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| 16:30 Uhr

Kooperation
Polen blicken stolz auf die Babina

Diese tanzenden Kiefern – das Foto wurde bei der Fachtagung am Freitag in Bad Muskau gezeigt – befinden sich auf der polnischen Seite des Muskauer Faltenbogens. Die Polen möchten auch diesen Bereich gern touristisch erschließen.
Diese tanzenden Kiefern – das Foto wurde bei der Fachtagung am Freitag in Bad Muskau gezeigt – befinden sich auf der polnischen Seite des Muskauer Faltenbogens. Die Polen möchten auch diesen Bereich gern touristisch erschließen. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Bad Muskau. Bei einer Fachtagung in Bad Muskau gibt es viel Lob für deutsch-polnische Projekte im Geopark Muskauer Faltenbogen. Von Gabi Nitsche

Monika Kuhlee sorgt sich, dass sich Unternehmen in der Region nicht mit dem Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen identifizieren. „Haben Sie eine Idee, wie man das ändern kann?“, sprach die ausgebildetete Geoparkführerin Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) an. Der hatte gerade im Rahmen einer Fachtagung über kommunale Projekte und deutsch-polnische Zusammenarbeit gesprochen. Es helfe nur, darüber zu reden und zu zeigen, was der Geopark schon auf beiden Seiten der Neiße zu bieten hat. „Das ist die Aufgabe für jeden von uns“, riet Pötzsch. Im August sei er mit Powerfrauen aus Weißwasser auf Radtour zur Grube Babina gefahren. „Sie waren rundum begeistert.“

Ein Berliner Tagungsteilnehmer machte Mut, denn er kenne keine andere deutsche Region, die mit drei Unesco Labels werben könne wie die hiesige mit dem Geopark, dem Muskauer Park und dem Biosphärenreservat. Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, verglich das mit den Anfängen „seines“ Parkes. Im Laufe der Jahre habe sich das total gewandelt. Mit dem Schloss wird jetzt viel geworben. „Wir bekommen das hin, wenn wir das gemeinsam weiter verfolgen. In einigen Jahren werden Unternehmer freudig mit dem Muskauer Faltenbogen werben“, ist der Parkdirektor  zuversichtlich.

Was alles schon geworden ist – davon hatten die Tagungsteilnehmer nicht nur in Vorträgen gehört. Bei einer mehrstündigen Exkursion am Freitagnachmittag durch die Muskauer Kulturlandschaft beiderseits der Grenze konnten sie sich davon überzeugen – per Bus, per Waldeisenbahn und zu Fuß.

Nach dem Ausflug war es dann Marek Maciantowicz von der Staatlichen Forstverwaltung Zielona Gora, der im Neuen Schloss etliche geotouristische Maßnahmen, die auf polnischer Seite erfolgreich umgesetzt wurden oder vorgesehen sind, in einer Repräsentation Revue passieren. Anhand von Fotos zeigte er, dass Relikte der einzigartigen Landschaft bis heute erhalten blieben. So richtig sei die Post abgegangen mit dem Babina-Geopfad. Die Besucherzahlen kletterten in die Höhe und haben jetzt die 20 000er-Marke erreicht, so der Forstmann. Das Erfreuliche sei, dass es keinen Vandalismus gibt. „Die Einheimischen betrachten es als Eigenes, kommen dorthin und fühlen sich wohl.“

Beim Blick in die Zukunft berichtete Maciantowicz, dass Taucher aus der Nähe von Zary am Projekt „Afryka“ ansetzen wollen für eine erste Unterwasserroute. Es gebe Ruinen, Grotten und anderes, was erkundet werden kann. Damit würde es eine weitere Attraktion auf der polnischen Seite geben, die auch Taucher anlockt neben den zahlreichen Wanderern und Radfahrern.

Ein weiteres Vorhaben sei der Ausbau des Geopfades in nördliche Richtung. Der Forstmann sagte: „Wir wollen eine Verbindung zum Radweg schaffen.“ Rund 900 000 Zloty soll sie kosten und bis Ende 2019 realisiert werden. Sein Steckenpferd, so der Forstmann, sei ein Pfad um den Pfähleteich bei Teplice. Auch an eine Vogelbeobachtungsroute werde gedacht. „Aber ähnlich wie beim Geopfad sind die Bedingungen recht schwierig, und es braucht viele Gelder.“ Die Ideenvielfalt kenne keine Grenzen und die Landschaft des Faltenbogens wohl auch nicht. Denn da seien noch die Grube Wiktor oder das Gebiet mit den krummen, tanzenden Kiefern. „Ja, man könnte noch andere Pfade gestalten, auch dort, wo sich bei Bronowice und Nowe Czaple etliche Schluchten befinden“, so der Forstmann.

Vieles wäre nicht so erfolgreich entstanden, würde sich die Oberförsterei Lipinki nicht so einbringen, bedankte sich Maciantowicz bei den Kollegen. Nicht umsonst seien diese mit dem Preis des polnischen Umweltministers ausgezeichnet worden. Am Preis hingen 60 000 Zloty, die nun in weitere Projekte fließen.

Für Bürgermeister Piotr Kuliniak aus Leknica  ist auch das deutsch-polnische Förderprogramm „Abenteuer Neiße“ unbedingt erwähnenswert. Dank des „Schlachtschiffes“, wie er sagte, wird seit 2010 Stück für Stück die Attraktivität des Grenzflusses Neiße erhöht, der ja durch das Gebiet Muskauer Faltenbogen fließt. Wanderwege konnten angelegt werden, so Kuliniak, die die Gemeinden in dem Gebiet und die Babina verbinden. Aus seiner Sicht eine Antriebskraft für die weitere Entwicklung.