Anschließend verlegt die Brigade auf den Truppenübungsplatz Oberlausitz. Die Deutsch-Französische Brigade mit Sitz im badischen Müllheim ist der weltweit einzige binationale militärische Großverband. In der Brigade versehen Angehörige der Bundeswehr und des französischen Heeres gemeinsam ihren Dienst, heißt es in einer Pressemitteilung. Ihre diesjährige Großübung mit dem Namen "Feldberg" findet noch bis zum 22. März in Sachsen statt.

Mehr als 2100 Soldaten

An der Übung nehmen mehr als 2100 deutsche und französische Soldaten mit rund 400 militärischen Fahrzeugen aus allen Truppenteilen der Brigade teil.

Die Übung begann mit dem Entladen der Gefechtsfahrzeuge im Militärbahnhof Zeithain am 6. März. Sofort nach der Entladung sollten die schnellen Aufklärungskräfte der Brigade das Gebiet erkunden.

Als Schwerpunkt steht anschließend das Überqueren der Spree mit allen Fahrzeugen auf einer eigens von den Pionieren der Brigade aufgebauten Brücke. Dabei will die Deutsch-Französische Brigade ihre schnelle Verlegefähigkeit und die reibungslose Zusammenarbeit von Soldaten beider Nationen unter Beweis stellen. Besonders zwischen Zeithain, Groß Döbbern und Weißwasser werden sich viele militärische Fahrzeuge bewegen.

"Alle Teilnehmer an der Großübung werden selbstverständlich sämtliche gesetzlich vorgeschrieben Auflagen zum Schutz von Natur und Umwelt strikt einhalten und bei der Nutzung von Straßen, Wegen und Einrichtungen größte Sorgfalt und Umsicht walten lassen", betont das Militär.

Der Kontakt zwischen Soldaten und Bevölkerung sei während der Großübung ausdrücklich erwünscht. Davon wusste allerdings unser Leser Thomas Schulz aus Krauschwitz noch nichts. Seine Familie wurde am Mittwoch gegen 21.45 Uhr von einer Panzerkolonne überrascht.

Dröhnen bis ins Wohnzimmer

"Wir wurden im Wohnzimmer auf ein laut dröhnendes Geräusch aufmerksam. Dann sahen wir Blaulicht. Ich sagte, hier landet bestimmt gleich ein Notarzthubschrauber. Meine Frau ließ erst mal schnell die Katze ins Haus. Und was war's? Ein Militärkonvoi mit rund zehn Panzern, die mitten durch Krauschwitz fuhren", teilte er der RUNDSCHAU-Redaktion samt obigem Foto mit.

Man habe ja in Krauschwitz schon viel mit dem ganzen Lkw-Verkehr erlebt, der sich Tag und Nacht durch die schmale Geschwister-Scholl-Straße quäle, aber so etwas habe es im Ort noch nicht gegeben.

"Man fragt sich: Können die nicht die Bundesstraße langfahren und nicht mitten durchs Dorf? Das Ganze wirkte schon ziemlich bedrohlich, aber was müssen erst Leute gedacht haben, die den Krieg miterlebt haben?", sagt Thomas Schulz.