Bevor alle in die Osterfeiertage starten, sollte es in Boxberg noch ganz offiziell werden: Der Wasserzweckverband Mittlere Neiße-Schöps hatte gemeinsam mit den Stadtwerken Weißwasser zum Spatenstich für das neue Wasserwerk in Boxberg eingeladen. Als die Einladungskarten gedruckt wurden, war Corona weit weg...

Mitte April wird in Boxberg die Leitung zum Wasserwerk gebaut

Mittlerweile ist der offizielle Akt, der am 9. April stattfinden sollte, abgesagt. Doch gebaut wird trotzdem. Dafür sind in der Zweckverbandssitzung im Januar wichtige Beschlüsse durch die Bürgermeister gefasst worden, weitere folgen bei der nächsten Beratung im April.

Die Trasse für die rund zwei Kilometer lange Wasserleitung, die das künftige Wasser aus dem Uferfiltrat des Bärwalder Sees ins Wasserwerk bringt, sowie der Bau der Brunnen sollen Mitte April losgehen, erklärt Petra Brünner, Mangerin bei den Stadtwerken Weißwasser GmbH, auf Nachfrage. Bis dahin steht dann auch fest, wer den Zuschlag für die Steuer- und Regeltechnik fürs neue Wasserwerk baut. Dieser Auftrag musste in die zweite Runde gehen, um Bieter zu interessieren.

Die ökologische Bauüberwachung in Boxberg schaut auf die Lurche

Die beauftragten Baufirmen stehen quasi in den Startlöchern, um loslegen zu können. Petra Brünner hofft, dass alles planmäßig läuft. „Derzeit sind mir keine Engpässe bei der Belieferung von Material bekannt. Ich hoffe, es bleibt auch so.“ Die Trasse für den Leitungsbau steht. Der notwendig gewordene Holzeinschlag ist erfolgt. Was jetzt noch fehlt, ist der Blick auf die Lurche. So sie vorhanden, müssen sie abgesammelt werden. Das erledigt in Form einer ökologischen Bauüberwachung das Planungsbüro Sweco aus Rietschen.

Und was wird nun aus dem Spatenstich? Er wird aufgeschoben und könnte sich möglicherweise zum Richtfest wandeln. Bis dato dürfte dann schon einiges verbaut sein.

Das neue Wasserwerk in Boxberg ist wichtig für Versorgung im Altkreis

Um die Wasserversorgung für den Großteil des Altkreises Weißwasser war jahrelang gerungen worden. Für die Trinkwasserversorgung kann der natürliche Abstrom von Sachsens größtem See genutzt werden. Dort fließen jährlich zehn Millionen Kubikmeter ab. Gebraucht werden rund 1,9 Millionen Kubikmeter im Jahr. Der Probebetrieb für die Anlage soll im April 2021 beginnen.

Das ist für das Vorhaben ein durchaus sportliches Ziel, schätzt Petra Brünner ein. Das neue Wasserwerk wird anstelle des alten Sozialgebäudes auf dem Gelände am Rand von Boxberg gebaut. Steht der Neubau, wird das derzeit laufende Wasserwerk abgerissen.