Die deutsche Seite steuert mit 36 Milliarden Euro den größeren Anteil am gegenseitigen Austausch bei, doch auch die Ausfuhren von Polen nach Deutschland machten 2007 immerhin 24 Milliarden Euro aus. Mit etwa zwei Milliarden Euro spielt der Handel mit dem Freistaat Sachsen für die polnischen Unternehmen dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Diesen Anteil zu erhöhen, war eines der Ziele der 3. IHK-Wirtschaftskonferenz "Polen", die gestern in Niesky stattfand. "Wir wollen dazu beitragen, dass hiesige Unternehmen die Bedeutung des polnischen Marktes besser wahrnehmen", so Christain Puppe, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Görlitz. Er verwies auf das Beispiel des Nachbarlandes Brandenburg, "dessen Mittelstand sich sehr rege in Polen engagiert."

Die IHK habe gute Voraussetzungen dafür geschaffen. "So gibt es beispielsweise in Görlitz unser Deutsch-Polnisches Kontaktzentrum, das Unternehmern wichtige Kontakte vermittelt und Hilfestellung bei der Expansion nach Polen gibt." Ein sächsischer Unternehmer, der sich bereits auf dem polnischen Markt engagiert, ist Helmut Goltz. "Wir haben 1997 begonnen, in Polen Präsenz zu zeigen und lassen dort heute über zwei Firmen unsere Produkte vertreiben", erklärt der Inhaber der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei. Insbesondere Firmen aus dem Baubereich, weiß Christian Puppe, würden immer stärker in Polen aktiv: "Die dortigen Bauprojekte sind auch für sächsische Unternehmen sehr attraktiv", versichert er.

Deutschen Firmen würden von Seiten des polnischen Staates bei ihrem Engagement keinerlei Hürden errichtet, versichert Tomasz Urbanski, Handelssekretär an der polnischen Botschaft in Berlin: "Es gilt uneingeschränkte Freizügigkeit." Andersherum sei dies noch anders, polnische Arbeitnehmer benötigten in Deutschland eine Arbeitsgenehmigung.

"Der polnische Markt ist für uns offen, aber noch immer zum Teil schwer erreichbar", erklärte Thomas Urbanczyk, stellvertretender Geschäftsführer der Deutsch-Polnischen Handelskammer mit Sitz in Warschau und spielt damit auf die noch immer unbefriedigende Verkehrsanbindung an. So seien die Bahnverbindungen zwischen Dresden und Berlin sowie Breslau "völlig unakzeptabel", wobei "die polnische Seite ihre Hausaufgaben erledigt hat", wie Botschaftssekretär Urbanski betonte.