ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:30 Uhr

Bad Muskau
Petrus ist kein Freund schöner Blumen

Die beiden Bürgermeister von Bad Muskau und Leknica, Andreas Bänder (l.) und Piotr Kuliniak, pflanzen sechs Hortensien vor dem Lindenhof. damit ist die Parkstadt um einen weitere Attraktion reicher.
Die beiden Bürgermeister von Bad Muskau und Leknica, Andreas Bänder (l.) und Piotr Kuliniak, pflanzen sechs Hortensien vor dem Lindenhof. damit ist die Parkstadt um einen weitere Attraktion reicher. FOTO: Ingolf Tschätsch
Bad Muskau . Bad Muskau hat am Sonnabend das zweite Hortensienfest gefeiert. Die Veranstaltung, die bei Regenwetter stattfand, gestaltete sich zu einem deutsch-polnischen Gemeinschaftswerk mit der Partnerstadt Leknica. Von Ingolf Tschätsch

Zweites Bad Muskauer Hortensienfest, diesmal in der Parkstadt höchstselbst: Da muss ganz einfach die Sonne lachen. Doch Petrus scheint mit den Sommerblühern auf Kriegsfuß zu stehen. Als Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) und sein polnischer Amtskollege Piotr Kuliniak aus der Partnerstadt Leknica/Lugknitz am Sonnabend die Veranstaltung am Kulturhaus Lindenhof eröffnen, ist der Himmel grau in grau, und es regnet zeitweise. Daran kann auch der Auftritt des hiesigen Spielmannszuges zuvor nichts ändern.

Das Oberhaupt der Parkstadt erinnert daran, dass Bad Muskau Hortensienstadt werden möchte. Nicht zuletzt, weil es die Lieblingsblume von Fürst Pückler war. Die Partner jenseits der Neiße ziehen bei diesem Projekt mit und haben im vergangenen Jahr erstmalig ein Hortensienfest ausgerichtet. Man sei laut Bänder mit den Polen überein gekommen, dieses Fest zu einem dauerhaften Höhepunkt zu entwickeln und abwechselnd in beiden Kommunen stattfinden zu lassen. Nun ist also Bad Muskau mit der Nummer zwei an der Reihe.

Weil nun aber rings um den Lindenhof keine einzige Hortensie zu sehen ist  - die sind im Stadtzentrum im Bereich Kirchstraße und Kirchplatz zu finden - haben die beiden Bürgermeister aus der Not eine Tugend gemacht. Sie pflanzen dort an zwei Stellen jeweils drei dieser wunderbaren Blumen.

Das Fest ist ein deutsch-polnisches Gemeinschaftswerk. Nicht nur die Informationen an den Ständen sind zweisprachig abgefasst. Auch die Betreuer dort kommen zumeist sowohl aus Bad Muskau als auch aus Leknica. So seien deutsche und polnische Erzieherinnen beispielsweise beim Kinderschminken eingesetzt, wie Hortleiterin Elke Klein erzählt. Nicht anders verhält es sich gleich daneben, wo die Jüngsten Beutel bedrucken und Buttons gestalten können. Hier hat der Verein MusKnica seinen Platz. Sein Name leitet sich aus den ersten drei Buchstaben von Muskau und den letzten vier von Lek­nica ab. „Wir sind zwar in Deutschland registriert, wirken aber grenzübergreifend. Deshalb haben wir auch polnische Mitglieder. Wir sind ein noch junger Vereins, den es erst seit Ende 2015 gibt. Befinden uns sozusagen noch im Aufbau“, wie Christian Schneider berichtet. Er leitet zusammen mit Tom Lehnert MusKnica. Schneider spricht fließend Polnisch, übersetzt auf dem Fest für die polnischen Gäste. Seine Frau Basia - die später beim Grillwettbewerb mitmacht - stammt aus dem Nachbarland. Übrigens: Auch eine Delegation aus Doksy, der Partnerstadt Bad Muskaus in der Tschechischen Republik, hat den Weg zum Lindenhof gefunden.

Dirk Eidtner, Bad Muskaus Hauptamtsleiter, betont, dass sich die Vereine der Stadt bei diesem zweiten Hortensienfest voll einbringen. So sind beispielsweise die Fußballer von Rot-Weiß, Elferrat mit Funkengarde, der Gemischte Volkschor Eintracht oder die Muskauer Freizeitunion mit von der Partie. „Wir haben die Möglichkeit, über eine EU-Förderung die Vereine dafür ein wenig finanziell zu belohnen. Das ist sonst nicht der Fall“, erklärt er.

Während draußen Trubel an den Mitmachständen herrscht, geschwatzt, gelacht, gegessen und getrunken wird - die Seniorenfrauen aus Leknica bieten übrigens leckeren Kuchen und anderes Gebäck an - wird drinnen im Lindenhof Kultur genossen.  Gerade sorgt die Musikschule Fröhlich für Unterhaltung. Aber auch mit dem 2016er-Sommerhit „Sofia“ des Spaniers Alvaro Soler können die Musiker das schlechte Wetter nicht vertreiben. Weitere Akteure auf der Bühne sind Kindergarten, Schule, Chor und Trommelgruppe aus Leknica, der Gemischte Volkschor Eintracht Bad Muskau sowie Elferrat und Funkengarde.

Als eine weitgehend deutsch-polnische Angelegenheit präsentiert sich auch der Grillwettbewerb am späten Nachmittag, organisiert vom Verein MusKnica. Die Leckereien der drei Teams lassen auch René Koinzer, auch als „Keule“ bekannt, ins Schwärmen geraten. Schließlich genießt der Vizepräsident des Elferrates Bad Muskau als einer von zwei Juroren das Vorrecht, die Speisen als Erster zu testen, was ihm wahre Gaumenfreuden bereitet. An seiner Seite befindet sich Bettina Kowalska-Targonska, die Leiterin des Kulturhauses Oksir im benachbarten Leknica. So ist auch bei der Jury dieses originellen Grillwettbewerbs die deutsch-polnische Zusammenarbeit und Freundschaft keineswegs nur eine Floskel.

Ein deutsch-polnisches Grillteam: Basia und Birgit wussten mit ihren Spezialitäten die Gäste zu begeistern.
Ein deutsch-polnisches Grillteam: Basia und Birgit wussten mit ihren Spezialitäten die Gäste zu begeistern. FOTO: Ingolf Tschätsch
Für gute Unterhaltung im Kulturhaus hat auch die Musikschule Fröhlich mit ihrem Konzert gesorgt.
Für gute Unterhaltung im Kulturhaus hat auch die Musikschule Fröhlich mit ihrem Konzert gesorgt. FOTO: Ingolf Tschätsch