Aller Anfang ist schwer. In Boxberg ist das im wahrsten Sinne des Wortes so. Ein Segelboot - noch dazu eins aus Holz - kann man nicht mal einfach so unter den Arm klemmen, um es von A nach B zu bringen. Da ist so schon einiges an Muskelkraft erforderlich, um das Boot vom Auflieger durchs glücklicherweise passende Fenster in den Keller der Freien Oberschule zu befördern. Doch mit vereinten Kräften (Bauhof, Schule und Wassersportverein) klappt es schließlich und das Boot steht dort, wo es nun die nächsten Wochen eine Schönheitskur erfahren soll: in der künftigen Holzwerkstatt. Schulleiter Ralph Berthold wird diese selbst leiten. Die Mutter eines Schülers werde fachliche Hilfestellung leisten, um dem Boot wieder zu neuem Leben zu verhelfen. "Unsere Fahrradwerkstatt war eine richtige Erfolgsgeschichte", erzählt der Schulleiter. Das erhofft er sich von der Holzwerkstatt/Bootsrestauration auch. "Wir wollen uns mehr auf die Holzbearbeitung konzentrieren, weil das auch bei der Berufswahl nachgefragt wird", erklärt Berthold das neue Projekt. Außerdem lassen sich so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Schüler aus den Klassen 5 und 6 sowie auch ältere lernen das Arbeiten mit dem Werkstoff Holz kennen und tun gleichzeitig ein gutes Werk.

"Das Boot ist ein Klassiker. Es hat noch genietete Spannten", kommt Volker Grabarek, Vorsitzender des Wassersportvereins Bärwalder See, regelrecht ins Schwärmen. Doch es ist ein Klassiker, an dem die Zeit oder besser Wasser, Wind und Wetter nicht spurlos vorbeigezogen sind. "Aber es hat kaum Trocknungsrisse", schätzt Grabarek den Gesamtzustand als nicht schlecht ein. Michael Opitz, ein Sportfreund aus Görlitz, habe aus gesundheitlichen Gründen seiner Leidenschaft des Segelns nicht mehr frönen können. "Er hat uns das Boot als Spende übergeben", erzählt der Vereinschef. Aus einer Scheune im Oberland wurde es nach Boxberg geholt und nun der Schule als Projekt sozusagen ans Herz gelegt. "Wenn die Kinder begeistert sind, wird vielleicht das Interesse fürs Segeln geweckt. Das wäre toll, wir haben ja auch Boote im Verein, die Kinder segeln können", bringt Vereins-Vizechef Lutz Grohmann einen Wunsch zum Ausdruck.

Doch bis es soweit ist, heißt es schleifen und spachteln, lackieren und anderes mehr. Zwei Stunden in der Woche sind angesetzt. Vielleicht kann die Jolle dann in neuer alter Schönheit 2017 auf dem Bärwalder See zu Wasser gelassen werden. Vorher soll es auch eine Namenstaufe geben. An Vorschlägen wird es den Schülern sicherlich nicht mangeln.