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| 01:27 Uhr

Oberarzt Dr. med. Manfred Weiner in Ruhestand verabschiedet

Weißwasser. Gestern führte sein Weg offiziell das letzte Mal in seine Arbeitsstätte. Nach fast 40 Jahren Tätigkeit als Chirurg im Kreiskrankenhaus Weißwasser geht Oberarzt Dr. med. Manfred Weiner in den wohlverdienten Ruhestand. Zuvor hieß es aber Abschied nehmen von seinem Team. Von Ingolf Tschätsch

Er konnte seine Tränen nur mühsam zurückhalten, als ihm seine Kolleginnen und Kolleginnen viele gute Wünsche für seinen neuen Lebensabschnit – sein Rentnerdasein – mit auf den Weg gaben. Oberarzt Dr. med. Manfred Weiner musste gestern bei seiner Verabschiedung zahlreiche Hände schütteln, hörte viele lobende Worte über seine Arbeit, wurde umarmt. Fast 40 Jahre Tätigkeit als Chirurg im Kreiskrankenhaus und damit nahezu ein halbes Menschenleben als Arzt sind an dem Bad Muskauer, der kürzlich seinen 65. Geburtstag feierte, nicht spurlos vorübergegangen. Wie fest er mit seiner Arbeit und „seinem“ Krankenhaus verwurzelt ist, zeigte folgende kleine Episode. Kurz bevor er zur Verabschiedungsfeier in das Café am Krankenhaus kam, hatte er es sich nicht nehmen lassen, noch schnell auf der Kinderstation nach dem Rechten zu schauen. „Dort ist ein Eingriff notwendig. Aber das müsst ihr jetzt machen“, meinte er lachend und hob die Hände.

Der Leitende Chefarzt Dr. med. Karsten Brußig würdigte die Zusammenarbeit mit dem scheidenden Mediziner. Er habe ihm geholfen, das Haus kennenzulernen und sich einzuarbeiten, als er 2007 als Chefarzt begann, sagte Brußig. Von Jahr zu Jahr sei der Arbeitsumfang gewachsen: mehr Patienten und medizinische Eingriffe bis hin zu großen Darmoperationen. Natürlich habe es zwischen ihm und Dr. Weiner auch manchmal kleine Meinungsverschiedenheiten gegeben, wie Karsten Brußig einräumte. Aber das sei ganz normal und habe das gute Miteinander nicht getrübt.Video-Nachrichten zum Artikel bc_widget_single({'token':'Yv5Hi9hkfha42V_EyX-LerBxuXGTwWeLQ1A2Qf6PrK0.', 'width':450, 'postfix':'', 'videoIds':[75187483001], 'dir': 'http://www.lr-online.de/mediacenter/videos/', 'playerIds':[21313753001]});Wie viele Patienten er behandelt, wie viele Operationen er vorgenommen hat, das könne er beim besten Willen nicht sagen, so der Oberarzt auf eine entsprechende Frage der RUNDSCHAU. Vierstellige Zahlen kämen da bestimmt zusammen. Das Operationsspektrum sei weit gefächert gewesen. „Neben Darm auch Galle, Schilddrüse, Krampfadern“, zählte Weiner nur einige auf.

Silvia Burghardt, die Krankenhaus-Geschäftsführerin, gab in ihrer kleinen Ansprache einige lustige Begebenheiten aus dem Leben des Oberarztes zum Besten. Auf die zwei Auslandseinsätze von Manfred Weiner eingehend, erklärte sie: „Ich habe mir sagen lassen, dass sie die politische Wende 1989 regelrecht verpasst haben. Zu der Zeit waren sie gerade in Nicaragua im Einsatz und dort konnte man mangels Informationen nicht so schnell mitbekommen, was in der DDR passiert war.“ Silvia Burghardt überreichte dem in den Ruhestand gehenden Arzt Eintrittskarten für ihn und seine Frau für die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf Rügen, „weil Sie auf vieles in der Freizeit verzichten mussten.“ So habe Dr. Weiner durch seine 13 Jahre, in denen er Bereitschaftsdienste ableistete, viel Privates dem Beruf opfern müssen.

Ruhig wird der neue Lebensabschnitt für den Oberarzt keineswegs beginnen. In der nächsten Woche wird er zum ersten Mal Opa, und im Juni geht er gemeinsam mit seiner Ehefrau mit dem Wohnmobil auf große Fahrt nach Norwegen. Übrigens: Einen Nachfolger hat Dr. Manfred Weiner bereits. Es ist Oberarzt Dr. med. Marek Rutkowski. Er nahm zum 1. Januar seine Tätigkeit auf und hat sich an Weiners Seite eingearbeitet.