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Das Denkmal auf einer Anhöhe zwischen Schmochtitz (Stadt Bautzen) und Loga (Gemeinde Neschwitz) habe eine große Bedeutung für die dem katholischen Glauben angehörenden Sorben, bestätigt Rafael Ledschbor, Redakteur der sorbisch-katholischen Monatszeitung "Katolski Pozol". "Es wurde im Jahre 2000 aus Dankbarkeit für 2000 Jahre Christentum innerhalb kürzester Zeit ausschließlich aus Spendenmitteln errichtet." Kyrill und Method, zwei aus Griechenland stammende Brüder, gelten als die Missionare der slawischen Völker Ost- und Südosteuropas. "Ob sie jemals selbst in der Lausitz waren, weiß man zwar nicht; allerdings sprang der von ihnen ausgehende Geist hierher über", so Ledschbor. Cyrill gilt darüber hinaus als der Begründer der slawischen Schriftsprache, dem "kyrillischen" Alphabet.

Inwieweit man in den Beschädigungen einen "Angriff auf das katholische Sorbentum" sehen muss, wie im Internet befürchtet, vermag Rafael Ledschbor allerdings nicht abzuschätzen: "Schließlich kennen wir die Täter und ihre Beweggründe noch nicht." Auffällig sei allerdings, dass es bereits vor dem Herabreißen der Tafeln Beschädigungen gab, die sich auf die slawischsprachigen Teile der Beschriftung konzentrierten, auch wurde das Wort "Sorben" gezielt herausgekratzt. Die jüngsten Beschädigungen seien keinesfalls ein Novum - "die Tafeln mussten in diesem Jahr schon einmal erneuert werden". Auch in den vergangenen Jahren habe es wiederholt Attacken gegeben.

Die Polizei hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen, wie Janet Kloß, Pressesprecherin der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, bestätigt. Allerdings lägen noch keinerlei Erkenntnisse über Täter und mögliche Motive vor. Auch könne man noch nichts über einen möglichen Zusammenhang zu früheren Attacken gegen religiöse Symbole der katholischen Sorben, vor allem Kruzifixe, sagen.

Der Domowina - Bund Lausitzer Sorben "verurteilt Beschädigungen von Kulturdenkmälern, wie in Schmochtitz geschehen", erklärt Pressesprecherin Bärbel Felber. Darüber hinaus jedoch wolle man keine Bewertung vornehmen und verweise auf den Cyrill-Methodius-Verein als Eigentümer des Denkmals.

Dessen stellvertretende Vorsitzende Veit Scapan, gleichzeitig katholischer Dompfarrer in Bautzen, lässt auf Anfrage durch seine Sekretärin mitteilen, dass er sich "nicht äußern" werde.