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Plan für die nächsten zehn Jahre erstellt

Die Hegelpromenade in Weißwasser wird derzeit saniert. Was mit den angrenzenden Blöcken passieren soll, wird noch geprüft.
Die Hegelpromenade in Weißwasser wird derzeit saniert. Was mit den angrenzenden Blöcken passieren soll, wird noch geprüft. FOTO: Chr. Köhler
Weißwasser. Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser will 15 Millionen Euro investieren. Ein Block in der Boxberger Straße wird zurückgebaut. Christian Köhler

Die Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser (WGW) hat ihren gesamten Bestand von gut 3000 Wohnungen in Weißwasser, Schleife und Krauschwitz unter die Lupe genommen. Seit Oktober vergangenen Jahres befinde sich die Genossenschaft in der Fortschreibung des Unternehmenskonzeptes, erklärt der Technische Vorstand der WGW Dietmar Lange der RUNDSCHAU. "Wir haben uns Experten von der BTU Cottbus-Senftenberg mit ins Boot geholt." Die Stadtplaner haben laut Lange bereits erfolgreich in Hoyerswerda oder Cottbus ihr Können unter Beweis gestellt und nun in Weißwasser nicht nur die bauliche Struktur der WGW-Gebäude untersucht, sondern auch soziale und ökonomische Komponenten von Wohnquartieren analysiert.

Im Ergebnis werden in den kommenden zehn Jahren zahlreiche Wohnungszuschnitte geändert, der Einbau von weiteren Aufzügen und Balkonen an Wohnblöcken wird geprüft. Zudem werden Gebäude saniert und modernisiert. Eingeschlossen sind aber auch Teilrückbauten von Wohnungen zur Marktanpassung.

"Insgesamt sind 15 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen", berichtet Dietmar Lange und unterstreicht dabei: "Das ist für uns eine ungeheure Kraftanstrengung." Schließlich würden zahlreiche Maßnahmen einerseits vom Markt vorgegeben und andererseits von der Finanzierbarkeit abhängen.

So werde beispielsweise gegenwärtig geprüft, ob es bauliche Veränderungen an der Hegelpromenade in Weißwasser geben soll. "Derzeit wird die Straße grundhaft erneuert und wir sind dort mittelbar gefordert", sagt der Vorstand. Sämtliche Medienanschlüsse an den Fünfgeschossern werden neu verlegt. Was zukünftig aus der Wohnanlage werden soll, werde dagegen intensiv beraten. Mieter würden jedoch rechtzeitig informiert.

Insgesamt gehe es bei dem Zehn-Jahres-Plan darum, neben den Mietern sämtliche Akteure von der Stadt einzubeziehen. "Uns geht es um die Stadt und die Menschen, die hier leben", sagt Dietmar Lange. Weißwasser erhalte schließlich durch die beiden Großvermieter in der Stadt unter anderem sein Gesicht - und das soll weiter verbessert werden. Die Stadt bleibe ein Mittelzentrum, soll attraktive Wohnmöglichkeiten bieten. "Dazu wollen wir als Genossenschaft einen Beitrag leisten", gibt der Vorstand die Zielrichtung vor. "Meine persönliche Meinung ist, dass Weißwasser nicht schlecht aufgestellt ist", so Lange weiter, "die Stadt verfügt über alle Schulformen, hat eine breite Vereinslandschaft und bietet viele Möglichkeiten." Ende des Jahres soll das Konzept stehen. Bis dahin jedoch bleibt noch einiges an Arbeit zu bewältigen.

Denn aufgrund der demografischen Entwicklung innerhalb der Stadt bleibe auch der Rückbau in Weißwasser weiterhin ein Thema. So sollen beispielsweise ab Mitte August der Block in der Boxberger Straße 29 bis 32 sowie die Straße der Jugend 46 abgerissen werden. Bis zum Jahresende 2016 sind die Eingänge bereits leergezogen worden. Der Abriss soll bis zum Oktober abgeschlossen sein und inklusive Fördermittel ungefähr 200 000 Euro kosten.

Darüber hinaus investiere die WGW 2017 - wie durchschnittlich jedes Jahr - etwa zwei Millionen Euro in die Erhaltung ihrer Gebäude. "Es gehört zu unserem Selbstverständnis, ein gepflegtes Wohnumfeld zu bieten", unterstreicht Dietmar Lange. So zählte die Instandhaltung der Spielplätze oder der genossenschaftlichen Gehwege, der Grünanlagen inklusive aller notwendigen Verkehrssicherungsmaßnahmen genauso zum täglichen Geschäft.

"Ein Schwerpunkt in diesem Jahr bildet außerdem die Verstärkung der Elektroanlagen in den Gebäuden", kündigt Lange an. Dies sei dem technischen Fortschritt geschuldet, denn immer mehr elektrische Geräte kämen in den Haushalten zum Einsatz, was eine deutliche Verbesserung der Hauselektrik erfordere.

2017 sei ferner vorgesehen, das Dach des Wohnblocks in der Heinrich-Hertz-Straße in Weißwasser instand zu setzen. In Schleife stünden mit dem neuen Abwassersystem auch die Anschlusserneuerungen an die dortigen Gebäude der WGW an.

"Erstmals werden wir im September einen Familientag anbieten", sagt Dietmar Lange mit Blick auf das soziale Engagement der Genossenschaft. Neben Mitgliedergeburtstagen, jährlichen Ausfahrten für die Mieter, Ferienangeboten oder der Unterstützung der Welpenliga sei sich das Unternehmen stets seiner sozialen Verantwortung für die Stadt und die Vereine bewusst. "Dies werden wir auch in den kommenden Jahren in Weißwasser fortsetzen."