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OB-Kandidat setzt auf Gemeindefusion

Volkshaus:. Fünf Gründe für die Wahl: 1. Weißwasser fehlt Perspektive. "Ich kann keine Stadtentwicklung erkennen." Es gebe keine Innenstadt, in den vergangenen sieben Jahren habe sich nichts getan. 2. "Ich setze mich fürs Volkshaus ein.

Es fehlt an Kulturangeboten." Bürger würden ein kulturelles Zentrum vermissen. 3. Die Arbeitslosigkeit sei überall gegenwärtig. In der Wirtschaftsförderung hat sich nichts getan, da müsse frischer Wind rein. 4. Finanzen. "Bei konsequenter Umsetzung kommen wir mit dem Budget aus, was uns die Bürger geben." 5. Neues Miteinander im Stadtrat. Nur, wenn alle am gleichen Strang ziehen, geht's weiter.

Demografischer Wandel: Prognosen reden von etwa 15 000 Einwohner für Weißwasser. Er halte von Prognosen nichts, müsse den Schalter umlegen und neue Akzente in der Innenstadt setzen. Weißwasser sei Mittelzentrum, die auf den Einzelhandel bezogene Kaufkraft liege bei 200 Millionen Euro. Ein Einkaufscenter soll helfen, dass die Leute das Geld nicht in andere Städte tragen. Das würde Arbeitsplätze schaffen. Für Rückkehrer wolle er interessante Arbeitsplätze schaffen mit ansprechenden Gehältern, keinen Mindestlohn. Die Einwohnerzahl wieder von 17 000 zu erreichen, sei vorstellbar.

Investoren: Dass Weißwasser nur noch drei Grundstücke für Ansiedlungen habe, sei eine schwache Kür. Es könne auch nicht sein, dass Weißwasser das Umland stärke. So würden Steuern weggehen. In den letzten sieben Jahren sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von 5790 auf 5703 gesunken. Davon seien 3719 Auspendler. Wenn Weißwasser Standortfaktoren stärke, würde man interessanter für Ansiedlungen und Neugründungen sein. Laut IHK gehöre Breitbrand, Preise bei Strom, Gas und Fernwärme dazu.

Lebenswertes Weißwasser: Für die Sauberkeit mehr tun. Das Unkraut stehe bis zu 40 Zentimeter hoch. Es gäbe zu wenig Bänke.

Tierpark und Co.: Haben noch alles wie bei 39 000 Einwohnern, die finanzielle Ausstattung sei schwierig. "Ich habe vor, alles zu erhalten." Bisherige Zuschüsse seien nicht in Stein gemeißelt. Es brauche mehr Effektivität. Er sieht Potenziale in der Eisarena, die wie ein Privatbetrieb geführt werden sollte. "Der Tierpark hat ein Attraktivitätsproblem. Wir sollten dort investieren." In Café und Spielplatz, um die Einnahmen zu erhöhen.

Finanzielle Lage verbessern: Grundsteuern erhöhen durch mehr Eigenheim-Bau. Mit mehr Einwohnern würden Einkommenssteuern und Schlüsselzuweisungen steigen. "Ich sehe Potenzial in der Gemeindefusion." Krauschwitz rede mit Bad Muskau, warum nicht mit Weißwasser? In der Stadtverwaltung gebe es Personalüberhang, der konsequent abgebaut werden sollte. "Ohne Kündigungen. Viele stehen vor wohlverdienter Rente. Die Stellen sollten nicht mehr besetzt werden."

"Das wird ein Gewinn, ein kultureller Gewinn." Er gehe von geschätzten fünf bis sechs Millionen Euro für die Sanierung aus. Fördermittel aus dem Stadtumbau wolle er dafür nutzen. "Es gibt ganz viele Ideen. Das Konzept habe ich nicht da, will es machen, wenn ich OB bin." Eine seiner ersten Ausgaben wird es sein, Experten heranzuziehen, um es aufzustellen . . . Er wolle das Defizit bei der Betreibung jährlich unter 100 000 drücken. Er habe sich das mit dem Volkshaus sehr gut überlegt. Es gehe um hochwertige Kultur, um ansprechende Kultur. Das Volkshaus habe Ambiente, dagegen seien die Teluxsäle eine "Kantine". Und: "Eishockey spielen wir ja auch nicht in einer Lagerhalle." Und: "Wir sollten Kultur im Volkshaus bündeln." Es gebe die Idee, erst einmal herzurichten und mit wenigen Angeboten zu beginnen (Moderator Frank Budszuhn erinnerte an den Lindenhof in Bad Muskau, der kaum genutzt würde, aber koste).

Wirtschaftsförderung/Aufträge: Die Stadt verwalte das Geld der Bürger. Transparenz sei wichtig. Kleinaufträge auszuschreiben, sei aufwendig. Bei großen Aufträgen sei er ein Freund von Wettbewerb und Ausschreibungen.

Neues Einkaufscenter (EKC) in der Innenstadt: Damit würden wir Weißwasser als Mittelzentrum stärken und Einkaufskraft nach Weißwasser holen. Handel gehöre in die Innenstadt, nicht an den Rand.

Seniorenfreundlich: Er habe bei den Bürgergesprächen an den Wohnungstüren viele Anregungen erhalten. Zum Beispiel, was den Zustand der Bürgersteige angeht. Da müsste noch mehr gemacht werden. Es würden nicht genug Bänke in Weißwasser aufgestellt sein, wo sich Senioren mal ausruhen können. Die etwa 50 reichen nicht aus.