ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:53 Uhr

Tourismus
Per Drahtesel Heimat entdecken

Das Wildtiergehege in Mühlrose ist vor allem für Kinder ein Geschenk. Hier können sie die Tiere aus nächster Nähe betrachten. b
Das Wildtiergehege in Mühlrose ist vor allem für Kinder ein Geschenk. Hier können sie die Tiere aus nächster Nähe betrachten. b FOTO: Gabi Nitsche
Trebendorf. Trebendorf mit dem Ortsteil Mühlrose hat viel Interessantes für Touristen zu bieten. Von Gabi Nitsche

Zu einer visuellen Radpartie durch die Heimatgemeinde hat René Mettke während der jüngsten Ratssitzung eingeladen. Anhand dieser Präsentation, die er für die Touristische Gebietsgemeinschaft Neißeland (TGG) zusammengestellt hat, wurde jedem klar: Auch Trebendorf und Mühlrose haben viel Interessantes für Touristen zu bieten. Die Kommune ist Neu-Mitglied in der TGG, René Mettke vertritt sie dort und möchte die Möglichkeiten nutzen, die sich aus dieser Kooperation ergeben.

Trebendorf grenzt so wie Schleife und der Namensgeber Halbendorf an den Halbendorfer See. Wer von dort mit dem Drahtesel den Ort erreicht, sieht die vielen neuen schönen Häuser, die in den letzten Jahren entstanden sind – hier haben die ehemaligen Bewohner vom Ortsbereich Hinterberg neu Wurzeln geschlagen. Sie mussten wegen des Tagebaus Nochten vor einigen Jahren umsiedeln. Der weitere Weg führt den Besuch in die Grüne Mitte, wie die Trebendorfer ihr neues Ortszentrum nennen, das auch im Zuge der Umgestaltung neu entstanden ist. René Mettke weist auf das Haus der Vereine, die Sportanlagen, das gelungene Domizil für die Kita und auf den Schuster-Hof hin. Das einstige Wohnhaus des über die Grenzen von Trebendorf hinaus bekannten Dudelsackspielers Hans Schuster – in Erinnerung an ihn ziert ein Emblem mit einem Dudelsack die Uniformen der Feuerwehr-Kameraden – ist in die Mitte des Dorfes umgesetzt und saniert worden. Vor acht Jahren eingeweiht, lebt der Hof dank der rührigen Domowina-Ortsgruppe, die hier viele Veranstaltungen anbietet und damit alte sorbische Bräuche am Leben hält. Ein Beispiel sind die musikalischen Sonntage.

Weiter führt die Radfahrt mit dem späteren Ziel Mühlrose. Unweigerlich fällt der Blick auf die gerade jetzt herrlich blühende Rhododendronsenke. Kaum zu glauben, dass hier mal eine richtige Dreckecke war, eine alte Kiesgrube. Die Senke ist Teil eines besonderen Projektes namens „Dendrologisches Dorf“. Unzählige Pflanzungen erfolgten an den neuen Wohnstandorten, sortiert nach Kontinenten, woher die Pflanzen ursprünglich stammen: Asien, Europa, Orient, Amerika. Was noch immer fehlt, sind Informationstafeln und Hinweisschilder für diesbezügliche Rundgänge. Die Trebendorfer hatten all das und noch viel mehr mit Vattenfall ausgehandelt im Zusammenhang mit der Umsiedlung von Klein Trebendorf. Doch die gibt es nicht, da sich Unternehmsnachfolger Leag gegen Nochten II entschieden hat. Die Frage ist derzeit unbeantwortet, ob damit die weiteren Pläne für das Dendrologische Dorf Makulatur sind, oder ob es gelingt, im Zuge der Umsiedlung vom Ortsteil Mühlrose etwas zu erreichen. Apropos Mühlrose. Am Weg dorthin stößt der Pedalritter auf die Reinert Ranch. Ein Paradies mit den Tieren, den Tobe- und auch Bademöglichkeiten vor allem für Familien.

Weiter geht’s auf dem Radweg nach Mühlrose. Dem „lebenswerten Ort“, so René Mettke, wo man in einem Garten eine Modelleisenbahn findet, der Glockenturm zum Wahrzeichen gehört und vor allem das Wildtiergehege Kinder begeistert.

Für die Präsentation gab es Applaus und Lob von den Räten sowie Bürgermeister Waldemar Locke (CDU). Der unterstrich das Potenzial von Trebendorf.

Trebendorf ist dendrologisches Dorf, die Rhododendronsenke gehört dazu.
Trebendorf ist dendrologisches Dorf, die Rhododendronsenke gehört dazu. FOTO: Joachim Rehle