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| 02:39 Uhr

Personenzüge rollen wieder auf Magistrale

Bautzen. Der Verkehrsverbund Zvon beschließt die Wiederaufnahme des Verkehrs zwischen Görlitz und Hoyerswerda. Die Fahrzeit verkürzt sich um zehn Minuten. Uwe Menschner / ume

Zwischen Hoyerswerda und Horka werden ab Dezember 2018 wieder Personenzüge rollen. Der Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) hat auf seiner jüngsten Sitzung eher als ursprünglich erwartet den entsprechenden Beschluss gefasst. Wie Christoph Mehnert, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes, bestätigt, werden die Züge nach der Wiederaufnahme im Zwei-Stunden-Takt verkehren. Die Fahrzeit zwischen Görlitz und Hoyerswerda verkürzt sich demnach infolge der Ausbaumaßnahmen um zehn Minuten auf circa eine Stunde.

Nahverkehrsplan

Ursprünglich sollte der Nahverkehrsplan für die kommenden Jahre bereits auf der Verbandsversammlung am Freitag beschlossen werden. "Es gab aber so viele Wortmeldungen, dass wir davon Abstand nehmen", so der Verbandsvorsitzende und Bautzener Landrat Michael Harig (CDU). Vielmehr wolle man einen Erörterungstermin, ähnlich wie bei Planfeststellungsverfahren, einberufen.

"Es hat etwa 80 Stellungnahmen gegeben", präzisiert der stellvertretende Zvon-Geschäftsführer Christoph Mehnert. Die meisten Einwender äußerten die Sorge, vom Zugverkehr "abgekoppelt" zu werden, da kleinere Haltepunkte künftig seltener bedient werden sollen. "Hier stehen wir in einem Spagat", so Mehnert: "Einerseits wollen wir den Anschluss der gesamten Region an den Fernverkehr in Dresden gewährleisten und hierfür schnelle Verbindungen anbieten. Auf der anderen Seite steht das Anliegen, die gesamte Region zu bedienen."

Verschlechterte Pünktlichkeit

Die Pünktlichkeit der Züge im Zvon-Gebiet hat sich 2016 verschlechtert.

Dies geht aus dem den Verbandsräten vorgestellten Geschäftsbericht des Zweckverbandes hervor. Insbesondere betraf dies die Länderbahn, die unter dem Markennamen Trilex zwischen Bischofswerda und Görlitz beziehungsweise Zittau fährt und nur noch auf eine Pünktlichkeitsrate von 95 Prozent (zuvor: 98 Prozent) kommt.

Der stellvertretende Zvon-Geschäftsführer Christoph Mehnert führt dies vor allem auf verstärkte Bautätigkeit und damit verbundenen Schienenersatzverkehr zurück. "Mit dem Neubau der Brücke über die Zeppelinstraße in Bautzen haben wir gegenwärtig eine sehr große und problematische Baustelle", so Mehnert.

Zusammenarbeit mit dem Vvo

"Dass ich gegenwärtig Vorsitzender sowohl des Zvon als auch des Verkehrsverbundes Oberelbe (Vvo) bin, beschwört eine gewisse Erwartungshaltung herauf", so der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU). Nicht wenige erhoffen sich von einer baldigen Fusion der beiden Zweckverbände einfachere und vor allem billigere Tarife nach Dresden und darüber hinaus. Demgegenüber stehen aber auch Befindlichkeiten aus dem Landkreis Görlitz, der befürchtet, bei einem solchen Prozess "untergebuttert" zu werden. Dies betonte auch der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) auf der jüngsten Sitzung seines Kreistages, wo er erklärte: "Bislang ist noch keine einzige unserer Fragen zu einer möglichen Fusion beantwortet worden. Deshalb können wir noch nicht in die politische Diskussion gehen."

Sein Bautzener Kollege und Vorsitzende beider Verbände versichert, dass man die entsprechenden Gespräche mit dem Landkreis und der Stadt Görlitz führen wolle. "Wir sollten aber auch nicht so lange warten, bis uns die Fusion vom Gesetzgeber übergestülpt wird", erklärt Michael Harig.