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Muskauer Park
Parkdirektor: Vandalismus gehört zum Geschäft

Bad Muskau. Der Brand der Branitzer Pückler-Pyramide sorgt auch im Muskauer Park für Betroffenheit. Mit Vandalismus hat das Neiße-Ensemble ebenfalls zu kämpfen. Von Torsten Richter-Zippack

„Da rauft man sich echt die Haare. Es ist so traurig und tragisch, was mit der Branitzer Pyramide passiert ist“, sagt Cord Panning, Direktor des Muskauer Landschaftsparks und Geschäftsführer der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“. Und fügt hinzu, dass Vandalismus „leider zum Geschäft gehört“.

 Nach dem Brand des Wahrzeichens des jüngeren der beiden Pückler-Parks blickt Panning noch intensiver auf den Vandalismus im Ensemble an der Neiße. „Auf dem 800 Hektar großen Areal können wir nicht immer jede Ecke im Blick haben“, sagt er. Dennoch würden aufmerksame Bürger Schäden ziemlich zeitnah melden. „Wir versuchen dann, diese möglichst geräuschlos und zügig zu beseitigen.“ Wie viel Geld Panning jedes Jahr dafür investieren muss, könne er nicht sagen. Nur so viel: „Manchmal möchte ich schon den Kopf in den Sand stecken. Aber es hilft ja nicht. Wir müssen weitermachen.“ Immerhin: Im Vergleich zu Grünanlagen in Großstädten sei es im Muskauer Park relativ ruhig. „Wenn ich sehe, was etwa im Berliner Tiergarten so vor sich geht, sind wir noch gut bedient.“

Trotz des Anschlages auf die Branitzer Pyramide werde im Muskauer Park kein separater Sicherheitsdienst patrouillieren. „Das würde Hunderttausende Euro kosten“, rechnet Cord Panning vor. Auch wäre eine Einzäunung keine Lösung und vom Parkgründer, dem Fürsten Hermann von Pückler, auch gar nicht gewollt: „Das Schöne an seinen Ensembles ist ja, dass sie nahezu unmerklich in die umgebende Landschaft übergehen“, erklärt der Parkdirektor.

Die meisten Vandalismusschäden im Muskauer Park bilden nach Angaben der Stiftung ins Wasser geworfene Steine, Bänke und Pflanzen. Solche Unflätigkeiten ließen sich kaum gänzlich eliminieren. Wesentlich ärgerlicher, und da sei für Cord Panning auch „Schluss mit lustig“, seien gelegte Brände. Noch heute schmerze der Verlust der alten Hermanns­eiche, die im Jahr 1987 angezündet worden war. Ebenfalls auf der polnischen Parkseite war später die Clementineneiche in Flammen aufgegangen. Und erst vor ein paar Jahren hatte jemand die Rinde einer altehrwürdigen Sumpfzypresse in Brand gesetzt. „Zum Glück hat der Baum überlebt“, erinnert sich Panning.

Die Täter zu schnappen, sei zwar sehr wünschenswert, gelinge aber nur selten. Erinnert sei an den Graffitisprayer, der erwischt wurde, aber letztendlich nur ein paar Sozialstunden ableisten musste.

Dem Bad Muskauer Publikum bescheinigt Cord Panning jedenfalls eine sehr hohe Disziplin. Und die Stiftung sei für jeden Hinweis auf Vandalismus sehr dankbar.