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Polizei
Polizisten legen sich nachts auf die Lauer

Weißwasser. Im grenznahen Raum ist jetzt verstärkt kontrolliert worden. Einem 31-jährigen Mann wird in Bad Muskau die Weiterfahrt verboten.

Die Polizeidirektion Görlitz hat in den zurückliegenden Tagen und Nächten verstärkt Personen und Fahrzeuge im Raum Weißwasser sowie auf der Autobahn 4 kontrolliert. Dabei waren uniformierte Beamte und Zivilfahnder im Einsatz, meldet Pressesprecher Thomas Knaup.

Ziel war es, die Eigentumskriminalität und dabei insbesondere die Fahrzeugdiebstähle zu verhindern. Auch Steifen der Bundespolizei kontrollierten, abgestimmt mit dem Einsatz der Landespolizei, verstärkt im grenznahen Raum. Die Polizeidirektion Görlitz wird die Kontrollen auch in den kommenden Wochen fortsetzen, heißt es in der Pressemitteilung.

Im Raum Weißwasser wurden die Streifen des Reviers ab Montag in jeder Nacht von der Bereitschaftspolizei unterstützt. In Weißwasser sowie in Gablenz, Bad Muskau und Krauschwitz wurden im genannten Zeitraum insgesamt rund 200 Personen und knapp 115 Fahrzeuge kontrolliert.

So stoppten in der Nacht zu Mittwoch die Bereitschaftspolizisten auf der Berliner Chaussee in Bad Muskau einen in Polen zugelassenen Pkw. Am Steuer saß ein 31-jähriger Mann, der zuvor über die Neißebrücke nach Deutschland eingereist war. Eine Überprüfung seiner Personalien ergab, dass er  bereits mit Fahrzeugdiebstählen in Verbindung stand.
Daher durchsuchten die Beamten das Auto genau und fanden dabei diverse Utensilien sowie Werkzeug, die für Autodiebstähle genutzt werden können. Zudem war der 31-Jährige nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis, heißt es im Bericht.

Die Polizisten stellten die Gerätschaften sicher, erhoben die Personalien des Mannes, leiteten ein Strafverfahren zu der Schwarzfahrt ein und untersagten dem Beschuldigten die Weiterfahrt. Da ihm aktuell keine weitere Straftat zugerechnet werden konnte, blieb den Beamten nichts anderes übrig, als den Mann anschließend wieder ziehen zu lassen, so Thomas Knaup.

In der Nacht zu Donnerstag hat ein im Raum Zary zugelassener Pkw bei Krauschwitz eine Kontrollstelle durchbrochen. Der Wagen überrollte sogar einen Stopp-Stick, den die dort positionierte Streife der Bereitschaftspolizei ausgelegt hatte. Das Auto fuhr über die Grenzbrücke auf polnisches Hoheitsgebiet. Die sächsischen Polizisten eilten ihm nach und fanden den Pkw einige hundert Meter hinter der Grenze. Der Stick hatte seine Wirkung nicht verfehlt – ein Reifen des Autos war luftleer. Am Steuer saß ein 60-jähriger Mann, gegen den aus polizeilicher Sicht nichts vorlag. Das ergab eine genaue Prüfung seiner Identität. Warum er den Zeichen und Weisungen der Polizisten nicht gefolgt war, konnte er selbst nicht so genau erklären. Weil er das Stopp nicht beachtet hatte, kommt auf den Mann eine Anzeige zu.

Auf der Autobahn nahm die Mannschaft aus Kriminal- und Bundespolizei drei lettische Staatsbürger fest. Die beiden 32 und 36 Jahre alten Männer und ihre 36-jährige Komplizin stehen im Verdacht, für mehrere Wohnungseinbrüche in Baden-Württemberg sowie in Basel und auch in Polen verantwortlich zu sein.
Bei der Durchsuchung des genutzten Pkw stellten die Fahnder Münzen, Schmuck und Bargeld sicher. Dabei soll es sich den bisherigen Ermittlungen nach um Diebesgut aus mehreren Einbrüchen handeln.

Die Zahl der Autodiebstähle hat sich nach ersten Einschätzungen der Polizei im Raum Weißwasser verdoppelt. Verstärkte Kontrollen waren deshalb von Kommunalpolitikern und aus der Wirtschaft immer wieder angemahnt worden.

(pm/rw)