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Oberlausitzer Gladiolenwiese ist Naturwunder 2017

Die Gladiolenwiese ist das Naturwunder des Jahres.
Die Gladiolenwiese ist das Naturwunder des Jahres. FOTO: Dirk Weis
Oberlausitz. (red/br) Mit der größten wilden Gladiolenwiese Deutschlands hat das Unesco-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft nach eigenen Angaben die Naturwunderwahl 2017 für sich entschieden. Versteckt auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz wächst dieser botanische Schatz: die Wildgladiole.

Genau genommen handelt es sich um die Dachziegelige Siegwurz (Gladiolus imbricatus), die mit Hunderten Blütenständen im Juni und Juli zu finden ist.

Gemeinsam suchten die Heinz-Sielmann-Stiftung und der Verein Europarc Deutschland in diesem Jahr nach dem schönsten Naturwunder Deutschlands. Als Nationale Naturlandschaft ist das Unesco-Biosphärenreservat Mitglied der Dachorganisation Europarc Deutschland. Der Wettbewerb widmete sich dem Thema "Wilde Wiesen und Weiden". Gesucht wurden einzigartige Wiesen und Weiden in deutschen Biosphärenreservaten, National- und Naturparken. Das teilt Christina Schmidt vom Staatsbetrieb Sachsenforst mit.

Bis zum 10. September konnte online abgestimmt werden. "Mit Interesse und Spannung haben wir den Verlauf der Abstimmung beobachtet", sagt Torsten Roch, Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung. "Dass die Gladiolenwiese nun auch den Endspurt für sich entscheiden konnte, freut uns besonders. Wir danken allen Naturliebhabern, die für das Naturwunder im Biosphärenreservat abgestimmt haben."

Schon die Entdeckung der Gladiolenwiese war ein Wunder. Vor 25 Jahren waren weniger als zehn Restvorkommen mit wenigen Individuen in der Region bekannt. Das Aussterben der Art schien nahe. Und dann entdeckte 1994 eine Diplomandin auf dem ehemaligen NVA-Truppenübungsplatz Daubaner Wald 30 blühende Exemplare auf einer brachen Wiese. Daraufhin wurde das neue Vorkommen gepflegt und hat sich heute zu einer der artenreichsten Wiesen im Gebiet entwickelt. Die Gladiolenwiese Dauban gehört zum nationalen Naturerbe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt-Naturerbe GmbH und wird von der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz gepflegt.

Bei einer so seltenen Art ist es selbstverständlich, dass die Vorkommen jedes Jahr kontrolliert werden. Die Naturwacht der Biosphärenreservatsverwaltung führt dazu schon seit mehr als zehn Jahren ein Monitoring durch und zählt die blühenden Exemplare. In diesem Jahr wurden 1350 Wildgladiolen und dazu noch mehr als 2000 Orchideen erfasst. Die Wiesen-Gladiole wurde vor dem Aussterben bewahrt.