Krauschwitz ist ein „Idol“ zumindest was seinen Namen betrifft. „Gemeinde Krauschwitz i.d.O.L.“ steht es zum Beispiel auf dem Briefkopf zu lesen. Den Namenszusatz „in der Oberlausitz“ hat sich die Kommune einst selbst gegeben, um Verwechslung mit einem gleichnamigen Ort in Sachsen-Anhalt auszuschließen und die Verbindung zur Oberlausitz zu betonen. In der jüngsten Gemeinderatsitzung in Krauschwitz wollte der ehemalige Hauptamtsleiter Alfred Junge nun wissen, wann sich dieser offizielle Name auch auf den Ortstafeln der Gemeinde mit gut 3000 Einwohnern wiederfinden werde.

Kreis und Straßenmeistereien verantwortlich

Bürgermeister Tristan Mühl (Freie Wähler) fühlte sich von dieser Anfrage etwas überfahren. Der Beschluss zum Namenszusatz war lange vor seiner Zeit. „Ich bin auch nicht der größte Fan davon“, gibt er unumwunden zu. Glücklicherweise stehen aus seiner Sicht die meisten Eingangsschilder an Bundes- und Staatsstraßen. Damit spielt er den Ball an den Kreis und die Straßenmeisterei. Die Gemeinde selbst will nur die erneuern, die sowieso an der Reihe wären.

Gemeinde müsste Antrag stellen

Der Landkreis wird aber erst aktiv, wenn die Gemeinde voran geht. Soll heißen: Der für die Genehmigung zuständigen Fachbehörde – dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Bautzen – zufolge liegt dort noch kein Antrag von der Gemeindeverwaltung Krauschwitz zur Änderung der Ortstafeln vor. Dies wäre allerdings Voraussetzung für neue Schilder.
Auf einen solchen Antrag hin gibt es eine verkehrsrechtliche Anordnung beim Kreis und bei entsprechender Genehmigung werden dann die geänderten Ortseingangsschilder durch die zuständige Straßenmeisterei gewechselt. Eine Ortstafel kostet laut aktuellem Rahmenvertrag 56 Euro, mit sorbischer Bezeichnung 142 Euro. Deshalb geht es laut Kreis auch um eine wirtschaftliche Betrachtung der Angelegenheit.

Weißwasser/Krauschwitz/Bad Muskau

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