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| 15:55 Uhr

Neues Projekt
Planung fürs Jahnbad wird angeschoben

Still ruht der See in diesen Tagen. Geplant ist, das Jahnbad auf Vordermann zu bringen. Nun wird die Planungsleistung dafür ausgeschrieben.
Still ruht der See in diesen Tagen. Geplant ist, das Jahnbad auf Vordermann zu bringen. Nun wird die Planungsleistung dafür ausgeschrieben. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Die Mitglieder des Bauausschusses in Weißwasser diskutieren schon eifrig über Detailfragen. Von Regina Weiß

Das Wichtigste für die Jugend am Jahnbad sind nicht etwa tolles Wasser oder super Strand, sondern freies W-Lan. Das ist das Ergebnis einer spontanen Umfrage in einer achten Klasse aus Weißwasser. Auf Platz zwei und drei folgen übrigens Sprungturm und Liegestühle, so konnte es Uwe Fischer berichten. Der berufene Bürger des Bau- und Wirtschaftsausschusses hatte diese Fakten dank der Hilfe seines Enkels zusammentragen können.

Warum mitten im grauen Januar über das Freibad diskutiert wird, hat einen wichtigen Grund: Es geht darum, dass die Umgestaltung des Jahnbades – eines der Projekte, die über den Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (Efre) mit 80 Prozent bezuschusst werden – in Angriff genommen werden soll. Dafür ist es zwingend notwendig, dass auch die Planungsleistungen ausgeschrieben werden. Grundsätzlich geht es um die Sanierung der Funktionsgebäude, die Ertüchtigung des Badbereiches und die Anpassung für Menschen mit Behinderung. Thomas Böse, Referatsleiter Bau im Rathaus, hatte sich gewünscht, dass der Leistungsumfang für den Planer im Vorhinein etwas genauer umrissen wird. Deshalb waren den Räten zwei Varianten vorgelegt worden, über die sie entscheiden sollten. Doch den Gefallen, sich genau festzulegen, haben sie der Verwaltung nicht getan. Sofort war man inmitten einer Detaildiskussion über die Zukunft dieser städtischen Anlage.

„Es ist schwierig, wenn man überhaupt kein Gefühl für die Kosten hat: Ist es eine Million Euro, sind es sieben?“, so Stadträtin Kathrin Jung (SPD). Sie sprach sich dennoch für eine attraktive Gestaltung des Bades aus.

Erlebnis- oder Naturbad? Diese Frage warfen Thomas Krause (CDU) und Detlef Wolsch (Klartext) ein. Erstes brauche Rutsche und Sprungturm im Bad, was wieder Konsequenzen nach sich ziehe. „Diese Frage müssen wir grundlegend klären“, so Krause. Schließlich hätten die Weißwasseraner den Bärwalder und den Halbendorfer See vor der Nase, da müssen die Investitionen wirklich Sinn machen.

Für Thomas Böse geht es überhaupt nicht darum, mit dem Bärwalder oder dem Halbendorfer See in Konkurrenz zu treten. „Wir brauchen ein Angebot für Familien, die nicht für zwei Stunden nach Halbendorf fahren wollen“, so Böse.

Geht es nach Detlef Wolsch, dann gehören ins Jahnbad Sprungturm und Steg nicht. Sie bergen zu viele Gefahren.

„Der Haushalt wird uns schon auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Dann sehen wir, was überhaupt machbar ist“, warf der berufene Bürger Knut Olbrich ein. Für Stadtrat Andreas Friebel (Klartext) war das alles „Kaffeesatz-Leserei. Aus meiner Sicht sollten wir die Maximalvariante ansetzen und dann von oben runter streichen.“

Was unbedingt Teil der Investition sein muss, sind Verbesserungen im Wasserbereich, eine Entschlammung, um den Wasserpflanzen den Nährboden zu nehmen. Das Thema spielt seit der Betreibung des Jahnbades durch die Telux - Orte der Soziokultur immer wieder eine Rolle. Timo Schutza (Klartext) spricht in dem Bereich von Ausgaben von 7000 Euro.

Geht es nach ihm, müsse das Projekt viel weiträumiger gedacht werden. Eine Verbindung Waldeisenbahn, Jahnbad, Tierpark bis hin zum Glasmuseum müsse man hinkriegen, um das Areal aufzuwerten und zu entwickeln.

Die Betreibung des Jahnbades ist noch für ein Jahr vertraglich gesichert. 2017 war eine sehr schlechte Saison. „So etwas können wir nicht dauerhaft kompensieren“, so Schutza zur RUNDSCHAU. 2016 hatte man in der Anlage über 9000 Badegäste begrüßen können.