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| 01:32 Uhr

(Park)-Traum könnte doch Realität werden

Vor der Kulisse des zerstörten Brühlschen Schlosses in Brody (Pförten) ist der neue Brunnen ein anmutiger Blickfang. Die Brunnenanlage gehört zu den Vorhaben innerhalb eines Programms zur Erhaltung der Schloss- und Gartenanlage, die zwischen 1740 und 1763 im Auftrag des Reichsgrafen Heinrich von Brühl gestaltet wurde. Ein weiterer Höhepunkt wird das 1. Polnisch-Deutsche Parkseminar im Oktober sein. Die Anlage in Brody gehört zum deutsch-polnischen Gartenkulturpfad.Foto: LR-Archiv/Kundisch
Vor der Kulisse des zerstörten Brühlschen Schlosses in Brody (Pförten) ist der neue Brunnen ein anmutiger Blickfang. Die Brunnenanlage gehört zu den Vorhaben innerhalb eines Programms zur Erhaltung der Schloss- und Gartenanlage, die zwischen 1740 und 1763 im Auftrag des Reichsgrafen Heinrich von Brühl gestaltet wurde. Ein weiterer Höhepunkt wird das 1. Polnisch-Deutsche Parkseminar im Oktober sein. Die Anlage in Brody gehört zum deutsch-polnischen Gartenkulturpfad.Foto: LR-Archiv/Kundisch FOTO: LR-Archiv/Kundisch
Um so manches Projekt realisieren zu können, braucht es die Ausdauer eines Marathonläufers. So auch beim Projekt des Fördervereins Fürst-Pückler-Region Bad Muskau. Der fühlt sich dem Aufbau von Pflegemanagement und Stützpunkten für die Parks im Gartenkulturpfad verpflichtet. Die Realisierung dieses Projektes rückt nun endlich näher. Von Regina Weiß

Vereins-Geschäftsführerin Annemarie Harzbecher hat manchmal eine recht bildhafte Sprache. „Manche Türen muss man mehrfach versuchen einzurennen. Da hat man dann am Ende eine ganz blaue Schulter. Andere Türen gehen dagegen fast von allein auf“, erzählt sie im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Viele Türen waren und sind es, die der Förderverein öffnen musste, um sein Projekt auf den Weg zu bringen. Derzeit arbeitet man an der Vollendung des Förderantrages für das deutsch-polnische Programm Ziel 3 und ist laut Annemarie Harzbecher „optimistisch, dass es klappen wird.“

Als man vor fünf Jahren mit der Vision eines Gartenkulturpfades an die Öffentlichkeit ging, war klar, dass es vieler Anstrengungen braucht, um Gartenanlagen, die diesseits und jenseits der Neiße im Dornröschenschlaf schlummern, zu neuem Leben zu erwecken. Denn gerade mit der Pflege der Anlagen waren und sind die Kommunen überlastet. „Da hat sich in den vergangenen Jahren nichts verbessert. Viele Kommunen können diese Arbeit einfach nicht leisten“, weiß Annemarie Harzbecher. Deshalb sollte im Rahmen des Gartenkulturpfades konkrete Unterstützungarbeit für eben jene Anlagen geleistet werden. „Dieser, unser Traum kann nun doch noch Realität werden“, erklärt Annemarie Harzbecher, wohlwissend, dass mancher schon nicht mehr daran geglaubt hat.

Die Rede ist von Parkpflegestützpunkten. Vier sollen insgesamt entstehen, davon je zwei auf deutscher und polnischer Seite. Pro Stützpunkt sind Stammpersonal, Technik sowie Arbeitskräfte aus der jeweiligen Kommune plus Auszubildende aus der Pflegeschule geplant. Dies setzt natürlich wiederum die fachlich versierten Arbeitskräfte und die Auszubildenden voraus. Deshalb wird bei dem Projekt „Tourismusmarketing und Pflegemanagement für Parks und Gärten beiderseits der Neiße“ auch in einem ersten Schritt auf Schulung und Qualifizierung gesetzt, wie Annemarie Harzbecher erklärt. Als Basis soll hierfür die Muskauer Schule genutzt werden. Geplant sind ferner zentrale Fortbildungsangebote an den Welterbestätten wie der Muskauer oder der Wörlitzer Park. Zudem sind dezentrale Schulungsangebote für die praktische Gartendenkmalpflege vorgesehen. „Und die müssen dann im jeweils betreffenden Garten oder Park stattfinden, damit die Leute vor Ort auch wissen, was auf sie zukommt und wo sie anpacken müssen, um die Anlagen am Leben zu erhalten“, so Annemarie Harzbecher. Natürlich sind Parkpflegekonzepte für die einzelnen Anlagen die Voraussetzung für die Arbeiten, denn wildes Drauflosschneiden kann nicht Zweck des Ganzen sein. „Wir bleiben auch während der Umsetzung dieses Projektes bei den Parkseminaren“, erfährt die RUNDSCHAU. Diese könnten in Anlagen, wo bisher noch nichts oder wenig passiert ist, ein Anschub für die Arbeit sein. Gute Erfahrungen sprechen in Kromlau, Rothenburg oder auch Neschwitz für sich.

Neben der praktischen Arbeit in den Anlagen und der Weiterbildung von Personal gehört zum Projekt auch die Erstellung eines Marketingkonzeptes sowie verbesserte touristische Angebote. „Natürlich haben wir für das Ganze mehrere Partner auf deutscher und polnischer Seite mit dabei. Ohne sie würde es nicht funktionieren“, erklärt Annemarie Harzbecher.

Stolz ist sie, dass der Förderverein als Träger für das deutschlandweite Gartennetzwerk eine Vorreiterrolle einnimmt. „Wir sind die ersten, die das mit dem Pflegestützpunkten angehen.“ Funktioniert es dies- und jenseits der Neiße, dann funktioniert es auch anderswo. „Denn die Erhaltung und Pflege kleiner Parks ist deutschlandweit ein Problem.“

Fließen die EU-Fördermittel, dann sind die nächsten drei Jahre feste Strukturen sicher. „Danach planen wir, das Ganze in einer Stiftung fortzuführen.“ Schon wird in den Gremien des Gartennetzwerkes über ein solches Vorhaben gesprochen.