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| 02:50 Uhr

Oldtimer rollen nach Bad Muskau

Axel Thomaschk und Stadtwehrleiter Andreas Haertel (r.) wurden am Freitag für 40 Jahre treue Dienste in den Reihen der Wehr geehrt. In beiden Fällen waren es die Väter, die die Jungs damals für die Arbeit in der Wehr begeistern konnten.
Axel Thomaschk und Stadtwehrleiter Andreas Haertel (r.) wurden am Freitag für 40 Jahre treue Dienste in den Reihen der Wehr geehrt. In beiden Fällen waren es die Väter, die die Jungs damals für die Arbeit in der Wehr begeistern konnten. FOTO: Joachim Klenner
Bad Muskau. Wenn am 28. Mai viele Oldtimerfahrzeuge nach Bad Muskau zum 135-jährigen Bestehen der Stadtwehr rollen, dann können die Parkstädter ihren Anteil zum Treffen selbst beisteuern. Der Rüstwagen bringt nämlich auch schon 27 Jahre auf den Kühler und macht immer wieder Sorgen. Regina Weiß

Am 4. Juni 2015 ist die Feuerwehr Bad Muskau in der Bautzener Straße in Höhe der Turmvilla gefordert. Dort hat ein SUV beim Abbiegen frontal einen Kleinwagen gerammt. Ende Juli kracht ein Pkw auf der Gablenzer Straße in Bad Muskau frontal in einen Lkw. Auch hier sind die Kameraden vor Ort, um zu helfen. Mitte September landet ein Moped auf der B 115 am Ortsausgang in Richtung Krauschwitz in einem Pkw. Die Feuerwehr ist auch hier wieder zur Stelle.

"Schwere Verkehrsunfälle waren im vergangenen Jahr definitiv unser Schwerpunkt", sagt Stadtwehrleiter Andreas Haertel. Am Freitag hat er im Beisein der Kameraden der Stadtwehr und der Wehr Köbeln im Café König Rechenschaft abgelegt. Der Bericht fiel wieder sehr umfangreich aus.

Die Feuerwehr hatte allerdings auch viel zu tun. Die Kameraden in Köbeln brachten es auf elf Einsätze. Das waren fünf mehr als 2014. Bei der Stadtwehr stehen 67 Einsätze zu Buche. Das sind 22 mehr, als im Einsatztagebuch 2014 verzeichnet sind. 809 Einsatzstunden bedeuten das für Bad Muskau-Stadt, 98 für Köbeln. Nicht immer geht es dabei um Menschenleben oder den Schutz vor Hab und Gut. "Schlange im Hausflur war ein Notruf, den wir als Feuerwehr auch noch nicht hatten. Es war eine große Ringelnatter, die wir dann dort vorgefunden haben", erzählt Andreas Haertel. Unter Anleitung des Tierparks Weißwasser konnte das Reptil wieder in die Freiheit entlassen werden.

Mit Blick auf die schweren Unfälle treibt Andreas Haertel eine Sorge um. Und das ist der Stand der eigenen Technik. Wie schon bei den Vorgängerbilanzen muss er auch diesmal wieder den Finger in die Wunde legen. Beide Fahrzeuge des Katastrophenschutzes - der Rüstwagen und das Löschfahrzeug - könnten eigentlich längst ihren Dienst quittieren. Doch Ersatz ist auch 2016 nicht in Sicht. "Es ist leider so, wir müssen mit veralteter Technik ausrücken." Keiner weiß, ob die Fahrzeuge auf dem Weg zum Einsatz nicht doch mal liegen bleiben. Hinzu kommt, dass die Autoindustrie weitere Fortschritte macht, der Bestand auf dem Rüstwagen dort nicht mithalten kann. "Ich hoffe nicht, dass wir es irgendwann mal nicht mehr schaffen, in ein Auto reinzukommen."

Doch das Ganze lässt sich auch mit Humor nehmen, wenn auch mit sarkastischem. Der 27 Jahre alte Rüstwagen ist definitiv im Oldtimeralter und damit reif für die Parade der Feuerwehrhistorik, die am 28. Mai in der Parkstadt stattfindet. Die Arbeitsgemeinschaft Feuerwehrhistorik des Landkreises Görlitz Nord hatte spitzgekriegt, dass die Stadtwehr in Bad Muskau in diesem Jahr 135 Jahre alt wird. "Wir haben uns angeguckt und gesagt: Ja wir machen das zusammen", so Andreas Haertel. Damit findet das dritte Oldtimertreffen der Wehren aus dem Norden des Landkreises in der Parkstadt statt. Der Hof an der Feuerwehr, der gegenüberliegende Postplatz sowie die Parkstraße bieten genug Platz, damit die in die Jahre gekommene, aber dennoch sehenswerte Technik gezeigt werden kann. Die Floriansjünger sind sich sicher, damit auch den Nerv des Publikums zu treffen.

Was jahrelang genervt hat, konnte nun fast unbemerkt zum Abschluss gebracht werden. Auch die Feuerwehren der Parkstadt funken digital. Seit 2007 haben sich die Floriansjünger damit beschäftigt. Allerdings waren zum Schluss die Multiplikatoren der Feuerwehr Sebastian Krahl und Ronny Schipper, die die Ausbildung in der Parkstadt, in Gablenz und Kromlau durchführten, zum Schluss auf sich allein gestellt. "Informationen vom Landkreis waren Fehlanzeige - und nicht nur da", muss Andreas Haertel Kritik anbringen.

Die lässt er auch nicht aus, was die Stadträte betrifft. Zwei Fraktionen waren mit Vertretern bei der Jahreshauptversammlung vertreten. "Wir sehen das auch als Form der Wertschätzung", spricht Haertel für die Kameraden.

Zum Thema:
Für treue Dienste wurden bei der Jahreshauptversammlung ausgezeichnet: Steffen Azendorf und Freddy Schmidtke, Henry Kossack (20 Jahre); Axel Thomaschk und Andreas Haertel (40 Jahre). Befördert wurden am Freitagabend: Justin Kranisch zum Feuerwehrmann, Florian Demuth zum Oberfeuerwehrmann sowie Christoph Speer und Morris Tzschicholz zum Löschmeister.