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| 16:52 Uhr

Ehrenamt
„Ohne dich ist alles doof!“

Robert Ehmann aus Weißwasser tanzt als Ehrenamtler auf vielen Hochzeiten. Er ist auch dabei, wenn am 23. Juni 2018 die Lausitzer Sterne zu Mach-mit-Aktionen einladen.
Robert Ehmann aus Weißwasser tanzt als Ehrenamtler auf vielen Hochzeiten. Er ist auch dabei, wenn am 23. Juni 2018 die Lausitzer Sterne zu Mach-mit-Aktionen einladen. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Am 23. Juni beim Sternentag dreht sich alles ums Ehrenamt in Weißwasser. Jeder kann mitmachen. Robert Ehmann ist sowieso dabei. Von Gabi Nitsche

„Ohne dich ist alles doof!“ Eine Aussage der Engagementsinitiative „Lausitzer Sterne“. Sie ist gerichtet an die Menschen, die ihre Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Denn ohne die vielen Ehrenamtlichen gäbe es tatsächlich vieles nicht. Sechs Sprüche wie dieser sorgen ab Mittwoch unübersehbar in Weißwasser für Aufmerksamkeit. Das hofft zumindest Robert Ehmann vom Sozialen Netzwerk Lausitz (SNL). Damit wollen er und die Projektbeteiligten deutlich machen: „Von wegen in Weißwasser ist nichts los. Dank dieser Menschen sogar sehr viel!“ 30 Plakate werben für diese gute Sache und gleichfalls für den Sternentag am 23. Juni (siehe Info).

Einer, ohne den alles doof wäre, ist der 33-jährige Robert Ehmann aus Weißwasser. Der alleinerziehende Vater von Finley (3) tanzt auf verschiedenen Ehrenamts-Hochzeiten. „Die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser ist mein Leben“, sagt er. Kurz nachdem er 2014 nach Weißwasser kam, wurde er Mitglied. Wichtig ist ihm die Kameradschaft. „Es ist wie eine Familie für mich. Wenn es darauf ankommt, kann ich mich auf jeden verlassen.“ Für andere da sein, das sei genau sein Ding. Herumgammeln dagegen gar nicht. Da Robert Ehmann Arbeitslosengeld bekommt, ist er einer der Freiwilligen, der sehr oft im Einsatz ist. Eigentlich wollte er Altenpfleger werden. Aber als sich die Mutter seines Sohnes auf und davon machte, stand er da, brach ab. In Schichten und am Wochenende zu arbeiten, das funkioniere alleinerzeihend eben nicht, sagt er. Er brauche eine Job, der kompatibel ist mit den Kita-Öffnungszeiten. Dank netter Nachbarn sind die Feuerwehr­einsätze kein Problem, sie kümmern sich dann um seinen Kleinen.

Doch mit dem Floriansjünger-Dasein gibt er sich nicht zufrieden. Es liegt etwa drei Jahre zurück, als er bei Facebook eine „Meckerseite“ aufmachte. „Mich haben Dreckecken in Weißwasser gestört, Glasscherben, die rumlagen und so weiter.“ Aus der „Aktion sauberes Weißwasser“ ist inzwischen „Aktion Weißwasser“ geworden. Verschiedenste Aufräumaktionen wurden von ihm und Mitstreiter Paul Vogel organisiert. Über das Projekt „Ort schafft“ wollte sich Ehmann helfen lassen, eine vernünftige Struktur aufzubauen. Das sei gelungen: „Das Dreieck im A unseres Logos steht für sauber, erlebbar, gestaltbar. Wir sehen uns als Verbindungsstück zwischen Volk und Rathaus.“ Dass es dank der WBG nun gelungen ist, einen eigenen Aktionsraum zu bekommen, sei große Klasse. „Den richten wir zurzeit, ehrenamtlich, auf der unteren Ebene am Boulevard ein. Am 23. Juni wollen wir fertig sein. Wenn noch jemand zupacken möchte, dann gern“, lädt Ehmann ein. Hier soll es feste Öffnungszeiten geben, Angebote für Kinder, und Bürger sollen Dreckecken melden können. „Wir kümmern uns dann.“ Am Sternentag wird sich auch gekümmert, und das gemeinsam mit den Stadtgärtnern. Es geht um die Verschönerung des Außenbereichs am Boulevard und Basteln für Kinder nach dem Motto „Aus Alt mach Neu“.