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| 16:15 Uhr

Polizei
Polizei bittet Caravan und Co. auf die Waage

Nach der Kontrolle erfolgte in einigen Fällen ein Erinnerungsfoto mit den Polizeibeamten.
Nach der Kontrolle erfolgte in einigen Fällen ein Erinnerungsfoto mit den Polizeibeamten. FOTO: Polizeidirektion
Görlitz. Den negativen Spitzenwert erzielte ein Kleintransporter. Er war doppelt so schwer wie erlaubt war.

Die Verkehrspolizeiinspektion der Polizeidirektion Görlitz hat am Samstag auf der Autobahn 4 bei Bautzen ein besonderes Augenmerk auf Caravan-Gespanne und Wohnmobile gelegt. Im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion „Safer Holiday“ überprüften die Beamten 40 Urlaubsfahrzeuge. Beinah die Hälfte war leider überladen.

Genau hier lauern häufig unterschätzte Gefahren. Jedes Jahr geschehen auf unseren Straßen folgenschwere Unfälle unter Beteiligung von Wohnmobilen oder Wohnanhängern. Die Fahrzeuge bieten zwar einiges an Stauraum für all die Dinge, die man mit in den Urlaub nehmen möchte, doch das Gewicht der Zuladung und den technischen Zustand der Fahrzeuge sollte man dabei nie aus dem Blick verlieren, so Thomas Knaup, Pressesprecher der Polizeidirektion Görlitz.

Schnell ist es geschehen, dass Reifen den Belastungen während der Fahrt nicht mehr Stand halten können und platzen, sich ein Gespann bei voller Fahrt aufschaukelt und umkippt oder die Bremsanlage mit einem zu hohen Gewicht des Fahrzeugs überfordert ist.

Darum standen bei der sechsstündigen Kontrolle an der Rastanlage Oberlausitz-Nord die Maße und Gewichte der Urlaubsgefährte, der technische Zustand, die Bereifung und die Sicherung der Ladung im Fokus der Polizisten.

Motorradstreifen lotsten die Urlauber von der Autobahn auf den Rastplatz bei Salzenforst. Hier hatten Beamte des Verkehrsüberwachungsdienstes eine mobile Waage aufgebaut. Während die Wohnmobile und Caravan-Gespanne langsam über die Wiegeplatten rollten, ermittelte die moderne Messtechnik das Gewicht des Fahrzeugs und dessen Achslasten.

In 18 Fällen gab es etwas zu beanstanden, zumeist weil die Fahrzeuge zu schwer beladen waren. Ein vollgefüllter Frischwassertank oder eine angebaute Markise, Kisten mit Getränken, das Urlaubsgepäck, Gasflaschen, ein Grill, Sitzmöbel und Fahrräder und dazu noch das Gewicht der Menschen, die sich in den Wohnmobilen befanden, führte zu deutlich mehr Kilogramm als zugelassen.

Die Verkehrspolizisten erklärten den Reisenden anhand des Wiegeprotokolls das Problem. Die meisten waren einsichtig und fanden noch vor Ort eine Lösung, um „abspecken“ zu können. Oft war es mit dem Umladen vom Heck des Fahrzeugs in den vorderen Bereich oder vom Wohnwagen in das Zugfahrzeug schon getan, damit einer Weiterfahrt nichts im Wege stand.

Im Falle einer Reisegruppe aus Lettland half jedoch nur ein zusätzlicher Mietwagen. Ihr Wohnmobil war zwar für sechs Insassen und ein Gesamtgewicht von dreieinhalb Tonnen zugelassen, doch allein das Gewicht der Menschen und deren Gepäck führte zu einer Überladung von rund 600 Kilogramm. So konnte die Reise in Richtung Atlantik nicht weitergehen. Nachdem Personen und Ladung auf zwei Fahrzeuge aufgeteilt worden waren, konnte die Tour fortgesetzt werden.

Den negativen Spitzenwert des Tages lieferte ein Kleintransporter. Auch wenn es kein Wohnmobil war, hatte eine Motorradstreife den Iveco zur Kontrollstelle gelotst, weil der Kastenwagen sehr tief auf der Straße lag. Das Ergebnis nach dem Wiegen bestätigte das geschulte Auge des Beamten. Statt der erlaubten dreieinhalb Tonnen brachte der Transporter mehr als sechs Tonnen auf die Straße. Hier kannten die Polizisten kein Pardon. Sie untersagten dem Fahrer die Weiterreise, bis die überzähligen 2,8 Tonnen Gewicht umgeladen worden. Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige und ein saftiges Bußgeld von mehreren hundert Euro gab es obendrein.

Bei den Reifen der kontrollierten Fahrzeuge gab es wenig zu beanstanden. Die ältesten waren zwar mittlerweile schon acht Jahre alt, doch das war noch im Rahmen des Erlaubten. Auch die Profiltiefe der Laufflächen war ausreichend. Da Wohnmobile und Caravanhänger außerhalb der Saison oft wenig bewegt werden, können die Reifen unrund oder bei hohem Alter sogar porös werden. Hier hilft es, vor Fahrtantritt die Reifen neu auswuchten zu lassen und das Produktionsdatum der Gummis anhand der DOT-Nummern an der Flanke des Reifens zu überprüfen, raten die Polizisten. Älter als zehn Jahre sollten sie auf keinen Fall sein, da der Gummi den Belastungen während der Fahrt dann oft einfach nicht mehr Stand halten kann. Reifenplatzer und schwere Unfälle können die Folge sein.

(pm/rw)