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| 17:29 Uhr

Tradition
Ohne ihre Mopeds geht nichts

97 Teilnehmer starteten am Samstag zum 10. SR1 und SR2-Treffen des Vereins „SR2-Brigade Slepo“ in Schleife.
97 Teilnehmer starteten am Samstag zum 10. SR1 und SR2-Treffen des Vereins „SR2-Brigade Slepo“ in Schleife. FOTO: Arlt Martina
Schleife. Das SR 1 und SR 2-Treffen in Schleife ist jedes Jahr ein Muss. Von Martina Arlt

„Die Jungs in allen Altersklassen“ konnten es am Samstagmittag kaum erwarten, dass es zur spektakulären Ausfahrt durch das Kirchspiel Schleife losgeht. Denn der Verein „SR 2-Brigade Slepo“ mit seinen 17 Mitgliedern unter Leitung von Mike Besch lud nun zum zehnten SR 1- und SR 2-Treffen ein. Die Mitglieder kommen aus Halbendorf, Mulkwitz, Groß Düben und Schleife, sie „brennen für diese Sache“, sagt er. Bevor es jedoch auf die Piste ging, nahmen die Teilnehmer am Gottesdienst mit Jadwiga Mahling teil.

97 Teilnehmer zwischen 16 und 69 Jahren, überwiegend aus der Region, gingen an den Start zur 35-km-Tour. Die Strecke führte über Lieskau, Groß Düben, Halbendorf, Trebendorf, Mühlrose, Mulkwitz, Rohne bis hin zur Endstation Festplatz Schleife. Dort wurden die Mopedfreunde von den Mitgliedern des Historikvereins Schleife empfangen, der von Delf Schulz geführt wird. Vereinzelte Liebhaber reisten am Samstag auch aus dem Vogtland, Berlin und Kamenz an. Der älteste Teilnehmer war Friedrich aus Görlitz mit 69 Jahren. Die Mopeds, die in den Jahren zwischen 1957 und 1963 gebaut wurden, sind fast jedem DDR-Bürger in bester Erinnerung. „Die Mopeds sind nicht ganz einfach zu fahren, da benötigt man schon etwas Geschick. Es ist Handschaltung. Begonnen hatten wir damals mit 16 Startern, doch mittlerweile gibt es viele Liebhaber dieser Gefährte“, so der Vereinsvorsitzende Besch (39). Dabei gelten die Regeln der StVO, Versicherungsschutz, und die entsprechende Kleidung muss vorhanden sein. „Ich persönlich habe drei Mopeds davon, zwei restaurierte und eins muss noch auf Vordermann gebracht werden.“

Auf jeden Fall ließen sich die Organisatoren und auch die Leute in den einzelnen Ortschaften originelle Stationen einfallen. So musste beispielsweise mit einer Kübelspritze ein Eimer mit Wasser nach Zeit gefüllt, ein Fahrschultest absolviert werden oder man musste sich beim Luftbüchsenschießen auf zugedeckter Scheibe ausprobieren. Acht Stationen waren zu absolvieren. „Außer der Wertung können dann auch Gastfahrer starten, mit S 50 oder auch Schwalbe, eben insgesamt die ganze Vogelschar von Simson ist an so einem Tag bei uns willkommen. Frank Kraink und Oliver Wettig sind heute als ‚Lumpensammler’ unterwegs mit einem Fahrzeug von Jarsetz und Mrosk.“

 Teile für die Mopeds sind teilweise schon schwierig zu bekommen. Doch diese Fahrzeuge sind einfach Kulturgut aus DDR-Zeiten, und es sei Kult, diese zu erhalten. Zu den alten Hasen am Start gehörten auch René Köppen und Frank Frytkowsky aus Groß Düben. Sie haben immer Werkzeug dabei, falls das Gefährt streikt. „Die Mopeds sind spitzenmäßig. Ich habe mehrere davon, denn von meinne vier Enkenl soll mal  jeder eins von mir bekommen“, so Köppen. Mit 14 Jahren sei er mit seinen Freunden damals durch die Wälder geschnickt. Sein Moped am Samstag war Baujahr 1964. „Ich habe Zündkerzenstecker, Zündkerze, Draht und Isolierband dabei.“ René Köppen berichtete, er sei für die Schmetterlingsfänger-Burschenschaft Groß Düben dabei und dazu auch noch mit der Nummer 1 an der Startlinie. Frank Frytkowsky vertrat den Schützenverein.