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| 02:58 Uhr

Parks besuchen Bad Muskau

Das Schloss Wojanow mit Blick auf die Schneekoppe im Riesengebirge macht Lust auf Entdeckungstouren durch die polnischen Parkanlagen.
Das Schloss Wojanow mit Blick auf die Schneekoppe im Riesengebirge macht Lust auf Entdeckungstouren durch die polnischen Parkanlagen. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Der Muskauer Park hat in diesen Tagen seine Kollegen eingeladen, sich im schönsten Zimmer des Neuen Schlosses zu präsentieren. Im Rittersaal (Bibliothek) finden Besucher seit Dienstag die Wanderausstellung über den Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße. Regina Weiß

Rot-weiß leuchtet das Schloss Wojanow (Schildau) im satten Grün. Im Hintergrund erhebt sich die Schneekoppe aus dem Riesengebirgsmassiv. Ein Bild, das Lust macht auf Urlaub und Erkundungen. Umrahmt wird das Schloss, das Kaiser Wilhelm III. seiner Tochter Luise zur Hochzeit schenkte, von einer 16 Hektar großen Parkanlage. Deren Gestalter war der berühmte Landschaftsarchitekt und Direktor der Preußischen Gärten, Peter Joseph Lenné, der auch im in der Nähe gelegenem Schloss Mysakowice (Erdmannsdorf) engagiert war.

Neben Schloss und Park Schildau präsentieren sich 29 Parkanlagen der Region Oberlausitz und des polnischen Teils von Niederschlesien nun in Wort und Bild im Rittersaal. Die Ausstellung ist bis zum 16. April in Bad Muskau zu sehen. Dann wandert sie ins Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau und wird danach weitere Orte der Region besuchen.

"Es sind tolle Fotos", lobt Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau. Gerade der Muskauer Park/Park Muzakowski sei prädestiniert, dieses deutsch-polnische Gartennetzwerk zu präsentieren. Von Muskau aus könnte man sich auf den Weg machen, die Anlagen zu erkunden. "Ich muss zugeben, auch ich kenne noch nicht alle", so Panning.

Willem Riecke, Vorsitzender des Vereins Gartenkulturpfad und Bürgermeister von Herrnhut, spricht beim Blick auf die Anlagen von einem Schatz, den es lohnt zu entdecken, auch wenn manchen Anlagen noch die nötige Pflege fehle. "Das ist keine leichte Aufgabe", so Riecke. Doch in kleinen Schritten gehe es auch da voran.

Projektleiterin Brigitta Wend berichtet, dass man Anlagen mit Parkkonzepten weiterhelfen konnte. So habe man für den Park Königshain eine Archivrecherche gemacht. Der Blick in die Geschichte werde gebraucht, um in den Anlagen von heute arbeiten zu können. "Ich habe auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das mit den mobilen Gartenteams was wird, die dann von Anlage zu Anlage wandern", sagt die Projektleiterin. Denn das war vor Jahren ja der Stein des Anstoßes, warum sich das Gartennetzwerk gegründet hatte. Nun haben alle Beteiligten die Hoffnung, dass das Vorhaben, um im Gartenjargon zu bleiben, nicht in der ungeschnittenen Hecke stecken bleibt.

Bei einer Tagung im Sommer werden die bislang erreichten Ergebnisse der zweijährigen Arbeit, die durch das deutsch-polnische Ziel 3Programm gefördert wurde, in Krobnitz präsentiert. "Wir hoffen auf eine Erweiterung bis Jahresende und dann setzen wir natürlich auf die neue Förderperiode", so Brigitta Wend.

Derweil macht der Gartenkulturpfad auch aus touristischer Sicht von sich reden. Denn spezielle Routen für Gartenfreunde sind in Zusammenarbeit mit der Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien erstellt worden. In zwei Wochen will das Gartennetzwerk 24 Reiseveranstaltern die Gärten in der Oberlausitz und im Hirschberger Tal präsentieren.

Die Ausstellung ist bis zum 16. April täglich von 10 bis 18 Uhr im Neuen Schloss geöffnet.

Neben der Ausstellung soll auch ein Film Lust auf Besuche in den Gartenanlagen machen. Die Kurzfassung wurde am Dienstag gezeigt, an der Langfassung wird gerade gearbeitet.

Die Ausstellung entstand unter Federführung der Stiftung für das Hirschberger Tal.

Informationen zu den Parks und Veranstaltungen finden sich auf der Seite:

www.gartenkulturpfad- neisse.org