Von Regina Weiß

Ein Zug nähert sich einer Weiche. Dahinter verlaufen zwei Bahnstrecken. Auf einer sitzt eine gefesselte Person, auf der anderen fünf. Wie stelle ich die Weiche und warum in die eine oder nicht die andere Richtung? Oder gibt es etwa noch andere Möglichkeiten, den Zug aufzuhalten? Darüber kann man lange grübeln und noch trefflicher streiten. Der Philosophiekreis des Landau-Gymnasiums ist genau dafür entstanden. Schüler haben das Vorhaben im vergangenen Schuljahr angeschoben. „Das ist eine richtig coole Truppe“, lobt Lehrer Philipp Restetzki die Schüler aus den Klassenstufen zehn bis 12. Nicht nur für den Tag der offenen Tür am Samstag haben sie sich ins Zeug gelegt und den Klassenraum gestaltet, um über eine der jüngsten Arbeitsgemeinschaften im Ganztagsangebot zu informieren. Da hat die Schule nämlich allerhand zu bieten. Von Jazz bis Airbrush, von Tanzen bis Fotografie. Oder man möchte tiefer in das eintauchen, was die Welt zusammenhält. „Im Unterricht fehlt da oft die Zeit“, findet Jessica Tscherkasov. Doch wenn man sich eben mehr Gedanken macht, sich intensiver beschäftigt, dann ist der Philosophiekreis genau das richtige Metier. Manche diskutieren ganz offen und viel, andere hören lieber zu – jedem so, wie es gefällt. „Der Umgang ist sehr respektvoll“, schätzt Karl-Fred Welinsky ein. Und Jonas Bücklein findet es gut, „einfach mal die Gedanken laufen zu lassen.“ Dabei geht es richtig in die Tiefe. Leben und Tod sind genauso Themen, wie Gespräche über besondere Thesen. Eine solche lautet: Gehirn  im Glas. Heißt: Vielleicht ist unser Leben nur eine Fiktion und jemand schaut von oben auf uns drauf. Da kommt man als Gast echt ins Staunen, von wegen Generation Wisch-und-Weg. Philipp Restetzki, der seit Februar 2017 am Landau-Gymnasium lehrt, freut sich, dass 17 Schüler das Angebot rege und regelmäßig nutzen. Derzeit wird darüber nachgedacht, vielleicht auch jüngere Schüler mit ins Boot zu holen.

Mögliche zukünftige Schüler schauen sich Samstag mit ihren Eltern und Großeltern im Schlepptau die Schule an. Es herrscht ordentlich Betrieb. Manches Elternteil findet es allerdings zu zeitig, dass sich Kinder schon in der vierten Klasse für ihren weiteren Schulweg entscheiden müssen.

Zu den neuen Fächern, die auf die Kinder warten, gehört Geschichte. „Es ist natürlich das Lieblingsfach aller Schüler“, erklärt lachend Cornelia Frei. Die junge Frau, die aus Zittau stammt, ist seit 2016 am Landau-Gymnasium. Sie unterrichtet Geschichte und GWA.  Obwohl sie gern in den Randbereich von Dresden als Lehrerin gegangen wäre, sagt sie heute. „Die Lausitz hat ihre Vorteile.“ Die Schüler sind aktiv und das Klima im Kollegium gut.

Geht es nach Schulleiterin Andrea Herda dann kann das mit Lehrernachwuchs so weiter gehen, schließlich gehen am Schuljahresende fünf Kollegen in den Ruhestand. Zwei Referendare beenden demnächst ihre Ausbildung. Schön wäre es, sie würden in Weißwasser bleiben. Zwei weitere Referendare sind noch in Ausbildung. Sie werden gebraucht, denn es ist davon auszugehen, dass die neuen fünften Klassen vierzügig laufen werden. Genau weiß man das im März. Nach den Winterferien beginnt die Zeit der Anmeldung.