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| 19:05 Uhr

Weißwasser
Sportpark wird nun doch erweitert

Weißwasser. Erst hü, dann hott: Nach dem Nein des Bauausschusses haben die Weißwasseraner Stadträte jetzt doch dem zweiten Bauabschnitt zugestimmt. Anderenfalls wäre Schadensersatz nicht unwahrscheinlich. Von Torsten Richter-Zippack

Die Abstimmung fällt eindeutig aus: 13 Stadträte einschließlich des Oberbürgermeisters Torsten Pötzsch (Klartext) votieren für den zweiten Bauabschnitt des Oberlausitzer Sportparks, Stadtrat Heinz Schreiber (Linke) enthält sich, niemand ist dagegen. Während der Sitzung des Bauausschusses vom 11. September ist das Projekt mit knapper Mehrheit noch abgelehnt worden.

Hätte es erneut ein Nein der Stadträte gegeben, wäre der Schaden für Weißwasser riesengroß, sagt Torsten Pötzsch. Schließlich fließen in den Oberlausitzer Sportpark, kurz OSP, nicht unerhebliche Fördergeldsummen. So hätte es zum einen einen gewaltigen Imageschaden gegenüber den beteiligten Behörden gegeben, glaubt Torsten Pötzsch.

Bislang, so der Rathauschef, sei seine Stadt ein Vorzeigebeispiel in Sachsen für den effektiven Einsatz von Fördermitteln.  Zum anderen hätte eine Ablehnung der OSP-Erweiterung einen Verstoß gegen die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) bedeutet. Schließlich habe sich die jetzt via Beschluss ausgewählte Firma bereits auf den Auftrag eingestellt und entsprechend kalkuliert. Gut möglich, dass im Falle des endgültigen Neins der Stadträte eine Schadenersatzforderung auf den Tisch von Oberbürgermeister Pötzsch geflattert wäre. Letztendlich lag der Angebotswert der Sagarer Firma noch rund 3000 Euro unter dem von der Stadt avisierten Betrag.

Für die Finanzierung des zweiten Bauabschnittes fließen gut 112 000 Euro aus dem Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ sowie 60 000 Euro aus dem Stadtumbau. Als Eigenanteil der Zweidrittel-Förderung will die Stadt die „Mission-Olympic“-Einnahmen in Höhe von 20 000 Euro einsetzen. Die Abgeordneten haben jetzt beschlossen, die Erweiterung des OSP an die Sagarer Firma Straßen- und Pflasterbau Noack GmbH zum Preis von knapp 191 000 Euro zu vergeben. Die entsprechenden Fördermittel müssen laut der Sächsischen Aufbaubank bis Jahresende 2018 verwendet sein. Indes ist die Freigabe der Mittel trotz des noch ungenehmigten Haushaltes für 2018 durch die Kämmerei erfolgt.

Der zweite Bauabschnitt beinhaltet nach Angaben von Torsten Pötzsch die Errichtung eines Spielplatzes und eines Fitnessparcours für Erwachsene sowie Bänke und Papierkörbe. Darüber hinaus soll eine Bande für den Rollhockey-Sport auf der bereits vorhandenen Asphaltfläche errichtet werden. „Nur durch diese Maßnahmen wird die angestrebte Attraktivität des Gebietes für die Sport- und Freizeitnutzung auch erreicht“, heißt es im entsprechenden Beschluss. Die vorläufigen Gesamtkosten des OSP belaufen sich demnach auf rund 450 000 Euro. Damit liegen sie deutlich unter  den ursprünglich angenommenen Kosten in Höhe von 570 000 Euro.

Mehrere Stadträte nehmen die Fortführung der Arbeiten am Sportpark mit Erleichterung auf. „Wenn man sieht, wie das Gelände bereits jetzt angenommen wird, sollte das Vorhaben auf jeden Fall abgerundet werden“, erklärt Andreas Friebel (Klartext). Und Hans Jürgen Beil (Klartext) ergänzt, dass schon so viele Jahre am OSP gearbeitet werde. „Jetzt Nein zu sagen, ergibt doch überhaupt keinen Sinn. Wir dürfen nicht vor dem Ende stehenbleiben, ansonsten machen wir uns zum Löffel.“

Kathrin Jung (SPD), die sich während des Bauausschusses vom 11. September vehement gegen die Erweiterung ausgesprochen hatte („Ich stehe zu meiner Meinung“), ist während der jüngsten Stadtratssitzung nicht anwesend. Letztlich stimmt aber selbst ihr Parteikollege Ronald Krause für die jetzt anstehende Erweiterung.

Der Oberlausitzer Sportpark wächst auf dem Areal der alten Eisarena nördlich des Prof.-Wagenfeld-Rings und südlich der Heinrich-Heine-Straße heran. Die Fläche in unmittelbarer Nähe der neuen Eishalle bietet neben verschiedenen sportlichen Betätigungsmöglichkeiten auch viel Platz für private Investoren. Den Entwurf für den OSP hat das Dresdner Planungsbüro Grünzeug erarbeitet. Der Oberlausitzer Sportpark soll künftig der sportlichen Betätigung der Einwohner sowie der Naherholung dienen. Nicht zuletzt bildet er ein Scharnier zwischen dem Stadtkern und dem Neubaugebiet Süd.