf moderne LED-Leuchten, erklärte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch.

Joachim Reinhardt von der Verkehrswacht sprach das Nadelöhr Bahnbrücke an. "Für Radfahrer ist es dort lebensgefährlich." Die Autofahrer würden zum Beispiel an der Muskauer Straße nicht vorbereitet werden, dass die Radler hier vom Geh-/Radweg auf die Fahrbahn müssen. "Kann nicht grundsätzlich auf der Fahrbahn ein Radweg markiert werden?" Die Frage soll nun bei einer Verkehrsschau im Beisein von Fachleuten der Polizei geklärt werden.

Ein Schwerpunkt am Donnerstagabend war die aktuelle Polizeistatistik. Diese veranlasste Uwe Horbaschk zu dem Fazit: "Wir leben in einer absolut friedlichen Region." 66,4 Prozent der 1703 Straftaten - 2011 waren es über 1000 mehr - im Jahr 2013 konnten aufgeklärt werden. "Das sind fast drei von vier Fällen", verglich Mario Steiner.

Bei Drogen sei ein leichter Anstieg zu verzeichnen von 58 auf 66 Fälle. Revierchef Horbaschk betonte, dass es im Gegensatz zu anderen Städten in Weißwasser keine offene Drogenszene gebe. Wobei er einräumte, dass mit stärkeren Kontrollen auch mehr ans Tageslicht käme.

Horbaschk warnte am Donnerstag davor, nach Einbrüchen und Diebstählen voreilig Polen als Täter zu verdächtigen. "Im vorigen Jahr hatten wir in Weißwasser rund 50 Garageneinbrüche. Es war ein Deutscher."

Letztes Jahr wurden deutlich weniger Räder gestohlen. 2012 waren es noch 495 allein in Weißwasser, 2013 "nur" noch 260. Dennoch finde sich Weißwasser damit an dritter Stelle in der PD-Statistik. Wobei das Revier Weißwasser mit einer Aufklärungsquote von 20 Prozent gut dastehe. Seit eine Diebesbande 2012 überführt werden konnte, sinke die Zahl der geklauten Drahtesel. "Kann man am Bahnhof eine Kamera installieren?", erkundigte sich Einwohnerin Conny Franke. Sie habe dort schon zwei Räder eingebüßt. Da der Bahnhof kein Schwerpunkt beim Fahrradklau ist, sei es schwer, Richter und Staatsanwalt von der Notwendigkeit einer Kamera zu überzeugen, so Horbaschk. Eine Veränderung zum Guten verspricht sich der OB. Das Konzept der Stadt sehe für das Bahnhofsareal Fahrradgaragen vor, sagte dieser.

Als absolut unkompliziert bezeichnete Uwe Horbaschk die Zusammenarbeit von Polizei und Stadtverwaltung. Er sei fast täglich im Kontakt mit der zuständigen Referatsleiterin. "Wir sprechen uns ab." Wenn Bushaltestellen zum Beispiel fremdgenutzt werden oder es in Wohngebieten zu ruhestörendem Lärm kommt und das die öffentliche Ordnung stört, greift die Polizei ein.

Zum Thema:
Das Polizeirevier Weißwasser hat 80 Beschäftigte. Mit 4480 Polizeieinsätzen entfallen auf Weißwasser 7,3 Prozent aller Einsätze der Polizeidirektion Görlitz (PD). 2013 waren es 61 573 (2012: 60 558) in den Landkreisen Görlitz und Bautzen. Zu den 1703 Straftaten gehörten 310 Körperverletzungen und andere brutale Angriffe auf Personen, 551 Diebstähle jeglicher Form und 203 Vermögens- oder Fälschungsdelikte. 530 sonstige Straftaten und 97 Vergehen gegen Nebengesetze wie das Betäubungsmittelgesetz machen die Statistik rund. Schon seit Jahren haben Verkehrunfälle eine rückläufige Tendenz. 540-mal krachte es im letzten Jahr in Weißwasser. Im Vorjahr war es 608-mal. Erfreulich sei, dass in der Stadt Weißwasser kein Mensch bei einem Unfall getötet wurde. 51 Personen erlitten bei Unfällen in Weißwasser Verletzungen. Als die häufigsten Unfallverursacher machte die Polizei die Altersgruppe der 45- bis 50-Jährigen aus. Montags ereignen sich die meisten Unfälle. Im gesamten PD-Bereich waren es bei 16 476 Unfällen 38 Verkehrstote, 589 schwer und 1663 leicht verletzte Personen.