Wer waren sie, die Gefallenen des Ersten Weltkriegs? Helden, beweinte Tote? Fragen, die auf einer Tafel lesen kann, wer auf dem Friedhof in Weißwasser dem Pfad des Gedenkens folgt. Im nächsten Jahr soll an dieser Stelle aber noch eine andere Tafel stehen. Eine, die keine Fragen stellt, sondern Antworten gibt. "Wir wollen exemplarisch den Lebensweg eines Soldaten aus Weißwasser nachzeichnen, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist", erklärt Günter Segger, Vorsitzender der Denkmal-Kommission. Dazu sei man mit dem Nachfahren eines damals Verstorbenen in Kontakt getreten. Den Impuls für die Idee gab ein Jahrestag. Am 1. August 2014 jährt sich der Kriegsausbruch zum 100. Mal.

Nachbildung aus Kunststoff

Die zweite Tafel, die vor der Grabstelle an die toten Soldaten aus Weißwasser erinnert und im nächsten Jahr montiert wird, trägt nur ihre Namen. Dabei handelt es sich um eine Kunststoff-Nachbildung der Originalplatte aus Bronze, die vor zwei Jahren abgeschraubt und eingelagert worden ist. Damit reagierte die Stadt damals auf den Diebstahl einer Bronzetafel mit den Namen Gefallener des Zweiten Weltkriegs. Die Nachbildungen, die mit Landesmitteln für die Denkmalpflege bezahlt werden, seien nicht nur uninteressant für Diebe, so Segger. Sie würden auch so aussehen wie die Originale, dabei aber viel witterungsbeständiger sein.

Was die Witterung im Lauf der Jahre anrichten kann, sehe man den Steinplatten mit den Namen der Opfer des Nationalsozialismus an, so der Denkmalschützer. Nur mit Mühe ließen sich heute noch die Schriftzüge entziffern. Gerade für ältere Leute, die sich aber bevorzugt dafür interessieren. Diese Schriftzüge sollen nun im nächsten Jahr vom Steinmetz nachgezogen und damit wieder gut lesbar gemacht werden.

Namen, die heute noch gar nicht alle feststehen, werde eine Tafel tragen, die an die Opfer aus Weißwasser beim Volksaufstand am 17. Juni 1953 erinnern soll. Hier hoffe die Denkmal-Kommission noch auf Hinweise von Bürgern. Die Tafel, so Segger, soll dort in eine Mauer eingelassen werden, wo sich früher die jüdischen Gräber befunden haben und den Pfad des Gedenkens erweitern.

Auch außerhalb des Friedhofs hat die Denkmal-Kommission einiges vor. Das Denkmal mit der Friedenstaube Ecke Muskauer Straße/Teichstraße werde eingefriedet, das Turnerheim eine Tafel im Eingangsbereich bekommen. Weiter sei ein Stahlrohrrahmen für das Zwei-Kaiser-Denkmal am Rathaus vorgesehen.

Ziegel vom Abriss-Haus

Etwas Geduld haben müssen noch die Freunde des Alten Friedhofs in der Jahnstraße. Die Sanierung der Eingangspforten musste schon vor einigen Wochen unterbrochen werden. Es fehlte an den passenden Ziegeln für die Dachhauben. Die hätten sich nun im Schleifer Raum gefunden. Ein älteres Haus, das dort im Zuge der Umsiedlung Mitte nächsten Jahres abgerissen wird, liefert den begehrten Baustoff.