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| 14:28 Uhr

Probleme beim Parken am Bahnhof in Weißwasser
Parkplatz kommt nicht so schnell

 Der Bahnhofsvorplatz in Weißwasser ist 2009 umgestaltet worden und bietet 68 Parkplätze.
Der Bahnhofsvorplatz in Weißwasser ist 2009 umgestaltet worden und bietet 68 Parkplätze. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Händler und Bürger in Weißwasser wünschen sich eine Erweiterung am Bahnhof. Allerdings läuft die Bindungsfrist noch bis 2024. Das Rathaus sieht zudem alle in der Verantwortung. Von Christian Köhler

Mehr als 1200 Unterschriften hat Maria Höland vom Optiker- und Hörgerätegeschäft „Wette und Schnell“ in Weißwasser während der Einwohnerfragstunde des jüngsten Ratssitzung an Bauamtsleiter Thomas Böse übergegeben. Die Listen haben sechs Wochen in den Geschäften rund um den Bahnhof ausgelegen. Die Unterzeichner samt Händler fordern darin, die ungenutzte Fläche zwischen den Parkplätzen am Bahnhofsvorplatz künftig als Parkplätze zu nutzen. „Es ist schwierig, dort stets einen Parkplatz für unsere Kunden zur Verfügung zu stellen“, so Maria Höland.

Thomas Böse habe sich auf Grund eines RUNDSCHAU-Beitrages bereits darauf vorbereitet und antwortet prompt ausführlich. „Das Problem ist“, so beginnt er, „dass hier ein förderrechtlicher Tatbestand vorliegt.“ Als nämlich 2009 der mit Fördermitteln sanierte Platz übergeben wurde, wo sich einst der alte Busbahnhof befunden hatte, war die Stadt eine Bindungsfrist eingegangen. Bei der Planung zum Vorplatz sei es politisch gewollt gewesen, dass die Mitte für Veranstaltungen frei bleibt. „Dahinter stecken Stadtratsbeschlüsse“, begründet Böse weiter. Es sei nämlich nicht so, dass die Stadt eigenmächtig handelt. „Fakt ist aber, dass die Frist 15 Jahre beträgt“.

Ferner weist der Bauamtsleiter darauf hin, dass die Forderung nach mehr Parkplätzen kein neues Thema sei. In regelmäßigen Abständen seien verschiedene Interessengruppen auf die Stadt zugekommen und haben mehr Parkplätze gefordert. Deshalb hätten Rathausmitarbeiter stichprobenartig im Sommer 2017 überprüft, wie die Lage tatsächlich ist (siehe Infobox). Stets hätten dabei freie Parkplätze zur Verfügung gestanden – auch wenn zu unterschiedlichen Tageszeiten nachgesehen wurde. Anlieger hingegen meinen, dass „es gerade am Morgen und Vormittag ein großes Problem mit dem Parken gibt“.

FOTO: Christian Köhler

In diesem Zusammenhang erklärt Thomas Böse weiter: „Die Errichtung von Parkflächen ist nicht förderfähig.“ Ferner gebe es auch für Gewerbetreibende einen Stellplatznachweis für die Kundschaft. Diesen könnten viele nicht erbringen. „Worauf ich hinaus will ist, dass nicht nur die Stadt in der Verantwortung steht, genügend Parkflächen zur Verfügung zu stellen“, argumentiert Thomas Böse weiter. Er nehme das Thema mit in sein Referat, wo nochmals geprüft werde, wie man damit umgeht. Entscheiden, ob zusätzliche Parkflächen kommen sollen oder nicht, das müsse letztlich aber der Stadtrat. „Es lässt sich bestimmt mit der Fördermittelstelle reden“, deutet Böse eine Möglichkeit an.

Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) wiederum gibt zu verstehen, dass „wir uns im Rahmen der Bahnhofssanierung überlegen müssen, ob die Stellplätze an der Forster Straße ausreichen werden“. Auch hier bestehe Handlungsbedarf. Das letzte Wort in der Sache Bahnhofsvorplatz sei also noch nicht gesprochen.

FOTO: Christian Köhler